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Vermögensberater geben Tipps Fonds finden wie ein Profi

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Unbekanntes nicht anrühren

Schwieriger wird die Analyse bei Mischportfolios, so genannten Multi-Asset-Fonds, die in viele verschiedene Anlageinstrumente von der Aktie, über Anleihen, Rohstoffen, Währungen investieren dürfen und zu denen auch Vermögensverwaltungs- und Absolute-Return-Fonds zählen.

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Sauren hat es gut: Er geht direkt zum Gespräch mit interessant erscheinenden Fondsmanagern. Nur im direkten Gespräch sei es für ihn möglich, die Anlagephilosophie und die Denkweise des Fondsmanagers genau zu verstehen und die Vergangenheitsperformance fundiert zu beurteilen, meint Sauren. Privatanleger müssen meist ohne dieses Privileg des Gesprächs auskommen.

Mitunter bieten die Fondsgesellschaften aber im Internet Videopräsentationen der Fondsmanager, die zumindest einen Eindruck von der Person und dem Fonds vermitteln können. Ist einem der Manager sympathisch und seine Ausführungen plausibel und kenntnisreich, verzeiht man ihm vielleicht auch eher mal eine Durststrecke bei der Performance.

Wie die Deutschen ihr Geld anlegen
Aktien waren 2012 der Renner an der Börse. Trotzdem griff gerade einmal jeder fünfte deutsche Anleger zu den Anteilsscheinen. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Bankenverbandes, die das Anlageverhalten der Deutschen untersuchte. Handelsblatt Online zeigt, wo die Deutschen 2012 ihr Geld investierten und welche Anlageprodukte die Anleger dieses Jahr im Visier haben. Quelle: gms
Senioren sind Top-AnlegerDer Anteil der Deutschen, die 2012 einen nennenswerten Geldbetrag angelegt haben, steigt mit zunehmenden Alter erkennbar an. Im Gesamtdurschnitt gibt mit 54 Prozent etwas mehr als die Hälfe der Befragten an, über entsprechende Finanzanlagen zu verfügen. Unter den Frauen beträgt der Anteil 53 Prozent, unter den Männern 55 Prozent. Mit 47 Prozent bilden Anleger im Alter von 18 bis 39 Jahren die kleinste Anlegergruppe. Die größte Gruppe bilden mit 65 Prozent Anleger ab 60 Jahren. Quelle: gms
Freud und Leid bei den AnlegernTrotz eines weiteren Euro-Krisenjahr stieg der Dax 2012 auf ein neues Allzeithoch. Auf das gesamte Jahr hochrechnet legte der Leitindex um gut 30 Prozent zu. Knapp die Hälfte ( 48 Prozent) der deutschen Anleger zeigte sich trotz der guten Kursentwicklung mit der Werteentwicklung ihrer Finanzanlage unzufrieden. Quelle: dpa
Festgeld und Tagesgeld besonders beliebtIm laufenden Jahr 2012 waren bei den deutschen Anlegern Festgeld und Tagesgeld die beliebtesten Anlageprodukte. Obwohl der Dax in diesem Jahr um rund 30 Prozent zulegte, rangieren börsennotierte Finanzprodukte erst deutlich danach. Gerade einmal jeder fünfte Deutsche investierte sein Geld in Aktien. Darauf folgten Immobilien mit knapp 17 Prozent. Das in der Krise besonders beliebte Anlageobjekt Gold, war mit gerade einmal neun Prozent ebenfalls auf den hinteren Plätzen. Quelle: gms
Frauen mögen Festgeld und meiden AktienWährend Frauen tendenziell stärker in Festgeld sowie Tagesgeld investiert sind, meiden sie Aktienanlagen noch in stärkerem Maße als Männer. Bei Fonds sind hingegen nur geringfügige, bei Immobilien, Gold und anderen Edelmetallen sogar überhaupt keine Unterschiede im Anlageverhalten von Männern und Frauen feststellbar. Quelle: dpa
Potenzial für Immobilien und GoldNeben Festgeld und Tagesgeld würden die Verbraucher 2013 auch stärker in Immobilien, Gold und andere Edelmetalle investieren, wenn sie einen größeren Geldbetrag dafür zur Verfügung hätten. Den größten Zuwachs im Vergleich zu 2012 erleben Immobilien. 46 Prozent aller deutschen Anleger würden sich ein Haus oder eine Wohnung anschaffen. 2012 investierten gerade einmal 17 Prozent in Immobilien. Auch die Krisenwährung Gold ist 2013 deutlich beliebter. Knapp 30 Prozent der deutschen Anleger würden sich größere Goldbestände zulegen. Quelle: obs
Geringe Risikobereitschaft bei der AnlageTrotz des derzeit allgemein niedrigen Zinsniveaus können sich nur neun Prozent der Anleger vorstellen, bei künftigen Finanzanlagen mit einer höheren Risikobereitschaft gegebenenfalls eine höhere Renditen zu erzielen. Mit 91 Prozent legt die Mehrheit der deutschen Sparer einen großen Wert auf Sicherheit. Quelle: gms

Von Unbekannten besser die Finger lassen

Für Sauren lohnt es sich immer dann genauer hinzuschauen, wenn Fondsmanager mit einer langjährigen Expertise in großen Fondsgesellschaften gearbeitet haben und sich dann selbstständig machen. Sie haben ihr Können bewiesen und bei ihnen müssen sich Anleger nicht auf konstruierte Rückrechnungen ihrer Strategien verlassen. Mit so genannten „Backtestings“ beschäftigt sich Sauren erst gar nicht.

Das sind Rückrechnungen von einer Fondsperformance, die es nie in der Realität gab, sondern die nur am Schreibtisch irgendwie berechnet wurde. „Wir konzentrieren uns auf die Sachen, bei denen wir genügend Informationen und Erfolgskriterien aus dem Praxisbetrieb in der Hand haben“, sagt Sauren. Gerät er an unbekannte Personen ohne Erfolgsnachweis, ist es nach seiner Erfahrung besser, die Finger davon zu lassen.

Neuling erst zur Seite legen

Ein Fonds wie der Abaris sollte zunächst in der Ablage liegen bleiben, bis er zwei bis drei Jahre alt ist. Die auflegende Fondsgesellschaft Alceda, eine Tochter der Hamburger Aquila Capital, vermarktet viele Fonds kleiner Vermögensverwalter. Empfehlenswert ist davon nur der von Christoph Bruns gemanage Loys Global als breiter gemischter Aktienfonds.

Nach einer ersten Prüfung allen beim Abaris-Fonds einige kritische Punkte auf, auf die Berater Freitag seine Kunden hinweisen will: 

Zu viele Beteiligte, zu teuer: Hinter dem Fonds steckt ein verschachteltes System: Es gibt den Fondsmanager GHP Arbitrium AG und noch speziell einen Anlageberater Abaris Investment Advisory AG, beide in der Schweiz ansässig, der Fonds wird in Luxemburg aufgelegt. So viele Beteiligte wollen bezahlt werden.

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