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Vermögen vor der Steuer sichern Schenkungen werden in Deutschland immer größer und häufiger

Jeder vierte Deutsche hat schon eine Schenkung im Wert von 10.000 Euro und mehr erhalten.

Die Deutschen erben nicht nur, sie schenken auch gern – in jedem sechsten Fall Vermögen im Wert von mehr als 100.000 Euro. Vor allem in Bayern dient das der Steuervermeidung – und künftig wird noch mehr verschenkt.

5857,4 Milliarden Euro – so groß ist das Vermögen der privaten Haushaushalte in Deutschland. Das ist ein zwölfstelliger Betrag, den Privatpersonen hierzulande in Form von Bankguthaben, Bargeld, Immobilien, Wertpapieren und anderem Wertbeständigem wie Kunst, Schmuck oder Edelmetallen angesammelt haben – und der spätestens mit dem Tod des Eigentümers den Besitzer wechselt. Allein in den vergangenen fünf Jahren ist diese Summe um 25 Prozent gestiegen. Deshalb ist längst von einer Erbschaftswelle die Rede.

Aber es wird nicht nur vererbt, sondern auch geschenkt – und zwar immer mehr und immer öfter. Eine repräsentative Studie im Auftrag der Quirin Bank, die auf mehr als 7000 Online-Interviews basiert, kommt zu dem Schluss, dass 43 Prozent der Deutschen bereits eine Schenkung im Wert von mindestens tausend Euro erhalten haben. Zugleich sind knapp 60 Prozent der Deutschen ihrerseits bereit, anderen etwas im Wert von 1000 Euro und mehr zu schenken. Die Urheber der Studie sehen deshalb nun eine Schenkungswelle auf Deutschland zurollen.

Geschenkt wird demnach vor allem Bargeld beziehungsweise per Überweisung. In fast zwei von drei Fällen sind es Geldgeschenke, in jedem vierten Fall sogar mehr als 10.000 Euro. Neun Prozent der Beschenkten freuen sich über eine Schenkung von mehr als 50.000 Euro. Bei nahezu jeder sechsten Schenkung handelt es sich um Immobilienvermögen.

Schenkungen aus Steuergründen nehmen zu

Künftig dürften die Schenkungen üppiger ausfallen: 71 Prozent wollen selbst etwas schenken, 21 Prozent der Befragten stellen sich dabei vor, selbst einmal Vermögen im Wert von mehr als 50.000 Euro zu verschenken. Vor allem Immobiliengeschenke dürften auf einen Anteil von 40 Prozent steigen. Wertpapiere könnten dann auch mit Schmuck und Diamanten gleichziehen und in jedem fünften Fall verschenkt werden.

Noch finden die weitaus meisten Schenkungen ohne Blick auf die Steuer statt, 39 Prozent der Befragten kennen nicht einmal die Schenkungssteuerpflicht. Vor allem in Bayern nutzen die Schenkenden aber die hohen Freibeträge bei Schenkungen zur Steuervermeidung, nämlich in 30 Prozent der Fälle. Generell soll der Aspekt Steuervermeidung beziehungsweise die Umgehung der Erbschaftssteuer laut der Studie künftig deutlich an Gewicht gewinnen.

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