Verbraucherzentrale Bremen Schlechte Noten für ethisch-ökologische Investmentfonds

Wer Geld in nachhaltige Fonds investiert, möchte sein Vermögen ökologisch und ethisch vertretbar anlegen. Das funktioniert allerdings selten gut.

Wie grün sind die Dax-Konzerne?
WeGreen Ranking Quelle: dpa
InfineonDen letzten Platz im Nachhaltigkeits-Vergleich der DAX-Konzerne belegt der Halbleiterhersteller Infineon. Grund dafür ist vor allem, dass das Unternehmen auf die Veröffentlichung eines Nachhaltigkeitsberichts verzichtet. Unter anderem wegen der mangelnden Transparenz gibt es deshalb nur die Note 4,7. "Schlecht" heißt damit das Ergebnis. Der Tipp der Studienleiter: Eine verbesserte Nachhaltigkeitskommunikation wäre ratsam, um so offen und transparent mit den eigenen Herausforderungen und Problemen umzugehen. Quelle: dpa
ThyssenKrupp Quelle: dapd
Deutsche Bank Quelle: dapd
Fresenius Medical Care und Fresenius SE & Co. KgaA Quelle: dpa
RWE Quelle: dpa
Commerzbank Quelle: dpa

Eine aktuelle Untersuchung des Projektes "Klimafreundliche Geldanlage" der Verbraucherzentrale Bremen in Zusammenarbeit mit der Stiftung Warentest hat 46 ethisch-ökologische Investmentfonds bewertet. Lediglich ein Aktienfonds schließt Investitionen in Waffen, Atomenergie, Gentechnik und Erdöl sowie weitere prekäre Geschäftsfelder konsequent aus. Die Verbraucherschützer haben dabei überprüft, wie konsequent bestimmte ethisch und ökologisch kritische Bereiche ausgeschlossen werden. Untersucht wurden dabei 34 Aktienfonds und 12 Rentenfonds, zwei davon sind Staatsanleihenfonds.

"Nachhaltig ist nicht gleich nachhaltig", sagt Ulrike Brendel von der Verbraucherzentrale Bremen. Generell gibt es bei den untersuchten Fonds große Unterschiede hinsichtlich der Ausschlusskriterien. "Enttäuscht hat uns vor allem, dass bei vielen der Klimaschutz nicht ausreichend berücksichtig wird", so Brendel. Ölkonzerne werden beispielsweise von Fondsmanagern ethisch-ökologischer Investmentfonds immer noch als Investition ausgewählt. Firmen, die die international geächteten Waffengattungen Antipersonenminen und Streumunition herstellen, sind hingegen im Investitionsportfolio aller untersuchten Fonds nicht zu finden.

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Die Ergebnisse im Einzelnen: 39 von 44 untersuchten Investmentfonds, die in Unternehmens-aktien oder -anleihen investieren, schließen die klimaschädliche Kohle- und Ölindustrie nicht aus; sieben garantieren nicht, dass kein Geld mit Investitionen in Kriegsgerät wie Panzer oder Waffen verdient wird und fünf lehnen etwa Kinderarbeit nicht ab. Lediglich ein Aktienfonds ignoriert die kontroversen Geschäftsfelder wirklich strikt. Die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung zu ethisch-ökologischen Investmentfonds hat die Verbraucherzentrale Bremen gemeinsam mit der Stiftung Warentest in Marktübersichten für Anleger ausführlich dargestellt. Sie können auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Bremen kostenlos abgerufen werden.

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