Trendwende beim Preis Gold ist das bessere Geld

Nach dem Crash zeichnet sich beim Goldpreis jetzt die Trendwende ab. Der langfristige Bullenmarkt setzt sich fort. Als Vermögensschutz bleibt Gold unverzichtbar.

Der Goldpreis steigt auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Monaten. Quelle: REUTERS

Der drohende Flächenbrand im Nahen Osten und das allmählich wiederkehrende Investoreninteresse an den mit physischen Barren besicherten Goldfonds sowie Eindeckungen von Leerverkaufspositionen an der New Yorker Terminbörse Comex hievten den Goldpreis zu Wochenbeginn über die Marke von 1.400 Dollar pro Feinunze und damit auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Monaten.

Die Bestände aller vom Börsendienst Bloomberg registrierten börsennotierten Goldfonds, die von ihrem Hoch am 20. Dezember 2012 bei 84,6 Millionen Unzen bis auf 62,595 Millionen Unzen am 8. August eingebrochen waren, sind zuletzt nicht mehr gefallen sondern leicht gestiegen um 160.000 Unzen auf aktuell 62,755 Millionen Unzen.

Die Goldpreisprognosen der ängstlichen Analysten
Goldbarren Quelle: dpa
Goldman SachsDer Goldpreis wird im kommenden Jahr wahrscheinlich um mindestens 15 Prozent sinken. Zu dieser Einschätzung kommen die Analysten von Goldman Sachs in einer Studie. Sie sehen trotz eines beschleunigten US-Wirtschaftswachstums erhöhte Abwärtsrisiken für Rohstoffe. Die Preise für Gold, Kupfer und Sojabohnen werden demnach auf das niedrigste Niveau seit 2010 sinken. Die Goldman-Sachs-Analysten gehen beim Goldpreis von einem Rückgang bis Ende nächsten Jahres auf 1050 Dollar je Unze aus. Stand: 22. November 2013 Quelle: REUTERS
Die Schweizer Bank UBS prognostiziert im Jahresdurchschnitt für 2013 einen Goldpreis von 1396 Dollar je Unze. 2014 soll dann ein Durchschnittspreis von 1435 Dollar je Unze erreicht werden. Damit nahm die Bank ihre Prognose für das laufende Jahr um neun und für das kommende Jahr um zehn Prozent zurück. Stand: 25. Juni 2013 Quelle: REUTERS
Morgan StanleyFür 2013 geht die US-Bank nun von 1409 Dollar je Unze aus, nachdem es zuvor noch 1487 Dollar gewesen waren. Für 2014 rechnen sie mit 1313 Dollar je Unze, zuvor waren es 1563 Dollar. Für 2015 nahmen sie die Prognose von 1450 auf 1300 Dollar zurück. Stand 25. Juni 2013 Quelle: dapd
HSBCDie größte Bank der Welt senkte ihre Prognose für den Goldpreis auf einen Jahresdurchschnitt von 1396 Dollar je Unze in 2013 und 1435 Dollar für 2014. Damit senkte sie ihre alten Prognosen um neun bzw. zehn Prozent. Stand: 25. Juni 2013 Quelle: REUTERS
RBC Capital   Prognose am 1. Januar: 1275 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze) Prognose am 11. April: 1275 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze) Prognose am 28. Mai: 1275 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)   Alle Prognosen beziehen sich auf den erwarteten Goldpreis im vierten Quartal 2013. Quelle: Bloomberg; Stand: 28. Mai Quelle: REUTERS
Danske Bank Quelle: PR

Am 9. Juli entsprachen die von der US-Terminmarktaufsicht CFTC erfassten Leerverkaufspositionen nicht gewerblicher Marktteilnehmer, vulgo Spekulanten, an der New Yorker Terminbörse Comex einer Goldmenge von 14,4 Millionen Unzen. So viel Gold wurde von Spekulanten noch nie zuvor leer verkauft. Nur ist der Goldpreis seither nicht gefallen, sondern hat sich erholt, von seinem Jahrestief bei 1180,57 Dollar pro Unze um fast 20 Prozent auf aktuell 1411,80 Dollar. Der Preisanstieg zwingt Spekulanten jetzt, ihre Shortpositionen einzudecken. Dieser Prozess dürfte noch nicht vorbei sein. Denn noch immer entspricht die Anzahl der spekulativen Shortpositionen an der Comex einer Goldmenge von gut neun Millionen Unzen, dreimal so viel wie Ende 2012.

Just zu diesem Zeitpunkt begann Goldman Sachs, den Goldboom für tot zu erklären. So gesehen hätten Goldanleger gewarnt sein müssen. Zwar war die Begründung dünn: Die Wirtschaft in den USA erhole sich schneller als erwartet, die Notenbank Fed werde ihre Anleihenkäufe deshalb beenden. Entsprechend sei ein steigender Realzins wahrscheinlich. Gold, das keine Zinsen bringt, werde unattraktiv. Goldman riet Kunden, Gold zu verkaufen und auf fallende Preise zu setzen. Goldman Sachs ist nicht die Volksbank Bautzen. Die Aussagen der Investmentbank wurden global gehört.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

Trotzdem war der Goldpreis-Crash keine Folge schwacher Nachfrage nach Barren oder Münzen. Auch die börsennotierten Goldfonds taugen nur bedingt als Erklärung. Beschleunigt hatte sich die Rückgabewelle Mitte Februar. Sie aber war die Folge einer zuvor am am Terminmarkt einsetzenden Preisschwäche, nicht Auslöser.

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