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US-Aktien US-Wachstumsfonds hängen Buffett-Jünger ab

Keimlinge auf einem Feld Quelle: imago images

Diese Frage beschäftigt Anleger seit Langem: Ist Value oder Growth der bessere Investmentansatz? Seit geraumer Zeit haben Finanzprodukte mit Schwerpunkt Wachstumstitel aus den USA deutlich die Nase vorn.

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Sind unterbewertete Aktien, deren Kurse eher langfristig steigen, auf Dauer besser als Aktien von Unternehmen, die vor allem schnell wachsen, aber sich noch nicht langfristig behaupten mussten? Investieren Anleger besser wie Value-Investor Warren Buffett und seine Anhänger in solide und erprobte Geschäftsmodelle, oder in die Internetriesen von morgen, die kaum Geld verdienen, aber ihren Umsatz jedes Jahr verdoppeln?

Die die Fondsgesellschaft Moventum AM kürzlich festgestellt hat, verzeichneten Growth-Investoren in den zurückliegenden drei Jahren deutlich höhere Renditen als Value-Anleger. Während entsprechende Aktien, die dem Growth-Sektor zuzuordnen sind, um rund 60 Prozent geklettert sind, konnten Value-Werte nur um 30 Prozent zulegen.


Die Aussichten sprechen weiterhin für Growth

Nach wie vor entwickeln sich Finanzprodukte mit Wachstumsschwerpunkt vor dem Hintergrund niedriger Zinsen und des geringen weltwirtschaftlichen Wachstums besser als der Durchschnitt. Darüber hinaus würden Growth-Aktien besonders von steigenden Zinsen profitieren, sollte sich die Geldpolitik wieder ändern. Nach jüngsten Umfragen gehen beinahe 38 Prozent aller Anleger von einer Rezession im kommenden Jahr aus, womit das Rezessionsrisiko nach Einschätzung der Anleger den höchsten Wert seit der Finanzkrise 2008/2009 erreicht hat. Auch das spielt den Aktien der wachstumsstarken Unternehmen in die Karten.

Perspektivisch betrachtet haben Growth-Befürworter zurzeit die besseren Argumente. Denn von derzeit vorhandenen Marktrisiken wie den Brexit oder den noch immer schwelenden Handelskonflikt zwischen den USA und China oder den USA und dem Rest der Welt sind es Aktien des Growth-Sektors weniger betroffen als die klassischen Industrie- und Konsumtitel. Unter diesen Aspekten macht sich die Vorsicht der Fondsmanager bei ihrer Anlagepolitik mit Wachstumsfokus bezahlt.

US-Growth-Fonds

Nicht nur auf den europäischen Märkten, sondern erst recht in den USA, besitzt Growth gegenüber Value einen Vorsprung – selbst wenn es in den vergangenen Jahren immer wieder Phasen gegeben hat, in denen sich eine Trendwende angekündigt hat. Die Hoffnungen darauf haben sich bislang nicht bestätigt.

US-Growth-Fonds mit überzeugender Performance

Vor diesem Hintergrund zeigen Aktienfonds wie der AB SICAV I - American Growth Portfolio A EUR und der Brown Advisory US Equity Growth A Euro Hedged zur Freude der Anleger eine ausgezeichnete Entwicklung. Ersterer brilliert sogar mit einer annualisierten Performance über den Zeitraum von zehn Jahren mit rund 16,5 Prozent. Die Top-Holdings des AB-Fonds sind Aktien wie die Google-Mutter Alphabet, Facebook und Microsoft. Die Portfoliomanager haben ihre Investments schlicht auf Basis ihrer branchenführenden Position und ihrer attraktiven Wachstumsraten ausgewählt.

Auch der Brown Advisory US Equity Growth A Euro Hedged ist ähnlich aufgestellt, wobei das Finanzprodukt neben Microsoft auch Titel aus dem Finanz- und Dienstleistungssegment wie PayPal oder Amazon zu seinen wichtigsten Positionen zählt. Aufgrund der Währungsabsicherung performt der Brown-Fonds nicht ganz so gut wie das Pendant von AB, bietet aber dafür etwas mehr Sicherheit durch Ausschalten des Wechselkursrisikos.

Auf den ersten Blick haben ETF-Anleger bei US-Growth nicht die große Auswahl, allerdings weisen auch eine ganze Reihe von Indexfonds der Region, die den Zusatz „Growth“ nicht im Namen tragen, eine beinahe identische Portfoliostruktur wie die eindeutigen Growth-Fonds auf. In unserem Beispiel beinhalten ETFs, die den breiten US-Börsenindex S&P 500 abbilden, auch die wachstumsstarken IT-, Software- und Internetkonzerne – und deren Wachstum und Performance kommt so auch dem Index zugute. Beispielhaft ist das an den ETFs iShares Core S&P 500 UCITS ETF und der XTRACKERS S&P 500 UCITS ETF - 1C EUR ACC.

Vergangene Erfolge sind leider kein Garant

Für breiter aufgestellten ETFs spricht auch, dass bei aller verständlichen Euphorie über den Hype bei Growth-Werte langfristig weiterhin gilt: Noch kein Trend hat sich als unendlich erwiesen. Und historisch betrachtet erweisen sich Value-Titel sogar als erfolgreicher: Seit 1926 beläuft sich die durchschnittliche Rendite von Substanzaktien auf 16,7 Prozent pro Jahr – gegenüber durchschnittlichen Zuwächsen bei Wachstumstiteln von durchschnittlich 12,2 Prozent jährlich.

Dennoch deutet derzeit wenig darauf hin, dass Growth-Aktien selbst mittelfristig ins Hintertreffen geraten könnten. Aufgrund des derzeit noch immer sehr niedrigen Zinsniveaus bleiben entsprechende Finanzprodukte womöglich noch für mehrere Jahre Basisinvestments.

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