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Verkehrte (Finanz)welt

Warum Risikomanager immer wichtiger werden

Der Brexit oder die US-Wahl haben gezeigt, dass Prognosen an den Kapitalmärkten nur noch mit Vorsicht zu betrachten sind. Trotzdem spielen Risikomanager eine immer größere Rolle - zu Recht.

Wie die Deutschen ihr Geld anlegen
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Das Jahr 2016 war für Überraschungen gut. Zahlreiche politische Vorhersagen und Prognosen an den Kapitalmärkten haben sich ins Gegenteil verkehrt, Risikovorhersagen schienen wenig nützlich zu sein. Dennoch steigt der Bedarf von Investoren an Risikomanagement.

Dr. Arne Jockusch Quelle: NORD/LB Asset Management

Sind Risikomanager ihr Geld eigentlich Wert?

Würden Sie auf der Landstraße fahren und dabei nur in den Rückspiegel schauen? Mit dieser Frage sehen sich Anleger und Risikomanager immer wieder konfrontiert. Und zwar insbesondere dann, wenn die Märkte sich - wie in den letzten Jahren besonders häufig - mal wieder sprunghaft zeigen und die vorher gewissenhaft ermittelten Risiken im Portfolio (Value-at-Risk) völlig sinnlos erscheinen lassen. In diesen Momenten mögen Investoren auch hinterfragen, ob Heerscharen von Risikomanagern ihr Geld eigentlich Wert sind.

Trotz dieser zweifelhaften Prognosefähigkeit: Marktstudien belegen, dass die Bedeutung von Risikomanagement in den letzten Jahren insbesondere bei institutionellen Investoren deutlich gestiegen ist. Wie ist dieser Widerspruch zu erklären?

Über die Kolumne

Aus der Vergangenheit auf die Zukunft schließen

Dazu eine andere Frage: Finden Sie es nützlich, wenn Ihnen jemand sagt, dass es heute mit hoher Wahrscheinlichkeit regnen wird? Ähnlich dem Wetter, lässt sich auch an den Kapitalmärkten ein großer Zusammenhang zwischen den Ausschlägen der jüngeren Vergangenheit und den möglichen Ausschlägen der Zukunft beobachten. Als fachkundiger Meteorologe kann man die Tendenz auf dem Barometer beobachten, Satellitendaten und weitere Messwerte hinzuziehen und dadurch sehr genau abschätzen, welche Stürme sich zusammenbrauen.

Satellitendaten stehen Risikomanagern leider nicht zur Verfügung. Die Berechnungsmethoden, um  finanzwirtschaftliche Risiken zu kalkulieren, basieren im Wesentlichen immer noch auf dem „Rückspiegel“. Um zusätzlich auch möglichst aktuelle Informationen für den Blick in die Zukunft heranzuziehen, können beispielsweise die in Optionspreisen enthaltenen Volatilitätsprognosen zahlreicher Finanzmarktteilnehmer in die Betrachtung aufgenommen werden. Es hat sich gezeigt, dass Vorhersagen damit zuverlässiger sind als mit allen auf Basis historischer Kurse geschätzten künftigen Schwankungsbreiten. Das Problem ist allerdings bis heute, dass die dafür nötigen Daten nur begrenzt verfügbar sind, sodass entsprechende Berechnungen in der Praxis nur punktuell zum Einsatz kommen können.

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