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Vorlieben bei der Geldanlage Die große Mehrheit sieht Gold kritisch

Goldbarren und -münzen Quelle: imago images

Die Mehrheit der Deutschen hält nur wenig von Gold als Geldanlage. Was die Skeptiker abhält und warum junge Anleger eher bereit wären, Gold zu kaufen, zeigt eine neue Untersuchung der Verbrauchzentrale.

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Die US-Notenbank steht kurz davor, die Zinsen zu senken. Und die Europäische Zentralbank bereitet sich darauf vor, mehr billiges Geld in die Wirtschaft zu pumpen, damit die Wirtschaft in der EU nicht in ein Konjunkturtal stürzt. Die Folge: Festverzinste Geldanlagen werden sich bis auf weiteres kaum noch lohnen. Mehr Rendite gibt es nur gegen deutlich höheres Risiko in der Geldanlage.

Viele Anleger richten ihren Blick daher auf Gold. Das Edelmetall gilt als wertbeständig und als sicherer Hafen. Angesichts der Konjunkturrisiken und der politischen Brandherde wie Handelskrieg, Brexit, EU-Politik ist Gold daher bei Anlegern wieder beliebter. In den vergangenen zwei Monaten ist der Goldpreis von rund 1300 auf über 1400 Dollar je Feinunze geklettert.

Aber ist der Kauf von Münzen, Barren oder Wertpapieren mit Anbindung an den Goldpreis wirklich der sichere Hafen für das private Vermögen? Die „Marktwächter Finanzen“ von der Verbraucherzentrale Hessen raten schon länger von Gold als Geldanlage ab. Ihre Kritik richtet sich darauf, dass der Handel mit Goldsparplänen, Gold-Wertpapieren oder auch Münzen und Barren nicht hinreichend reguliert und oft mit hohen Kosten verbunden sei. Zudem mache der schwankende Goldpreis diese Anlage zu riskant.

Nun wollten es die Verbraucherschützer genauer wissen. Sie haben eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Nicht einmal ein Drittel der Befragten Erwachsenen kann sich vorstellen, in Gold zu investieren (28 Prozent) – obwohl die überwältigende Mehrheit (87 Prozent) Gold als eine sichere Anlageform in unsicheren Zeiten betrachtet. Gerade mal jeder Zehnte der Befragten hat schon einmal Geld gegen Goldmünzen oder -barren getauscht, wogegen immerhin jeder Vierte schon mal in geschlossene Fonds investiert hat, die gemeinhin auch als riskante Geldanlage gelten.

Die Einstellung zu Gold als Geldanlage ist also weit positiver als die tatsächliche Neigung, zu investieren. Auf die Frage, ob sie tatsächlich in Gold investieren würden, äußerten sich 71 Prozent ablehnend. Ihre wichtigsten Kritikpunkte sind dabei, dass Gold als Kapitalanlageidee nicht überzeugen würde, nicht flexibel genug sei, die private Verwahrung zu riskant sei und dass der Goldpreis zu stark schwanke.

Wesentlicher Hinderungsgrund für den Goldkauf bleibt aber schlicht der Geldmangel: Von den Befragten mit einem Haushaltseinkommen von maximal 1500 Euro im Monat hat nur ein Prozent schon mal Gold gekauft, bei den Haushalten mit mindestens 3000 Euro netto waren es schon 16 Prozent.

Ein Ergebnis erstaunt aber: Gerade die Jüngeren zeigen sich Goldinvestments gegenüber aufgeschlossener. Während die vier von fünf der mindestens 60-Jährigen Goldinvestments ablehnt, tun dies in der Gruppe der bis zu 29-Jährigen nur 62 Prozent.

Offenbar hat diese Gruppe weniger Sorgen wegen starker Goldpreiskapriolen und dem Ausbleiben einer sicheren Rendite. Denn seinen Ruf als sicherer Hafen hat Gold vor allem, weil es auch in wirtschaftlich düsteren Zeiten und beim Zusammenbruch von Währungen immer noch von hohem Wert ist, weil Gold nicht vermehrbar, knapp und damit handelbar ist – anders als das Geld der Notenbanken, das diese endlos weiterdrucken können.

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