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Wald, Gold, Immobilien Wie Millionäre gegen Vermögensschwund kämpfen

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Aktien für Traditionalisten

Multi Opportunities

Die Privatbank Metzler bleibt bei ihrer traditionellen Aufteilung und bietet als Sachwerte nur liquide Aktien, die in den Kundendepots um Anleihen und Zinsanlagen ergänzt werden. "Wir haben eine klare Struktur", sagt Konrad. Dafür musste er sich schon mal belächeln lassen, werde aber auch immer wieder beklatscht habe aber auch Anerkennung erfahren. Allen Scherereien Problemen mit Zertifikaten oder geschlossenen Schiffs-, Solar- oder Windkraftbeteiligungen ist die Privatbank entgangen. Die Metzler-Banker lassen sich nicht durch neue Anlagetrends verführen. Die Disziplin, einmal getroffene strategische Entscheidungen durchzuhalten, verlangt erwartet das Haus aber möglichst auch von den Kunden.

Banker und Kunden haben sich aber der neuen Realität angepasst. "Die Bereitschaft, in Aktien zu investieren ist gestiegen", sagt Konrad. Dabei verunsichere die Kunden auch der Dax-Höhenflug mit seinen 8000 Punkten nicht. Vielen sei inzwischen klar, dass Staaten keine sicheren Häfen mehr sind: "Siemens hat zwei Weltkriege überstanden, während manche Staatsanleihen nicht immer voll nicht zurückgezahlt wurden", sagt Konrad. In allen Depots sei mittlerweile fast der maximal mögliche Aktienanteil erreicht.

Wie wohlhabende Deutsche ihr Geld anlegen

Wald für Generationen

Deutsche Investoren sind noch immer verrückt nach Wald als Geldquelle, obwohl die nicht liquide ist, Stürmen und Umweltverschmutzung trotzen muss. Weil deutscher Wald teuer ist, guckt man sich in Südamerika, Neuseeeland oder Nordamerika um und diversifiziert. Die Rendite wächst langsam, und möglichst über Generationen. Bäume fallen nicht um, wenn die Börse bebt. Allerdings gibt es kaum solide Anbieter, die kleineren Vermögen den Zugang zu Agrar- und Forstflächen bieten.

Goldbarren fürs Schließfach

Trotz des gesunkenen Goldpreises erwartet Kempcke, dass der Trend zum Gold anhalten wird, insbesondere, da es in Ländern wie Spanien und Frankreich schon Bestrebungen gab, den Kauf von Gold zu beschränken auf maximal 500 Euro pro Monat. Er rät seinen Mandanten zu einem Anteil von zehn Prozent Gold. Einen Teil des Goldes sollte man physisch in einem Schließfach lagern, um durch den unmittelbaren Zugriff den Sicherheitsnutzen zu verstärken.

Immobilien für die Ferien

In guten Lagen seien Immobilienrenditen von mehr als zwei Prozent kaum zu erzielen, sagt Kempcke. Daher steigen die Mandanten von Spudy & Co. inzwischen auch in die Mezzanine-Finanzierung bei Immobilienprojekten ein. Ihr Geld kommt ins Spiel, wenn bei einer Projektentwicklung neben Bankkredit und Eigenkapital noch eine Lücke klafft. Durch seit langem bestehende Netzwerke zu Projektentwicklern sei man in der Lage die Bonität und Leistungsfähigkeit der Geschäftspartner zu beurteilen, so Kempcke. Die meisten Reichen sind mit Immobilien bereits gut bestückt. Wem es noch in Asien an Betonsubstanz fehlt, der diversifiziert mitunter auch mal über Immobilienaktienfonds sein Portfolio. Sehr traditionell blieben die reichen Deutschen Mittelständler allerdings bei der Wahl ihrer selbst genutzten Ferienimmobilien: "Gefragt bleiben traditionell Mallorca, Sylt oder St. Moritz", sagt Focam-Manager Querg. Die künstlichen Palmeninseln vor Dubai oder die französische Antilleninsel St. Barth sind manchen dann offenbar doch zu abgehoben.

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