Umfrage Gemischte Gefühle an den Märkten

Umfragen zufolge sind Privatanleger für das Finanzjahr 2015 sehr optimistisch, Fondsmanager dagegen bereiten die hohen Kurse an den Aktien- und Anleihemärkten zunehmend Sorgen. Sind die Privaten wieder gefährlich spät dran?

So sparen die Deutschen
65 Prozent aller Westdeutschen sparen regelmäßig, im Osten sind es dagegen nur 56 Prozent Quelle: dpa
56 Prozent aller alleinstehenden Deutschen sparen regelmäßig Quelle: dpa
Die finanzielle Bildung hängt offenbar nicht mit der schulischen Bildung zusammen Quelle: dpa
Die Sparsituation hängt in Deutschland stark von der beruflichen Situation ab Quelle: dpa
Wer mehr verdient, der spart auch mehr Quelle: dpa
Wo wird fleißiger gespart: In Großstädten oder auf dem Land? Quelle: dpa/dpaweb
Bei den Bundesländern ist Bayern das Land der Sparer Quelle: dpa
Zwischen den einzelnen Altersgruppen gibt es kaum Unterschiede, was das Sparverhalten betrifft Quelle: dpa
Die größten Sparer sind die Selbstständigen. Quelle: dpa

Der Blick in die Glaskugel ist sowohl bei privaten als auch bei institutionellen Anlegern beliebt. Wie werden die nächsten Börsenmonate, wo droht die nächste Blase. Nur die Wahrnehmung des Gesehenen ist derzeit scheinbar unterschiedlich, wie aktuelle Umfragen zeigen.

Privatanleger sind für 2015 eher optimistisch, so eine internationale Umfrage unter insgesamt 7000 privaten Anlegern des Vermögensverwalters Natixis. Demnach gehen drei Viertel der Anleger davon aus, dass ihr Depot gut für die Aufs und Abs der Märkte gerüstet ist. Gegenüber dem Vorjahr erwartet ein großer Teil der Befragten eine Verbesserung. Angesichts der jüngsten Rekordstände an den Börsen, welche hauptsächlich auf dem Start des milliardenschweren Anleihekaufprogramms der Europäischen Zentralbank (EZB) beruhen, wundert das nicht.

Aktienkultur in Deutschland

Wichtig ist den Befragten ihre Altersvorsorge, sie hoffen auf eine langfristig positive Entwicklung ihres Portfolios. Entsprechend sicherheitsbewusst sind vor allem deutsche Anleger. Müssten sie zwischen Sicherheit und Performance ihrer Anlagen wählen, würden sich 79 Prozent von ihnen für die Option Sicherheit entscheiden. Hohe Volatilitäten an den Märkten gefallen den Anlegern entsprechend auch nicht, trotz des Optimismus sorgen sie sich vor Korrekturen an den Märkten.

Nicht ganz so optimistisch bewerten institutionelle Anleger die Zukunftsaussichten. Die Bank of America Merrill Lynch hat dafür weltweit 177 Fondsmanager befragt. Diese fürchten zunehmend Überhitzungen an den Märkten, vor allem an den US-Börsen.

Der Anteil der Fondsmanager, die Aktien für überbewertet halten, ist um 25 Prozent höher als der Anteil derer, die noch kein Überhitzen sehen. Noch deutlicher ist die Diskrepanz auf den Anleihemärkten, hier sind es sogar 85 Prozent.

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Vor allem an den Anleihemärkten warnen zahlreiche Investoren vor einer massiven Blase, die von der EZB durch ihr Kaufprogramm immer weiter aufgepumpt wird. Renditen für Staatsanleihen sinken immer weiter, selbst für längere Laufzeiten notieren sie in einigen Euro-Ländern bereits im negativen Bereich. Die zehnjährige deutsche Staatsanleihe rentierte am Donnerstag erstmals unter 0,1 Prozent. Schon am Mittwoch war laut Bloomberg die durchschnittliche Verzinsung aller deutschen Anleihen erstmals negativ.

Diese unterschiedliche Wahrnehmung zwischen Institutionellen und Privaten deuten auf ein häufiges, riskantes Phänomen hin: der Privatanleger kommt erst zu spät zur Börsenparty, und sieht dann nicht, wann es Zeit für den Abschied ist. Bleibt zu hoffen, dass das bei der aktuellen Börsenrally anders ist.

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