WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Vermögensverwalter Deutschlands beste Geldvermehrer

Seite 6/9

Huber: Der Radikale

Die Anlageempfehlung von Peter Huber, Starcapital: Unternehmensanleihen Seine Favoriten: Alstom, General Electric, Vivendi, Siemens, Intel, Royal Dutch, Statoil, Barrick Gold, Newmont Mining Sein bester Fonds: StarCapital SICAV Winbonds A ISIN LU0256567925

Peter Hubers Vermögensverwaltung Starcapital residiert auf geschichtsträchtigem Boden. In seiner Villa im Taunus-Örtchen Oberursel lebte die spätere RAF-Terroristin Monika Berberich; im Ort heißt das Haus noch immer so: „Berberich-Villa“. Wenige Hundert Meter entfernt wurde 1977 der damalige Dresdner-Bank-Chef Jürgen Ponto ermordet. Bevor hier wieder das Kapital die Regie übernahm, verfiel der imposante Bau von 1912. Wo Büsche wucherten, erstreckt sich heute ein Park mit gepflegtem Rasen und gezähmtem Baumbestand.

Deutschlands Schulden

Und doch bahnen sich wieder radikale Gedanken ihren Weg in die Öffentlichkeit. Huber hält nicht nur Griechenland und Portugal, sondern auch Deutschland für zu hoch verschuldet. „Zu den offiziellen 2000 Milliarden Euro Schulden des Bundes kommen noch die Beamtenpensionen“, erklärt er. Die machten, abgezinst auf ihren heutigen Wert, weitere 1300 Milliarden Euro Miese aus. Dass es Deutschland selbst bei boomender Konjunktur nicht schaffe, Schulden abzubauen, sei ein Armutszeugnis. Sparwillen kann Huber nicht erkennen: „Es ist ein kleines, aber schlechtes Signal, dass noch im Dezember die Pensionen für Staatssekretäre angehoben wurden.“

Jahrelang haben Hubers Anleger von sinkenden Zinsen und damit von steigenden Kursen seiner Anleihen profitiert. Auch als andere längst das Hohe Lied der Inflation sangen und Aktien, Immobilien oder Edelmetalle zusammenkauften, blieb Huber cool – und fuhr die Ernte ein.

Staatsanleihen sind zu risikoreich

Mit einem Mischdepot aus Anleihen und maximal 20 Prozent Aktien hat er sich im aktuellen Vermögensverwalter-Vergleich weit vorn platziert. Den Erfolg verdankt er unter anderem seinem raschen und beherzten Umschwenken in der Finanzkrise auf Unternehmensanleihen. Denn er glaubt, dass es bei Staatsanleihen ganz dicke kommt: „Ein Schuldenschnitt der Euro-Land-Staaten ist unvermeidbar, und zwar für alle – einschließlich Deutschland.“ So stellt sich Huber das vor: „Drei Wochen bleiben die Börsen dicht, die Banken werden weiter mit Geld versorgt.“

Kredit gewährt Huber nur noch Deutschland, Frankreich und den Niederlanden – und auch denen nur noch für kurze Zeit; in Mischportfolios setzt er bis zu einem Fünftel auf deren Staatsanleihen, die aber in spätestens zwei Jahren zurückgezahlt werden müssen. Bis zum Schuldenschnitt dauert es offenbar noch länger.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%