
Aktionäre werfen einem Netzwerk aus ehemaligen Vorständen, Aufsichtsräten und Mittelsmännern vor, die Düsseldorfer Beteiligungsgesellschaft VestCorp ausgeplündert und fast 19 Millionen Euro aus den Kassen geholt zu haben. Nach Informationen der WirtschaftsWoche ermittelt die Staatsanwaltschaft nach einer Strafanzeige gegen die früheren VestCorp-Vorstände Udo Treichel und Udo Spütz, zwei Ex-Aufsichtsräte sowie gegen die als Berufskläger bekannten Peter Eck und Frank Scheunert, die beide bereits 2012 wegen Marktmanipulation verurteilt wurden. Scheunert ging in Revision, er hält sich für unschuldig. Die Beschuldigten wissen nach eigenen Angaben nichts von der aktuellen Strafanzeige und den Ermittlungen. Sie weisen die Vorwürfe zurück.
VestCorp ist Nachfolgerin des Wagniskapitalgebers TFG, der in seiner Blütezeit um die Jahrtausendwende fast eine halbe Milliarde Euro Börsenwert hatte. Im August 2012 hatte VestCorp überraschend Insolvenz angemeldet. Bereits im Jahr vorher sind die VestCorp-Millionen offenbar abgeflossen, laut Strafanzeige in hohe Beratungshonorare und verdächtige Aktienkäufe. Das stellte auch VestCorp-Insolvenzverwalter Dirk Andres fest. In einem internen Bericht für die Gläubigerversammlung, der der WirtschaftsWoche vorliegt, heißt es: "Wirtschaftlich vernünftige Argumente für die Investitionen sind mir zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt." Es sei "äußerst fraglich, ob hier noch die Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsführers eingehalten wurde". Es gebe "deutliche Anhaltspunkte dafür, dass diese Investitionen in Absprache mit Dritten getätigt wurden".