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US-Gläubiger Russische Investoren stoßen US-Staatsanleihen ab

US-Flagge Quelle: imago images

Anleger aus Russland haben innerhalb von zwei Monaten ihre Portfolios an US-Staatsanleihen um insgesamt 84 Prozent reduziert. Damit wird das Land nicht mehr unter den Top-Gläubigerländern der USA gelistet.

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Russische Anleger haben in den Monaten April und Mai ihre Portfolios an US-amerikanischen Staatsanleihen erheblich reduziert. Einmal monatlich veröffentlicht das US-Finanzministerium eine Liste an Hauptgläubigerländer der US-Regierung. Aus dieser geht nun hervor, dass Investoren mit Sitz in Russland, zu denen auch die russische Zentralbank (Bank Rossii) gehört, Ende März insgesamt rund 96 Milliarden US-Dollar in Staatsanleihen hielten.

Ende Mai waren es dagegen lediglich Bonds im Wert von knapp 15 Milliarden US-Dollar. Damit macht der russische Gläubigeranteil an der Gesamtverschuldung der US-Regierung nur noch etwa 0,24 Prozent aus. Zum Vergleich: Deutsche Anleger finanzieren knapp 1,3 Prozent und chinesische sogar 19 Prozent der amerikanischen Staatsschulden. Russland ist nun auch deshalb nicht mehr als eines der wichtigsten Länder gelistet, die US-Staatsanleihen halten, da es die Grenze von 30 Milliarden US-Dollar unterschritten hat. Ende des Jahres 2017 tauchte Russland noch auf Rang 15 der größten Gläubiger der USA auf.

Am Devisenmarkt war in den vergangenen Monaten zudem ein Rückgang des Rubelkurses gegenüben dem US-Dollar zu beobachten. So verbilligte sich die russische Währung für amerikanische Investoren im Zeitraum vom 31.März bis zum 31. Mai 2018 um rund neun Prozent.

Anlagevolumen russischer Investoren in US-Staatsanleihen.

Über die Hintergründe des Abverkaufs an US-Papieren wurde nichts öffentlich bekannt. Möglich wäre eine Diversifizierung in andere Währungen wie dem Euro. Auch eine Umschichtung in Gold weg vom US-Dollar bedingt durch die immer umfangreicheren US-Sanktionen gegenüber Russland wäre möglich, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Entgegen der Position des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, der sich am Montag in Helsinki zu einem Gipfel mit Präsident Putin traf, hatte der US-Kongress eine weitere Intensivierung der US-Sanktionen gegen das flächenmäßig größte Land der Erde vorangetrieben. Nach Monaten der Verzögerung musste die US-Administration unter Trump im März dieses Jahres schließlich ein Paket an Maßnahmen gegenüber russischen Personen sowie Organisationen umsetzen. Diese beinhalteten ein Einreiseverbot sowie ein Einfrieren der Vermögen der betroffenen Personen und Organisationen in den USA.

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