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Vermögen zum Anfassen Geldanlage zwischen Münzgold und Meteorit

Steigende Goldnachfrage, boomender Immobilienmarkt, Oldtimer und Kunst zu Rekordpreisen: Wer es sich leisten kann, steckt sein Vermögen in Sachwerte. Worauf es bei skurrilen wie soliden Wertanlagen ankommt.

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Ob Kunst, Teddy, Oldtimer oder edler Tropfen: Ausgesuchte Sachwerten bringen oft höhere Wertsteigerungen als klassische Anlageformen wie Aktien oder Fonds Quelle: Marcel Stahn

Als das Auktionshaus Sotheby’s in London am 1. Juli ein Triptychon im Kleinformat des irischen Malers Francis Bacon versteigerte, fiel der Hammer erst bei 26,7 Millionen Pfund – umgerechnet 33,8 Millionen Euro. Für ein Triptychon dieser Größe ist das unerreicht. Erst im November 2013 hatte ein Triptychon Bacons im Großformat alle bisherigen Auktionsrekorde für Gemälde gebrochen, als es für 142 Millionen Dollar (104 Millionen Euro) den Besitzer wechselte.

Auch andere Raritäten sind unter Sammlern ein kleines Vermögen wert. Im vergangenen Jahr wechselte auf einer Bonhams-Auktion ein Mercedes-Benz des Typs W196R aus dem Jahr 1954 – auch Silberpfeil genannt – für knapp 30 Millionen Euro den Besitzer. Selbst der „Schneewittchensarg“, ein Volvo P 1800 ES Baujahr 1973, erzielte im Juni auf einer Auktion 92.400 Dollar, obwohl er nur auf 30.000 bis 40.000 Dollar geschätzt worden war. Notizen von Liedermacher Bob Dylan zu seinem berühmten Song „Like A Rolling Stone“ fanden Ende Juni bei Sotheby’s in New York für 1,5 Millionen Euro einen neuen Besitzer. Und seit Mitte Juni gibt es einen Auktionsrekord für die neue teuerste Briefmarke der Welt: Für die „British Guiana 1 c magenta“ kam der Zuschlag erst bei einem Preis von 9,5 Millionen Dollar, umgerechnet rund sieben Millionen Euro.

Voraussetzungen für werthaltiges Sammeln

Dort, wo echte Raritäten und alte Schätze gehandelt werden, steigen die Preise anscheinend unaufhörlich. Zum einen kennen Kunstwerke und begehrte Sammlerstücke keine Inflation. Deshalb sind sie als Sachwerte zunehmend als alternative Geldanlage gefragt. Seit Ausbruch der Finanzkrise 2008 und der Staatsschuldenkrise, die eine bislang einmalige Geldschwemme der Notenbanken auslöste, geht die Angst vor einem massiven Wertverlust des Papiergeldes um. Festverzinsliche Anlagen sind angesichts der historisch niedrigen Verzinsung unattraktiv, wenn nicht nach Abzug der Inflation sogar ein Minusgeschäft. Die Verlustrisiken an der Börse sind hoch, Tendenz weiter steigend. Was liegt also näher, sein Geld für Edles, Seltenes oder gar Einmaliges auszugeben, um seine Vermögenswerte unabhängig von den gängigen Geldanlagen zu erhalten?

Sammlerstücke, die ein kleines Vermögen kosten
Superman-Comic Quelle: IMAGO
WeinAuch Wein ist bei Sammlern begehrt. Den bislang höchsten Preis erzielte eine Flasche 1974er Chateau Cheval Blanc. Die einmalige Flasche wurden von einem Liebhaber für 304.000 US-Dollar gekauft. Fünfstellige Beträge sind für seltene Weine nicht ungewöhnlich. Allerdings müssen die edlen Tropfen fachgerecht gelagert werden, um weiterhin schmackhaft zu bleiben. Bestimmte Weine können ihren Wert bei richtiger Lagerung um bis zu 20 Prozent jährlich steigern. Quelle: IMAGO
Teekanne Quelle: dpa
Dinosaurierknochen Quelle: AP
FossilienFossilien zu sammeln hat einen eigenen Charme, denn die Funde sind Millionen von Jahren alt. Es gibt allerdings viele nahezu wertlose, weil häufig vorkommende Fossilien. Hinzu kommt, dass derlei Versteinerungen in manchen Bundesländern per Gesetz dem Land ganz oder zur Hälfte gehören. Auf Messen oder Fachtagungen werden Fossilien auch gehandelt. Generelle Aussagen zur Rendite sind kaum möglich und es gibt sogar Fälschungen. Quelle: Fotolia
PorzellanJahrhundertelang hüteten die Chinesen das Geheimnis der Porzellanherstellung und drohten Verrätern mit Strafe. Marco Polo brachte es erstmals nach Europa. Erst im 18. Jahrhundert lüfteten die Sachsen das Produktionsgeheimnis. Meißener Porzellan hat seitdem eine herausragende Stellung unter Sammlern in Europa. Viele Stücke erschienen in streng limitierter Auflage. Generell steigt der Wert um acht bis zehn Prozent jährlich, besonders begehrte und seltene Stücke auch deutlich mehr. Quelle: IMAGO
RumAnders als Whisky, Wein oder Cognac findet Rum erst seit kurzem immer mehr Fans unter Anlegern. Dabei ist die Vielfalt enorm und in den vergangenen Jahren erzielten kundige Rum-Sammler beachtliche Wertsteigerungen mit Flaschenpreisen von bis zu 1000 Euro. Ausgewählte Sorten verzeichneten seit 2008 Preissteigerungen um mehr als 300 Prozent. Besonders geeignet als Wertanlage sind ausgesuchte, lang gereifte Sorten und alte Abfüllungen von den karibischen Inseln. Quelle: Fotolia

Kostbare Meteoriten und Bonsaibäume

Es muss aber nicht immer der alte Meister an der Wand oder der Oldtimer im Originalzustand sein. Grundsätzlich eignen sich als Wertanlage alle Gegenstände oder Objekte, die außergewöhnlich und selten sind – so selten, dass es immer mehr Nachfrage von Sammlern und Liebhabern gibt, als das Angebot bedienen kann.

Das können auch höchst ungewöhnliche Sammelobjekte sein. Gerald Pilz hat viele davon in seinem Buch „Ungewöhnliche Wertanlagen – 25 Alternativen zu Festgeld & Co.“ beschrieben, das gerade erst im UVK Verlag erschienen ist. „Zu den skurrilsten Sachwertanlagen gehören sicherlich Meteoriten und Bonsaibäume“, sagt Pilz. „Immerhin kann ein winziger Meteorit mehrere hundert Euro kosten. Noch erstaunlicher sind Bonsaibäume. In Japan werden für sorgfältig gepflegte Exemplare sogar über 100.000 Euro geboten.“

Sich ein Bild davon zu machen, welche Sammelgebiete eine hohe Wertsteigerung versprechen, ist alles andere als trivial. Um erfolgreich und vor allem wertsteigernd zu sammeln, müssen eine Reihe von Faktoren stimmen.

Das richtige Sammelgebiet

Jedem Sammler ist es wichtig, das zu besitzen was selten und rar ist. Aber nicht alles was selten und rar ist, steigt auch im Wert. Voraussetzung ist ja, dass es potenzielle Käufer gibt, die einen höheren Preis bieten, als einst bezahlt wurde. „Bei solchen Wertanlagen sollten Sie Folgendes bedenken: Die Märkte sind sehr eng. Wenn Sie Ihr Geld dringend benötigen, kann es sein, dass Sie große Schwierigkeiten haben, die Anlage zu veräußern, oder Sie müssen hohe Einbußen hinnehmen“, erklärt Autor Pilz. „Bei diesen Wertanlagen sollten Sie immer langfristig denken.“

Wer mit seinen Sammelobjekten eine Wertsteigerung erzielen will, sollte also zunächst ein Sammelgebiet wählen, das dauerhaft hohes Interesse hervorruft. Bei allzu exotischen Sammelgebieten wird es außerdem nicht nur schwierig, beim Verkauf einen fairen Preis zu erzielen - auch Informationen sind nur schwer zu bekommen.

Für seriös und lukrativ hält Pilz zum Beispiel Wertanlagen in Whisky, Wein, Steiff-Teddybären, Kunst und Oldtimer. Aber auch weniger populäre Sammelgebiete sind durchaus interessant. „Im Buch konnten leider nicht alle Anlageformen berücksichtigt werden“, sagt Pilz. „Zu den interessanten Sammelgebieten unter dem Aspekt Wertsteigerung gehören auch Koifische, Emailschilder, Motorräder und Weihnachtskrippen“, so Pilz.

Die Highlights der Oldtimer-Auktion
Mercedes 500 K Roadster von 1934Gehörte einst dem Berliner Rechtsanwalt Alfons Sack, der zu Geld und zweifelhaftem Ruhm kam, indem er Joseph Goebbels und andere bekannte Nationalsozialisten unter anderem im Reichswehrprozess von 1939 verteidigte. In den 70er Jahren war das Auto in Posen wiederaufgetaucht und später dann in Schweden aufwändig restauriert worden. Bonhams hatte den Wert des Fahrzeugs auf 3,5 Millionen Euro geschätzt – am Samstag ging der Wagen für 3,1 Millionen Euro weg. Quelle: Bonhams
Mercedes-Benz 540 K Cabriolet von 1936Gerade einmal 97 Exemplare des Typs hatte Mercedes in jenem Jahr produziert. Eines davon kaufte ein Nachtclub-Besitzer aus Paris blieb bis 2010 in der Hand des Erstbesitzers und wurde 2007 umfangreich restauriert. Für einen Betrag von 2,242 Millionen Euro fand der Wagen nun einen neuen Besitzer. Quelle: Simon Clay
Mercedes 300 SL FlügeltürerMit diesem Wagen erkundeten Sterling Moss und Denis Jenkinson 1954 die Streckenführung der Mille Miglia. 1,85 Millionen Euro bot ein Sammler in Stuttgart für den Wagen – zu wenig für den aktuellen Besitzer, einen Amateur-Rennfahrer aus Großbritannien, der sich deutlich mehr erhofft hatte. Quelle: Bonhams
Mercedes C-Klasse von 2005Mit diesem Fahrzeug schrieb die Mercedes-Benz Rennsportgeschichte: Mika Hakkinen nahm damit an der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft teil und gewann beim Rennen im belgischen Spa. Ein in Großbritannien lebender Motorsportenthusiast aus den USA, sicherte sich das Fahrzeug mit einem Gebot über 460.000 Euro. Quelle: Bonhams
Mercedes 560 SLDeutlich über dem Schätzpreis landete das Mercedes-Cabriolet, das der Schauspieler und Oscar-Preis-Gewinner Sean Penn 1987 seiner Frau Madonna Ciconne zur Hochzeit schenkte. Die Beziehung der weltbekannten Sängerin mit dem schwarzen 560 SL hielt allerdings länger als mit ihrem Mann Jean Penn: Während die ehe schon nach wenigen Monaten annuliert wurde, gab sie den Wagen erst 1996 aus der Hand. Mit einem Tachometerstand von 82.000 Kilometern wurde das Cabriolet jetzt für knapp 70.000 Euro an einen Sammler versteigert. Ähnliche Fahrzeuge – allerdings ohne prominente Vorbesitzer – werden im Internet schon zu Preisen um die 30.000 Euro gehandelt. Quelle: Bonhams
Unimog der Luftwaffe von 1963Dieser Wagen sorgte für ein heftiges Bietergefecht. Geschätzt auf eine Summe zwischen 40.000 und 50.000 Euro, fiel der Hammer schließlich bei einem Gebot von 82.800 Euro. Quelle: Bonhams

Beliebte, aber problematische Sammelgebiete

Umgekehrt sind einige beliebte Sammelgebiete als Wertanlage wenig praktikabel. Bei Comics und Sportsammelkarten etwa steht und fällt der Erfolg zum Beispiel mit dem Zustand. Schon minimale Gebrauchsspuren wie etwa ein kleiner Knick können einen Comic praktisch wertlos machen. Sammler lesen die Alben oft gar nicht, sondern verschweißen sie gleich auf einer stabilisierenden Pappe. In den USA werden Sammlercomics oft schon im Laden vorsorglich in Folie eingeschweißt. Nur nahezu unbenutzte Exemplare erzielen Höchstpreise.

Die Suche nach den schönsten Uhren
Maurice Lacroix: Seconde MystérieuseDie Sekundenanzeige gehört zu den netten, im Alltag aber eher nicht so wichtigen Anzeigen. Ein Suchspiel damit treibt der Hersteller Maurice Lacroix, der sich gerne mit auffälligen Zifferblättern präsentiert. Der gebläute Sekundenzähler scheint zu schweben und springt wie ein Propeller alle 15 Sekunden weiter. Die Uhr ist in zwei Varianten auf je 125 Stück limitiert. 11.300 Euro Quelle: Presse
Hublot: Classic Fusion Ultra ThinAusgerechnet Hublot - größer, dicker, auffälliger waren die Modelle, die die Marke bekannt machten. Nun die Uhr für den gegenläufigen Trend: schlank und dünn. 24.200 Euro. Quelle: Presse
A. Lange & Söhne: LumenKleine Jungs haben haben früher ihre Uhren mit Leuchtziffern lange mit der Lampe "aufgeladen", um unter der Bettdecke fluoreszierende Glimmern zu bestaunen. Große Jungs kaufen heute das Modell Lumen und lassen das Datum leuchten. Quelle: Presse
Greubel Forsey: Art Piece No.1 von Willard WiganDer britische Künstler Willard Wigan baut seine Skulpturen in einer Größe, die kaum für das bloße Auge zu erkennen sind: Sie passen in ein Nadelöhr und werden mit Mikroskop verkauft. Für den Schweizer Uhrenhersteller fertigt er Skulpturen nach Vorgaben des Käufers an, die dieser dann durch die Lupe in der Krone betrachten kann. Je nach Art der Skulptur etwa 4.000.000 Euro Quelle: Presse
Greubel Forsey: Art Piece No.1 von Willard Wigan Quelle: Presse
Louis Vuitton: Tambour Bijou SecretJemanden einzuwickeln bedeutet üblicherweise, jemanden zu umgarnen. Bei dieser Uhr ist das anders, sie soll den Damenarm dekorativ umschlingen, umwickeln. Und damit es noch mehr nach Schmuck als nach Uhr aussieht, ist das Zifferblatt verdeckt mit einer Platte. 4.100 Euro Quelle: Presse
Parmigiani: Transforma CBFSie sieht silbern aus, ist aber aus Rotgold, hängt an einer Kette, hat aber auch ein Armband und eine Fassung, damit man sie als Tischuhr verwenden kann. Die Transforma ist drei Uhren - und wird im Set mit zwei Werken angeboten. 56.900 Euro Quelle: Presse

Auch von der Wertanlage in Form von Bonsaibäumen ist eher abzuraten, obwohl dieses Sammelgebiet immer mehr Anhänger findet. Denn die nach japanischer Tradition aufgezogenen Miniaturbäumchen können allein für Pflege, Schnitt und Verdrahtung im Jahr mehrere tausend Euro verschlingen. Zudem existiert nur in Japan ein funktionierender Markt für Sammler der kostbaren Bonsai-Bäumchen. Dort wechseln sie durchaus für mehr als 100.000 Euro den Besitzer. In Europa liegen die Preise mit maximal 30.000 Euro noch deutlich niedriger.

Die teuersten Edelsteine der Welt
Winston Pink LegacyNeuer Rekord für einen rosafarbenen Diamanten: Am 13. November 2018 ersteigerte der renommierte amerikanische Juwelier Harry Winston den 18,96 Karat schweren Diamanten "Pink Legacy" für mehr als 50 Millionen Dollar, umgerechnet 44 Millionen Euro, inklusive der Gebühren an das Auktionshaus Christie's. Zwar ist der "Pink Star" bereits 2013 für einen deutlich höheren Betrag versteigert worden, aber gemessen am Preis pro Karat schafft der umgehend in "Winston Pink Legacy" umgetaufte Diamant laut Christie's einen neuen Weltrekord für rosafarbene Diamanten: 2,6 Millionen Dollar pro Karat. Der Stein wurde vor mehr als hundert Jahren gefunden und war lange in Besitz der Familie Oppenheimer, die einst den Minen-Konzern De Beers leitete. Quelle: AP
Le Grand MazarinNach dem Rekordjahr 2016 gingen dieses Jahr keine Superdiamanten für illustre Summen über den Auktionshaustisch. Beim "Grand Mazarin" ist eher die Geschichte beeindruckend: Er gehörte vielen Königinnen, Königen und Kaisern, darunter der Sonnenkönig Ludwig XIV. Ein privater Sammler erwarb den 19,07 Karat schweren Stein für 12,3 Millionen Euro. An die Rekordhalter kommt der pinke Diamant damit allerdings nicht heran. Quelle: REUTERS
The Pink StarEr hatte bereits bei einer Auktion in Genf 2013 den Rekordpreis von rund 76,3 Millionen Schweizer Franken (rund 62 Millionen Euro) erlöst: Der Rekord-Diamant „Pink Star“ hat bei einer Auktion in Hongkong einen neuen Besitzer gefunden. Wie das Auktionshaus Sotheby's mitteilte, ersteigerte die Hongkonger Juwelierkette Chow Tai Fook den rosafarbenen Stein für 71,2 Millionen Dollar (etwa 67 Millionen Euro). Zahlt der Bieter den Betrag, wäre es der höchste Preis, der jemals für einen Diamanten erzielt wurde. Der „Pink Star“, das Prunkstück der diesjährigen Juwelenauktion von Sotheby's, war bereits vor drei Jahren zu einem noch höheren Preis von 83 Millionen Dollar ersteigert worden. Da der Käufer später jedoch nicht zahlen konnte, nahm das Auktionshaus den Stein zurück. Er gilt als teuerster Diamant aller Zeiten - zumindest was den Gesamtpreis betrifft, denn Experten vergleichen nur den Preis pro Karat. Das 59,60 Karat schwere Juwel wurde als Typ 2a eingestuft, was für ein rosafarbenes Exemplar eine Seltenheit ist. Zwei Jahre brauchte die Firma Steinmetz Diamonds, um ihn aus einem 132,5 Karat schweren Rohdiamanten zu schleifen. Quelle: AP
Lesedi La RonaDer vermutlich zweitgrößte Rohdiamant der Welt kam am Abend des 29. Juni im Londoner Auktionshaus Sotheby's unter den Hammer - jedenfalls fast. Denn für viele Experten überraschend fand sich kein Käufer. Auf etwa 70 Millionen US-Dollar (etwa 64 Millionen Euro) hatten die Auktionatoren die Verkaufssumme geschätzt. In Botswana im Süden Afrikas wurde das wertvolle Stück im November in einer Mine der kanadischen Firma Lucara Diamond entdeckt. Der Stein heißt „Lesedi La Rona“, was sich mit „Unser Licht“ übersetzen lässt. Laut Sotheby's ist der Rohdiamant der weltweit größte Fund seiner Art seit 1905 und erreicht mit 1109 Karat knapp die Größe eines Tennisballs. Um viele mögliche Interessenten auf das Prachtstück aufmerksam zu machen, wurde der Rohdiamant in den vergangenen Monaten auf Weltreise geschickt und in Städten wie Dubai, Singapur, New York und Hongkong präsentiert - leider bislang vergeblich. Quelle: dpa
"The Constellation"Er hat für 63 Millionen Dollar (55,2 Millionen Euro) den Besitzer gewechselt, noch nie wurde mehr für einen Rohdiamanten bezahlt. Er wurde im November 2015 in der Karowe-Mine in Botswana gefunden. 813 Karat misst der Edelstein und ist damit fast so groß wie ein Tennisball. Den Rekord für den weltgrößten Diamantenfund seit 1905 verpasste er denkbar knapp: Er wurde nur einen Tag nach dem Lesedi La Rona gefunden. Quelle: PR
Oppenheimer BlueEs ist der teuerste blaue geschliffene Diamant, der jemals versteigert wurde. Ein anonymer Käufer zahlte für den "Oppenheimer Blue" sagenhafte 57,54 Millionen Dollar (50,81 Millionen Euro). Der mit 14,62 Karat weltgrößte klar-blaue Diamant wechselte am 18. Mai 2016 beim Auktionshaus Christie's den Besitzer. Geschätzt wurde der Stein im Vorfeld auf 38 bis 45 Millionen Dollar (etwa 33 bis 40 Millionen Euro). Quelle: PR
Blue Moon of JosephineDen "Blue Moon of Josephine" hat der chinesische Milliardär Joseph Lau Luen-hung für 48,4 Mio. Dollar (etwa 45 Millionen Euro) für seine Tochter ersteigert. Zuvor hieß der 12,03 Karat schwere Stein nur "Blue Moon". Bis zur Versteigerung des "Oppenheimer Blue" galt er als der teuerste blaue Diamant der Welt. Quelle: AP

Münzen sinken in der Gunst

Bei Münzen müssen zwei Teilgebiete unterschieden werden. Relativ unproblematisch sind die Anlagemünzen, die sogenannten Bullion Coins. Bei ihnen geht es nur um den Edelmetallgehalt, also in der Regel um den Wert des Gold- oder Silberanteils. Das Prägemotiv und der Zustand der Münzen spielt praktisch keine Rolle. Wer Gold oder Silber kaufen will, um sein Vermögen vor Währungskrisen und hoher Inflation zu schützen, ist mit den beliebten Anlagemünzen „Krügerrand“ oder „Wiener Philharmoniker“ gut bedient. Allerdings sollte der Goldgehalt mindestens eine Unze betragen, da ansonsten das „Aufgeld“, also die Handelsmarge der Goldhändler, zu viel vom Investment aufzehrt.

Abzuraten ist hingegen von Sammlermünzen. Dieses Sammelgebiet hatte seinen Höhepunkt bereits in den Achtzigerjahren erreicht. Hier spielen Alter, Seltenheit, Prägemotiv und Zustand bei der Wertermittlung die tragende Rolle.

Spezielle Indizes, die den Wert von Münzen erfassen, deuten darauf hin, dass die Wertentwicklung bestenfalls stagniert oder sogar deutlich rückläufig ist. Den Schub in den vergangenen Jahren verdanken die Münzen allein dem Anstieg des Gold- und Silberpreises und nicht dem Sammlerwert.

Alte Münzen müssen nicht teuer sein

Zudem ist die Numismatik ein sehr unübersichtliches Sammelgebiet, das hohe Fachkenntnis voraussetzt. Selbst für Sammler angepriesene Gedenkmünzen des Bundes erscheinen in einer Millionenauflage und bieten daher keine Aussicht auf Wertsteigerung. „Gedenkprägungen“ oder „Medaillen“, die nicht der Bund oder ein anderer Staat herausgegeben hat und die somit auch keinen Status eines gesetzlichen Zahlungsmittels haben, sind für Sammler uninteressant.

Viele Einsteiger machen zudem den Fehler, auf „Allerweltsmünzen“ zu setzen, die bei sachkundigen Numismatikern nur ein Naserümpfen hervorrufen. Selbst Münzen des römischen Reiches sind noch heute massenhaft vorhanden und für wenige Euro zu haben. Ernstzunehmende Sammelgebiete sind eher die seltenen Prägungen der Antike, des Mittelalters, der frühen Neuzeit oder des 19. Jahrhunderts.

Diese Sammlermünzen kommen 2014 in den Handel
Die australische Münzprägeanstalt Perth Mint folgt bei ihren Sammlermünzen dem chinesischen Kalender. 2014 ist das Jahr des Pferdes, weshalb die neue Serie sich ganz dem Thema Pferd widmet. Die hier dargestellte Münze hat einen Goldgehalt von 99,99 Prozent und ist limitiert. Erhältlich ist sie in drei Größen: Die Zehntelunze kostet 182,79 Euro, die Viertelunze 424,87 Euro und die Unze 1.647,50 Euro. In der nicht-colorierten Version ist die Münze auch im Dreier-Set erhältlich - kostet dann aber stolze 2.255 Euro. Zur Münze dazu gibt es ein Echtheitszertifikat. Erhältlich ist sie ab Oktober 2014 und bestellt werden kann sie hier. Bild: Perth Mint Quelle: Presse
Deutlich günstiger sind die Sammelmünzen aus der Silber-Serie zu haben. So kostet die colorierte Baby-Pony-Münze aus 99 Prozent Silber 38,82 Euro pro Stück. Auch diese Münze ist limitiert - auf 7500 Stück. Die Perth Mint nennt sie ein perfektes Geschenk für Kinder, die im Jahr 2014 zur Welt kommen. Wer es etwas weniger kitschig mag, für den bietet die Prägeanstalt aus der "Lunar-Serie" die " Silver Proof High Relief Coin" für 62,36 Euro an. Bild: Perth Mint Quelle: Presse
Eine weitere Gedenkmünze, die 2014 aus dem Hause Perth Mint kommt, ist die Gedenkmünze für den australischen Juristen, Schriftsteller und Journalist, Andrew Barton Paterson, genannt "The Banjo", für 424,87 Euro. Sie besteht aus einer Unze Gold und ist auf 500 Stück limitiert. Die Banjo-Gedenkmünze ist auch in Silber erhältlich. Deutlich günstiger ist die Bronze-Münze " Australian Citizenship" aus der Münzprägeanstalt für 8,25 Euro das Stück. Bild: Perth Mint Quelle: Presse
Aber auch die Bundesregierung gibt Jahr für Jahr neue Gedenk- und Sammlermünzen heraus. So wird am siebten Februar die von Künstler Erich Ott gestaltete Zwei-Euro-Münze mit der Michaeliskirche in Hildesheim vorgestellt. Bestellt werden können die Münzen über die Verkaufsstelle für Sammlermünzen der Bundesrepublik Deutschland. Künstler: Erich Ott (München) Fotograf: Hans Joachim Wuthenow (Berlin) Quelle: Presse
Zu den Sammlermünzen mit zehn Euro Nennwert gehört unter anderem die Gedenkmünze anlässlich des 150. Geburtstags des Komponisten Richard Strauss, die am fünften Juni 2014 ausgegeben wird. Der offizielle Ausgabepreis ist noch nicht bekannt. Künstler: Erich Ott (München) Fotograf: Hans Joachim Wuthenow (Berlin) Quelle: Presse
Am dritten Juli erscheint die Gedenkmünze "600 Jahre Konstanzer Konzil", die ebenfalls einen Nennwert von zehn Euro hat. Künstlerin: Katrin Pannicke (Halle) Fotograf: Hans Joachim Wuthenow (Berlin) Quelle: Presse
Und auch mit Märchen kann ab nächstem Jahr bezahlt werden. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die von der Künstlerin Marianne Dietz gestaltete Münze "Hänsel und Gretel" in Sammelalben landet. Sie hat einen Nennwert von zehn Euro ist ab dem sechsten Februar 2014 erhältlich. Künstlerin: Marianne Dietz (Berlin) Fotograf: Hans Joachim Wuthenow (Berlin) Quelle: Presse

Briefmarkenliebe verblasst

Auch Briefmarken haben ihren Zenit längst überschritten, der Markt wird kleiner. Gerade die Sammlungen, mit denen viele von uns schon in Kindertagen begannen, sind heute oft Massenware und für kleines Geld zu bekommen. Wertsteigernd sind allein besondere Raritäten.

Die Briefmarkenkataloge, die hingegen hohe Preise und Preissteigerungen darstellen, sind mit großer Vorsicht zu genießen. Die dort angegebenen Preise sind nur im absoluten Idealfall für quasi druckfrische Exemplare zu erzielen. Oft müssen Sammler von den dort angegebenen Preisen in der Realität 30 bis 60 Prozent abziehen.

Zackige Preise - Wie wertvoll Briefmarken werden können

Das älteste Handelshaus in England, Stanley Gibbons, kommt zu dem Ergebnis, dass sorgfältig ausgewählte Briefmarken problemlos eine Aktienanlage schlagen können. Seltene Stücke aus Großbritannien kamen in den vergangenen vier Jahrzehnten auf ein jährliches Plus von rund zehn Prozent, und selbst in schweren Krisenzeiten wie dem Jahr 2008 blieb die Wertentwicklung bei Briefmarken konstant. Die sehr seltene „British Guiana 1c magenta“, die kürzlich auf einer Auktion 9,5 Millionen Dollar einbrachte, erzielte bislang jedesmal, wenn sie auf einer Auktion angeboten wurde, einen neuen Rekordpreis.

Whisky für Sammler
Prince Charles in einer Whisky-Destillerie
Black Bowmore
Bowmore 30 Jahre
Bowmore Gold
Highland Park
Highland Park
Glenmorangie

Whisky, Cognac, Wein bieten Chancen

Cognac kann durchaus Renditen von über zehn Prozent im Jahr erreichen. Allerdings sollte die Flasche vom autorisierten Fachhändler stammen. Wertsteigernd kommen zudem nur hervorragende Cognacs aus Frankreich infrage. Einer der teuersten Cognacs ist der Courvoisier & Curlier aus dem Revolutionsjahr 1789. Er hat einen Wert von 153.000 Euro. Cognacs aus limitierter Auflage sind durchaus einen fünfstelligen Betrag wert, selbst Flaschen jüngeren Datums.

Cognac ist ein Sammelgebiet, dass sich noch entwickelt. Ein wesentlich breiteres Angebot gibt es bei Whisky. Wertsteigerungen von über 10 Prozent jährlich sind durchaus realistisch. Buchautor Pilz sieht bei Whisky als Investment noch weitere Vorteile: „Das Sammelgebiet ist auch für Anfänger überschaubar; denn es kommen nur einige wenige Destillerien aus Schottland in die engere Auswahl. Zu den renommiertesten Brennereien zählen beispielsweise Macallan, Glenmorangie, Lagavulin, Bowmore und Ardbeg. Für einen Einstieg eignet sich bereits das Preissegment ab 100 bis 300 Euro. Zudem ist Whisky anders als Wein anspruchslos und kann leicht gelagert werden.“

Auch Wein erfreut sich unter Anlagesammlern wachsender Beliebtheit. Wie auch bei Whisky und Cognac belebt der neue Wohlstand in China das Geschäft. Edle, seltene Weine finden oft erst für fünfstellige Euro-Beträge einen neuen Besitzer. Problematisch ist jedoch die Lagerung, die den Wein vor einem Umkippen in Essig und Fäulnis bewahren muss. Dann aber ist eine Rendite von 25 Prozent im Jahr durchaus realistisch. Hilfreich ist eine sehr hohe Bewertung des Weines durch den Weinpapst Robert Parker - das Maximum liegt bei 100 Punkten.

Teddys steigen schnell im Wert

Insbesondere Teddybären der Marke Steiff bieten eine beachtliche Renditechance – vor allem wenn sie vor 1970 produziert wurden. Einzelne Exemplare aus den Zwanzigerjahren kommen heute auf Preise von mehr als 150.000 Euro. Aber auch neuere Editionen sind sehr begehrt. Wer sich in den Neunzigerjahren einen Steiff-Teddy zulegte, kann sich heute über eine Verachtfachung des Wertes freuen.

Steiff hat die Sammelleidenschaft erkannt und ermöglicht über den unternehmenseigenen Steiff-Club seit 1992 Sammlern Rabatte auf limitierte Editionen.

Oldtimer mit (Spar)Potenzial
Modell: Messerschmidt "Tiger" 500 Bauzeit: 1957-1961 Stückzahl: 320 Neuwagenpreis: 1.800 Zeitwert: 80.000 Quelle: Creative Commons-Lizenz
Modell: Fiat Dino Coupe Bauzeit: 1966-1972 Stückzahl: 7.651 Neuwagenpreis: 13.000 Zeitwert: 20.000 Quelle: Presse
Modell: Toyota 2000 GT Bauzeit: 1967-1970 Stückzahl: 351 Neuwagenpreis: 10.000 Zeitwert: 250.000 Quelle: wikipedia - gnsin
Modell: Peugeot 404 Cabriolet Bauzeit: 1962-1968 Stückzahl: 10.398 Neuwagenpreis: 8.000 Zeitwert: 25.000 Quelle: Creative Commons-Lizenz
Modell: Bentley Azure Bauzeit: 1995-2003 Stückzahl: 1.321 Neuwagenpreis: 347.000 Zeitwert: 70.000 Quelle: Presse
Modell: Ferrari 512 Berlinetta Boxer (BB) Bauzeit: 1976-1984 Stückzahl: 2.323 Neuwagenpreis: 22.000 Zeitwert: 130.000 Quelle: Creative Commons-Lizenz
Modell: VW Samba-Bus T1 Bauzeit: 1951-1959 Stückzahl: 6241 Neuwagenpreis: 4.300 Zeitwert: 80.000 Quelle: wikipedia - kieft

Oldtimer – teuer und noch immer begehrt

Schon seit Jahren wächst die Beliebtheit von Oldtimern. Finanz- und Schuldenkrise gaben dem Markt einen zusätzlichen Schub, weil sich viele Vermögende gegen den Zusammenbruch des Finanzsystems wappnen wollten. Das hat dem Markt in Teilen schon eine Spekulationsblase beschert. Die Risiken für Anleger sind gestiegen.

Außerdem geht auch der Erhalt von Oldtimern ordentlich ins Geld. Es dürfen nur Originalteile verbaut werden, das Fahrzeug braucht eine Garage, Versicherung und regelmäßig Pflege. Vorsicht: auch von den gesuchten Originalteilen sind zahlreiche Fälschungen im Umlauf.

In Arbeit
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Langfristig bleiben dennoch viele Oldtimer als Wertanlage interessant. Die Rendite liegt im Durchschnitt bei fünf Prozent jährlich. Wer ein glückliches Händchen beweist, kann sich über Spitzenpreise freuen.

Erst vergangene Woche gab es auf dem Oldtimermarkt einen neuen Rekord. Ein Ferrari 375 Plus wechselte bei einer Auktion auf dem Goodwood Festival of Speed für umgerechnet 13,4 Millionen Euro den Besitzer – und ist damit der teuerste Ferrari weltweit. Das Fahrzeug nahm 1954 am 24-Stunden-Rennen von Le Mans und bei der Mille Miglia teil und ist eins von nur fünf Fahrzeugen dieses Typs.

Das Jagdfieber leidenschaftlicher Sammler dürfte noch für viele Preisrekorde sorgen.

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