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Umkämpfter Gasmarkt Warum Gaskunden jetzt wechseln sollten

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Wechselmöglichkeit für Verbraucher

Warum die Energiepreise steigen
Euroscheine stecken an einer Steckdose Quelle: dpa
Logos der vier großen Engergiekonzerne EnBW (l, oben), RWE (r, oben), Vattenfall (l, unten) und Eon (r, unten) Quelle: dpa
Ölpumpen stehen im Sonnenuntergang auf einem Ölfeld bei Los Angeles Quelle: dpa
Bild einer Raffinerie auf einem Bildschirm der Firma Gazprom Quelle: REUTERS
Ein Mitarbeiter eines Heizöllieferanten bereitet die Betankung eines Mehrfamilienhauses mit Heizöl vor Quelle: dpa
Ein Tankwagenfahrer beliefert einen Privathaushalt mit Heizöl Quelle: AP
Ein Monteur verkabelt einen Strommast Quelle: dapd

Dabei profitieren Verbraucher zumindest von der zunehmenden Konkurrenz. Der Wettbewerb der Gasversorger steckt nicht mehr in den Kinderschuhen“, ist Reese überzeugt. „Allein in diesem Jahr sind 57 neue Anbieter auf dem Markt aktiv – viele mit einem bundesweiten Angebot. Im Schnitt gibt es pro Postleitzahlengebiet mittlerweile 68 Gasanbieter für Endverbraucher – Tendenz steigend.“

Für Haushalte, die anders als Bewohner von Mietshäusern mit Gaszentralheizung ihren Gasvertrag selbst auswählen können – das sind immerhin mehr als elf Millionen in Deutschland – ergeben sich durch einen rechtzeitigen Wechsel zu einem anderen Anbieter gute Chancen, ihre Energiekosten zu senken. Der Clou: Will ein Gasversorger die Preise erhöhen, muss er dies dem Kunden in einem Brief mindestens sechs Wochen im Voraus mitteilen und dabei auch auf das Kündigungsrecht des Kunden hinweisen. So bleibt ausreichend Zeit, einen neuen Gasvertrag abzuschließen.

Viele Gaskunden üben dennoch Zurückhaltung – wenn sie überhaupt von den Wechselmöglichkeiten wissen. Der deutsche Gaskunde ist eher wechselunwillig. „Wenn die Gaspreise steigen, erhöht sich zwar auch die Wechselquote“, weiß Energieexperte Reese. „Aber in 2010 haben erst sieben Prozent derjenigen, die ihren Gasvertrag überhaupt wechseln können, ihren Vertrag auf einen anderen Anbieter umgestellt. Im Strommarkt befinden sich immerhin schon 15,5 Prozent der Haushalte in Belieferung durch einen neuen Anbieter.“ Dabei muss aber kein Gaskunde befürchten, im Winter ohne Gaslieferung da zu stehen. Klappt der Wechsel nicht, fallen sie automatisch zurück in die Grundversorgung. Und die ist monatlich kündbar.

Die günstigsten Gastarife in deutschen Großstädten (ohne Pakettarife)

Zudem machen es die inzwischen zahlreichen Vergleichsportale im Internet den Verbrauchern schon recht einfach, den günstigsten Tarif zu finden (siehe Gaspreisrechner in der linken Spalte). In der Regel genügt die Eingabe der Postleitzahl und des geschätzten Jahresverbrauchs, um einen ersten Überblick über die Angebote der regional aktiven Gaslieferanten zu erhalten.

Enorme Preisunterschiede

Die Preisunterschiede sind dabei enorm. Im Vergleich zum Standardtarif des örtlichen Grundversorgers – der eine Belieferung nicht ablehnen kann – ergeben sich etwa bei einem freistehenden Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von rund 30.000 kWh schnell Ersparnismöglichkeiten von 500 Euro und mehr.

Generell gilt: Wer sparen will, muss wechseln. Allerdings ist genaues Hinschauen gefragt. „Gaskunden sollten sich von den verlockenden Angeboten besonders preiswerter Anbieter nicht treiben lassen“, rät Blenkers. „Vorauskasse, Kautionen und intransparente Bonusregelungen sollten Verbraucher meiden und beim Preisvergleich in Tarifrechnern ausblenden.“ Spätestens der Fall des Billig-Energieanbieters Teldafax hat deutlich gemacht, dass große Vorauszahlungen bei einer Unternehmenspleite verloren sein können. Gleiches gilt für hohe hinterlegte Kautionen. Verbraucher sollten zudem Vertragsbindungen von mehr als zwölf Monaten vermeiden. Denn in einem Jahr können die Gaspreise schon wieder gestiegen und die günstigen Angebote bei anderen Anbietern zu finden sein.

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