Währungsturbulenzen Yen wird zum sicheren Hafen

Währungen von Schwellenländern wie Argentinien und der Türkei hatten vergangene Woche stark an Wert verloren – das gibt dem Yen nun einen gewaltigen Schub. Der Kurs steigt und steigt.

Der Dollar fiel auf den tiefsten Kurs seit Anfang Dezember.

Die wirtschaftlichen Turbulenzen in einigen Schwellenländern und der Abzug von Kapital aus diesen Märkten hat am Montag zu einem deutlichen Anstieg des Yen-Kurses geführt. Der Dollar sank im Verhältnis zur japanischen Währung auf ein Sieben-Wochen-Tief. Die Anleger suchten wegen der Unsicherheiten in Ländern wie China und Argentinien den Yen als sicheren Hafen.

Der Dollar fiel auf 101,77 Yen, der tiefste Kurs seit Anfang Dezember. "Der Markt hat definitiv die Schwellenländer im Blick, besonders die schwachen", sagte Jeffrey Halley, Devisenhändler bei Saxo Capital Markets in Singapur. Er gehe aber davon aus, dass der Dollar bei etwa 101,80 Yen zunächst eine Unterstützungslinie haben werde.

Währungen von Schwellenländern wie Argentinien und der Türkei hatten vergangene Woche stark an Wert verloren. Dies hatte Anleger verunsichert und die Furcht vor einer großen Finanzkrise geschürt.

Der Euro stieg im fernöstlichen Handel auf 1,3686 Dollar. Die Schweizer Währung notierte bei 0,8947 Franken je Dollar und 1,2244 Franken je Euro.

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Der schwache Yen hat der Exportnation Japan ein Rekord-Defizit in der Handelsbilanz eingebrockt. Vor allem teurere Energie-Importe machten dem Land zu schaffen, auch weil die Regierung nach der Fukushima-Katastrophe zahlreiche Atomkraftwerke vom Netz genommen hat. Unter dem Strich lag der Fehlbetrag bei 11,47 Billionen Yen (knapp 82 Milliarden Euro), das sind zwei Drittel mehr als 2012, wie das Finanzministerium am Montag mitteilte. Angesichts des dritten Defizits in Folge kommen nun zunehmend Fragen auf, wie Japan seine ausufernde Staatsverschuldung von mehr als 7,3 Billionen Euro finanzieren kann.

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