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Verkehrte (Finanz-)Welt

ETF – die Crux mit den Indexwechseln

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Die Auswirkungen aufgrund von weniger Liquidität

Am 6. Dezember 2017 etwa wurde die Frontier Communications neu in den S&P Small Cap 600 aufgenommen. In den zwei Wochen davor war der Aktienkurs um 24 Prozent gestiegen. Drei Wochen nach der Indexanpassung sank der Kurs wieder um 23 Prozent. Die Frontier Communications ersetzte damals die Contango Oil & Gas, die ihrerseits aus dem Index flog. Hier war die Bewegung rund um die Indexanpassung noch dramatischer. In den vier Wochen vor der Anpassung fiel der Kurs um 42 Prozent. Gleich nach der Anpassung erholte sich der Kurs und stieg in den darauffolgenden Wochen sogar um 84 Prozent an. Investoren, die also genau rund um den 6. Dezember ihr Portfolio anpassen und Contango Oil & Gas verkaufen und dagegen die Frontier Communications kaufen mussten, erhielten in beiden Fällen einen vergleichsweise ungünstigen Preis.

In kleineren Nebenwerten sind die Auswirkungen aufgrund von weniger Liquidität meist stärker zu sehen. Doch auch auf Schwergewichte kann eine Indexanpassung eine Auswirkung haben. So wurden etwa die Aktien von Amazon am 1. September 2017 neu in den S&P Global 100 aufgenommen. In der Woche vor der Neuaufnahme stieg der Kurs von 945 auf 980 Dollar. Am 5. September war der Kurs wieder auf 965 Dollar gefallen. Weniger als bei Nebenwerten, aber doch immer noch erstaunlich, dass absolut vorhersehbare Indexanpassungen auch hier eine Auswirkung haben können.

Ist nun der Tag gekommen, an dem die passiven Fonds den Markt mit ihren Kauf- und Verkaufsaufträgen stürmen, freuen sich die anderen über satte Gewinne. Den passiven Fonds aber bleibt – sofern sie streng bei ihren Benchmarks bleiben – nichts übrig, als zu den bereits viel zu teuren Kursen zu kaufen und gleichzeitig die aus dem Index ausgeschiedenen Aktien zu niedrigen Kursen zu verkaufen. Auf der Gegenseite dieser Geschäfte stehen übrigens oft genau jene aktiven Marktteilnehmer, die sich schon vorher positionieren konnten.

Manche ETF-Anbieter gehen alternative Wege, um auf Index-Anpassungen zu reagieren. So änderte Fonds-Riese Vanguard beispielsweise bereits im Mai 2018 temporär die Benchmarks für drei große Fonds, um der Anpassung der amerikanischen Telekommunikations-Indizes durch sowohl S&P Global Ratings als auch MSCI im September 2018 vorzubeugen (diese verschoben u.a. Google-Mutterkonzern Alphabet und Facebook in einen neuen „Communications Services“ Index). Nach der Übergangsphase stellte Vanguard die ETFs wieder um.

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    Langsamer hoch, aber schneller runter

    Das gezwungene Kaufen und Verkaufen der passiven Indexfonds führt am Ende dazu, dass diese bei jeder Indexumstellung stets zum ungünstigsten Preis handeln müssen. Sie werden sich vielleicht manchmal fragen, warum Ihr ETF nicht genau die Performance des Index nachbildet. Nach oben geht es stets langsamer – schließlich muss der Fonds die hohen Anschaffungspreise ausgleichen – und nach unten umso schneller – denn die vergleichsweise schlechten Verkaufserlöse drücken nach unten.

    Als Trost können Sie allerdings auf die geringen Kosten Ihres Fonds blicken. Das gleicht einen Teil Ihrer Verluste aus diesem absolut legalen aber für Anleger nachteiligen Spiel wieder etwas aus. Zudem haben Sie ein transparentes und nachvollziehbares Produkt im Bestand. Und auch das hat ja einen gewissen Wert.

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