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Umstrittenes Sparmodell Nichts als Ärger mit dem „Goldanlagen-Steuerclou"

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Wenig Erfolg vor Gericht

So werde erwogen, beim Verkauf des Goldes den dann erzielten Preis mit dem früheren Verlust rückwirkend zu verrechnen - ein bürokratisch nach mehreren Jahren womöglich aufwendiges Verfahren.

Die Fachbeamten auf Länderebene versuchen parallel, auf dem Rechtsweg das Modell auszuhebeln. Bertram Dornheim, Einkommensteuerreferent im Finanzministerium Baden-Württembergs, etwa widerspricht „Steuertip“-Geber Midasch in der Fachzeitschrift „Deutsches Steuerrecht“: „Die optimistische Behauptung, dass die Konstruktion auf einer soliden rechtlichen Grundlage beruhe, trägt nicht“, schreibt er.

Die Finanzverwaltung versucht, es zum einen über die Buchführungspflicht auszuhebeln: Wenn die ausländische Gesellschaft nach deutschem Recht buchen müsste, könnte ein Verlust durch den Erwerb von Umlaufvermögen nicht entstehen. Zweitens könnte das Modell eine „missbräuchliche Steuergestaltung“ sein: Denn die ausländische Firma sei nicht wirklich gewerblich tätig. Zudem könne das Finanzamt Steuermodelle, die vermarktet werden, ablehnen.

Was aus 1.000 Euro in zehn Jahren wurde

Bisher allerdings hatten die Finanzbeamten vor den Finanzgerichten wenig Erfolg. Vor allem das Hessische Finanzgericht sah in einem Fall das Konstrukt nicht als fertiges Modell, sondern als individuelle Gestaltung an (AZ 11 V 252/10). Die Finanzverwaltung hofft nun, dass der Bundesfinanzhof dies anders sehen könnte - sobald das Modell durch die Instanzen bei ihm angekommen ist.

Die Argumentation, dass das Modell „Goldfinger“ allein der Steuergestaltung dient, könnte in weiteren Prozessen allerdings Zugkraft entfalten: Je mehr Menschen es nutzen und je stärker es beworben wird, desto offensichtlicher wird, dass es nicht nebenbei auch dem Rohstoffhandel dient.

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