Von Tagesgeld bis Anleihe Wo es die Maximalzinsen gibt

In unsicheren Anlage-Zeiten wie diesen geht Sicherheit vor Rendite. Doch nach Inflation, Steuern und Kosten für Kauf und Verwaltung bleibt unter dem Strich ein Minus. Zeit zu schauen, wer derzeit welche Rendite bietet. Ein schneller Überblick.

Gefährliche Mittelstands-Anleihen an der Börse
Mehrere Pakete des alkoholischen Getränks Underberg liegen auf einem Haufen Quelle: Creative Commons-Lizenz
Hemden des Herstellers Seidensticker Quelle: PR
Produkte des Nahrungsmittelherstellers Zamek Quelle: PR
Schalkes-Fans feuern den FC Schalke 04 an Quelle: dpa
Katjes Yoghurt Gums Quelle: dpa/dpaweb

Früher galten Staatsanleihen als Papiere mit risikofreiem Zins. Das eingesetzte Kapital gab es am Ende der Laufzeit sicher zurück ­– und obendrein freuten sich Sparer alljährlich über eine Ausschüttung, den Kupon. Heute jedoch sind Bonds der Euro-Staaten zum zinslosen Risiko mutiert. Wer dem deutschen Staat sein Geld für zehn Jahre leiht, bekommt nur noch 1,6 Prozent Rendite. So lange sich Deutschland beim Retten anderer Euro-Staaten nicht übernimmt, dürfte das Geld in Finanzminister Schäubles Obhut zwar sicher bleiben. Allein schon, weil das Geldvermögen der deutschen Bürger deren Schulden übersteigt – der Staat könnte sich beim Volk prima bedienen. Real bleibt mit Bunds unter dem Strich trotzdem so nur eins: ein Minus. Wer seine Kaufkraft real erhalten will, muss rund vier Prozent verdienen. Den Rest fressen Inflation, Steuern und Kosten für Kauf und Verwaltung auf.

Zinsloses Risiko

Eine so hohe Rendite bekommen Sparer allerdings nur mit risikoreichen Investments wie Anleihen von Solarunternehmen hin – oder durch extrem lange Laufzeiten. Wer zu lange anlegt, riskiert jedoch, dass eine höhere Inflationsrate dem Ersparten künftig zusetzt. Denn stiegen mit der Inflation auch die Zinsen wieder an, würden die Kurse von langlaufenden Anleihen im Gegenzug ins Minus drehen – verkaufen lässt sich dann vor Ende der Laufzeit nur mit Verlust.

Wie sicher das Tagesgeld ist
Innerhalb der Europäischen Union sind die Einlagen mindestens bis 100.000 Euro pro Person gesichert. Im Pleitefall muss die Bank das Geld spätestens nach 20 Tagen zurückzahlen. Innerhalb der einzelnen Länder gibt es neben der Einlagensicherungsanforderungen der EU auch nationale Einlagensicherungen. EinlagensicherungsfondsBei Banken in Deutschland, die neben der gesetzlichen Entschädigungseinrichtung auch dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) angehören, sind Einlagen in Millionenhöhe abgesichert. Öffentliche Banken und Sparkassen können mithilfe eigener Einrichtungen unbegrenzten Schutz anbieten. Ausländische EinlagensicherungBanken mit Geschäftssitz außerhalb Deutschlands verfügen über jeweilige nationale Sicherungsregeln. Der Mindestschutz beträgt jedoch die von der EU vorgegebenen 100.000 Euro. Kombination aus deutscher und ausländischer EinlagensicherungBei einer Kombination der Sicherungsregeln greift im Pleitefall zunächst die ausländische Einlagensicherung, bei Summen über 100.000 Euro träte die Einlagensicherung des BdB in Kraft. Ermitteln Sie hier individuell, wo es die besten Zinsen gibt und welche Banken sicher sind.Auf den folgenden Seiten zeigen wir die besten Tagesgeld-Angebote; Anlagesumme: 10.000 Euro, ohne Neukunden-Aktionen; Quelle: FMH-Finanzberatung, Angaben der Banken, Stand: 8. Juli 2012. Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
Bank11Mindestanlage: Keine Effektiver Jahreszins: 2,00 Prozent Einlagensicherung: gesetzliche deutsche Einlagensicherung und Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken Abgesicherte Summe: 100.000 Euro + 30 Prozent des für die Einlagensicherung maßgeblich haftenden Eigenkapitals der Bank Quelle: Screenshot
BarclaysMindestanlage: Keine Effektiver Jahreszins: 2,00 Prozent Einlagensicherungstyp: Kombination aus britischer und deutscher Einlagensicherung Abgesicherte Summe: 240.000.000 Euro Quelle: Screenshot
abcbankMindestanlage: 2.500 Euro Effektiver Jahreszins: 2,00 Prozent Einlagensicherung: Gesetzliche deutsche Einlagensicherung und Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken Abgesicherte Summe: 7.500.000 Euro
Ziraat BankMindestanlage: Keine Effektiver Jahreszins: 2,00 Prozent Einlagensicherung: Gesetzliche deutsche Einlagensicherung und Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken Abgesicherte Summe: 42.780.000 Euro Quelle: Screenshot
VTB DirektbankMindestanlage: Keine Effektiver Jahreszins: 2,20 Prozent Einlagensicherung: gesetzliche österreichische Einlagensicherung Abgesicherte Summe: 100.000 Euro Quelle: Screenshot
AkbankMindestanlage: Keine Effektiver Jahreszins: 2,25 Prozent Einlagensicherung: gesetzliche österreichische Einlagensicherung Abgesicherte Summe: 100.000 Euro Quelle: Screenshot

In unsicheren Geldanlage-Zeiten wie diesen geht also Sicherheit vor Rendite. Wer so sicher wie beim Bund anlegen will, kann auf Anleihen staatlicher oder staatsnaher Emittenten ausweichen, etwa jene von Bundesländern. Die bringen noch ein paar Pünktchen mehr als jene des Bundes – hinter der Kommastelle. Eine Alternative wäre eine Anleihe der KfW-Bankengruppe, die Bund und Ländern gehört. Dort gibt es über knapp zehn Jahre derzeit rund 1,8 Prozent Rendite.

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