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Vermögensverwalter Deutschlands beste Geldvermehrer

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Zuflucht in Gold

Ein Stapel von Goldbarren Quelle: dpa

Viele Vermögensverwalter sehen ähnlich schwarz und suchen Zuflucht in Gold. Huber hält davon nichts; sein Gold steht im Park der Villa: 2007 durften die Gäste seines Sommerfests die Hörner einer Holzskulptur des Künstlers Hendoc mit Blattgold verzieren. Mehr Gold hält Huber für nicht angebracht. Sein Argument: Es bietet keine Wertschöpfung, allenfalls Inflationsschutz, den man aber derzeit nicht braucht. Hubers Optimismus für Aktien und Unternehmensanleihen gründet auf dem vielen Geld, das die Investoren schon in Bundesanleihen und Gold gesteckt haben und das sie jetzt ausweichen lässt: „Ihre Liquidität wird künftig in Aktien fließen“, glaubt er. „Denn Unternehmen schaffen das, was Staaten nicht gelingt – ihre Schulden abzubauen.“

Zündende Ideen

Huber ist ein Eigenbrötler. Fünf bis sechs Stunden des Tages verbringt er alleine; mit der Lektüre von Zeitungen und Unternehmensanalysen. Dabei kann er vom großzügigen Eckbüro aus den Blick schweifen lassen über Streuobstwiesen und die Dächer von Oberursel, unten im Tal.

Das Portfoliomanagement-Team der Sauren Fondsservice AG Quelle: PR

In der Stille saugt er Informationen auf und verarbeitet sie beim Spaziergang durch die Taunuslandschaft im besten Fall zu zündenden Investmentideen. Huber greift gerne bei Titeln zu, die bei anderen Investoren in Ungnade gefallen sind. Fern bleibt er aber Bankpapieren: „Ihnen fehlt Eigenkapital und ein glaubwürdiges Geschäftsmodell. Ihre Kreditengagements werden sie zurückfahren“, glaubt Huber. Das habe Auswirkungen bis in die Schwellenmärkte. „80 Prozent der ausstehenden Kredite in Osteuropa stammen von westlichen Banken“, sagt Huber. Ein Rückzug der Geldgeber könnte die dortige Wirtschaft belasten. „Jetzt ist es sinnvoller, westeuropäische oder japanische Aktien und Unternehmensanleihen zu kaufen.“

Etwas von diesem, etwas von jenem – das ist seiner Meinung nach die beste Strategie, um sich vor Rückschlägen zu schützen – woher sie auch kommen mögen. „Wir alle sind sehr verletzlich“, meint Huber, „wir wissen nicht, wo die Krise das nächste Mal zuschlägt.“ Es könnte auch dort sein, wo Anleger es am wenigsten vermuteten: beim Goldpreis, bei Immobilien. Oder eben bei deutschen Staatsanleihen. Huber wäre vorbereitet.

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