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Wald, Gold, Immobilien Wie Millionäre gegen Vermögensschwund kämpfen

Wie schaffen es reiche Familien, ihre über Generationen geschaffenen Vermögen zu erhalten? Wo finden sie jetzt ihre Fluchtburgen? Ein Blick auf die Anlagestrategie der verschwiegenen Family-Offices.

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Mitglieder namhafter Unternehmerfamilien warten nicht an der Warteschleife eines Call-Centers und müssen die Experten nicht mit unbekannten Anlegern teilen. Quelle: Fotolia

Den direkten Draht zum Chefanleger haben nur wenige: Als die Meldung über die Verstaatlichung der niederländischen SNS-Bank am 1. Februar die Runde machte, hatte Thorsten Querg, Chief Investment Officer beim Multi-Family-Office Focam gleich einen Mandaten am Telefon. Der Unternehmer wollte von ihm wissen, wie sich die Rettungsaktion auf seine Geldanlage auswirkt. Mit der Frage landete er direkt auf dem Apparat von Querg.

Dass sind die Privilegien der Anleger, die sich alles leisten können und sich auch für ihre Vermögensanlagen besondere Hilfe gönnen. Bei Focam haben Mitglieder namhafter Unternehmerfamilien eine gemeinsame Anlaufstelle für ihre Geldanlagen. Dort werden sie nicht in der Warteschleife eines Call-Centers vertröstet und müssen die Experten nicht mit unbekannten Anlegern teilen.

Starke Unsicherheit auch unter den Reichen

Alle eint die Sorge um ihr Vermögen und darüber tauschen sie sich im vertrauten Kreis aus. Geldanlagethemen sind in den Zirkeln nicht tabu. Jeder hat einige Millionen, es gibt keinen Wettbewerb um die höchste Rendite, aber sie eint das Ziel, für kommende Generationen das Vermögen zu erhalten und noch genug für die karitativen Zwecke übrig zu haben, in denen sich die Reichen der Republik oft engagieren. Doch die politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen machen sie nicht froh: "Die Panik ist gewichen, aber es gibt eine starke Unsicherheit. Dabei ist es nicht mehr die Angst vor einem Bankenkollaps, die unsere Mandanten umtreibt", sagt Randolph Kempcke, geschäftsführender Gesellschafter beim Hamburger Family Office Spudy & Co. Viele glaubten, dass Preissteigerungen ihr Vermögen entwerten könnten. Sie wollen oder hätten die Vermögensallokation meist schon verändert, um sich vor dem schleichenden Geldverzehr durch die negativen Realzinsen zu schützen.

Dabei hat aber jeder Anleger andere Vorstellungen von den Risiken, die er eingehen will und da steht er heute vor einem Dilemma: "Die risikoverringernde Eigenschaft sicherer Anlagen ist zwar weiter vorhanden, wegen der tiefen Zinsen ist der Ergebnispuffer aber deutlich geringer als früher", sagt Ulrich Wernitz, Chefanleger beim Family Office Berlin & Co.. Dadurch werde auch die Vermögensstreuung schwieriger.

Anlegen wie die Multimillionäre

Anlagen verschieben sich Richtung Sachwerte

Verzinst angelegtes Vermögen schrumpft, weil die Zinsen der Bundesanleihen niedriger sind als die Inflationsrate– das ist das Top-Thema in allen Kreisen, ob Lebensversicherer, Erbengemeinschaft oder Unternehmensvermögen. Da letztere ohne gesetzliche Vorgaben anlegen können, verschieben sie ihre Geldanlagen stärker in Richtung Sachwerte – allerdings in unterschiedlichster Ausprägung.

Bei Focam, Spudy sowie Berlin & Co. reicht das Universum von den Aktien über Forstflächen, Gewerbeimmobilien, Gold, Infrastrukturinvestments bis zu Private Equity. Allerdings müssen sich Anleger dann auch mit neuen Gefahren auseinandersetzen. "Der Anleger muss bei vielen Sachwerten einkalkulieren, dass sein Vermögen nicht mehr so liquide ist und mitunter stärker schwankt als in der Vergangenheit, als es in sicheren Bundesanleihen geparkt werden konnte und noch Rendite abwarf", sagt Spudy-Mann Kempcke.

Aktien für Traditionalisten

Multi Opportunities

Die Privatbank Metzler bleibt bei ihrer traditionellen Aufteilung und bietet als Sachwerte nur liquide Aktien, die in den Kundendepots um Anleihen und Zinsanlagen ergänzt werden. "Wir haben eine klare Struktur", sagt Konrad. Dafür musste er sich schon mal belächeln lassen, werde aber auch immer wieder beklatscht habe aber auch Anerkennung erfahren. Allen Scherereien Problemen mit Zertifikaten oder geschlossenen Schiffs-, Solar- oder Windkraftbeteiligungen ist die Privatbank entgangen. Die Metzler-Banker lassen sich nicht durch neue Anlagetrends verführen. Die Disziplin, einmal getroffene strategische Entscheidungen durchzuhalten, verlangt erwartet das Haus aber möglichst auch von den Kunden.

Banker und Kunden haben sich aber der neuen Realität angepasst. "Die Bereitschaft, in Aktien zu investieren ist gestiegen", sagt Konrad. Dabei verunsichere die Kunden auch der Dax-Höhenflug mit seinen 8000 Punkten nicht. Vielen sei inzwischen klar, dass Staaten keine sicheren Häfen mehr sind: "Siemens hat zwei Weltkriege überstanden, während manche Staatsanleihen nicht immer voll nicht zurückgezahlt wurden", sagt Konrad. In allen Depots sei mittlerweile fast der maximal mögliche Aktienanteil erreicht.

Wie wohlhabende Deutsche ihr Geld anlegen

Wald für Generationen

Deutsche Investoren sind noch immer verrückt nach Wald als Geldquelle, obwohl die nicht liquide ist, Stürmen und Umweltverschmutzung trotzen muss. Weil deutscher Wald teuer ist, guckt man sich in Südamerika, Neuseeeland oder Nordamerika um und diversifiziert. Die Rendite wächst langsam, und möglichst über Generationen. Bäume fallen nicht um, wenn die Börse bebt. Allerdings gibt es kaum solide Anbieter, die kleineren Vermögen den Zugang zu Agrar- und Forstflächen bieten.

Goldbarren fürs Schließfach

Trotz des gesunkenen Goldpreises erwartet Kempcke, dass der Trend zum Gold anhalten wird, insbesondere, da es in Ländern wie Spanien und Frankreich schon Bestrebungen gab, den Kauf von Gold zu beschränken auf maximal 500 Euro pro Monat. Er rät seinen Mandanten zu einem Anteil von zehn Prozent Gold. Einen Teil des Goldes sollte man physisch in einem Schließfach lagern, um durch den unmittelbaren Zugriff den Sicherheitsnutzen zu verstärken.

Immobilien für die Ferien

In guten Lagen seien Immobilienrenditen von mehr als zwei Prozent kaum zu erzielen, sagt Kempcke. Daher steigen die Mandanten von Spudy & Co. inzwischen auch in die Mezzanine-Finanzierung bei Immobilienprojekten ein. Ihr Geld kommt ins Spiel, wenn bei einer Projektentwicklung neben Bankkredit und Eigenkapital noch eine Lücke klafft. Durch seit langem bestehende Netzwerke zu Projektentwicklern sei man in der Lage die Bonität und Leistungsfähigkeit der Geschäftspartner zu beurteilen, so Kempcke. Die meisten Reichen sind mit Immobilien bereits gut bestückt. Wem es noch in Asien an Betonsubstanz fehlt, der diversifiziert mitunter auch mal über Immobilienaktienfonds sein Portfolio. Sehr traditionell blieben die reichen Deutschen Mittelständler allerdings bei der Wahl ihrer selbst genutzten Ferienimmobilien: "Gefragt bleiben traditionell Mallorca, Sylt oder St. Moritz", sagt Focam-Manager Querg. Die künstlichen Palmeninseln vor Dubai oder die französische Antilleninsel St. Barth sind manchen dann offenbar doch zu abgehoben.

Exotik mit Mikrofinanz

Die besten Geldmanager Deutschlands
Hendrik Leber Quelle: Presse
Frankfurt Performance Management (Martin Wirth, Manfred Piontke) +47,9 Prozent Platz 2 in der Kategorie "Aktien nach Ertrag"Anlageempfehlungen:Sto: Dämmstoffspezialist, profitiert vom Bau- und Sanierungsboom Sartorius: Laborausstatter, Gewinnziele mehrfach gehoben Leoni: Übernahmegerüchte halten sich hartnäckig, günstig bewertet Norma: Neu in den Portfolios, expandiert erfolgreich nach Asien Freenet: Strategie, auf mehr umsatzstarke Kunden zu setzen, greift „Gute Aktien ziehen weiteres Kapital an, schlechte Anlagen werden trotz Liquiditätsschwemme weiter vor sich hindümpeln“, formuliert Martin Wirth sein derzeitiges Anlage-Credo. Deswegen ist dem Spezialisten für kleine deutsche Aktien auch nicht bange, dass dem seit 2009 schon steigenden Markt bald die Puste ausgehen könnte. „Wer eine Wahl hat zwischen Aktien und Bonds und keinen strengen Regeln unterliegt, wird weiterhin zur Aktie greifen, denn dort bekommt er einen flüssig handelbaren, inflationsgeschützten Sachwert, der im Bestfall auch noch eine regelmäßige Rendite abwirft.“ Wirth und Piontke bevorzugen Aktien von Mittelständlern aus der näheren Umgebung, von denen sie sich vor Ort ein genaues Bild machen können. In den Fonds – individuell betreute Großkunden spielen bei ihnen eine Nebenrolle – halten sie nur deutsche Aktien. „Die kennen wir, die können wir einschätzen.“ Quelle: Klaus Weddig für WirtschaftsWoche
Stephan Simmroß Quelle: Presse
Jens Ehrhardt Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche
Bert Flossbach Quelle: LAIF/Thomas Rabsch
Tim Schmiel Quelle: Frank Beer für WirtschaftsWoche
Michael Demmel, hadi Saidi, Rüdiger Fries Quelle: Andreas Chudowski für WirtschaftsWoche

Bei Berlin & Co. liebäugelt Chefanleger Wernitz mit dem Einsatz von Managed Futures. In den vergangenen Jahren überzeugte diese Hedgefondsklasse nicht, die schnell und in großem Umfang mit Derivaten wie Futures und Optionen auf eine Vielzahl von Märkten wettet. Unter dem Aspekt Diversifizierung sei sie aber interessant, meint Wernitz. Auch Mikrofinanzfonds sowie Katastrophenanleihen, so genannte Cat-Bonds, gehören für ihn aufgrund ihrer guten Diversifikationseigenschaften in ein vernünftig gestreutes Depot. Bei Cat-Bonds ist der Gläubiger eine Art Rückversicherer: Er bekommt sein Geld zurück, wenn das versicherte Ereignis, wie beispielsweise ein Erdbeben, nicht eintritt. "Die exotischen Investments sind keine Show, sondern dienen dazu, um überhaupt noch höhere Renditen zu erzielen und dabei die Verlustgrenzen, die Anleger vorgeben, nicht zu reißen", sagt Wernitz. Im Notfall hilft aber alle Diversifikation mitunter nicht. Dann bleibt bei rutschenden Kursen auch ihm nur noch der harte Cut durch Stopp-Loss.

Mit Millionären in einem Fonds

So exklusive, wie viele glauben, ist die Family-Office-Gemeinschaft nicht mehr. Viele bieten inzwischen Investmentfonds, mit denen sich jeder an der Vermögensallokation wohlhabender Familien oder erfolgreicher Unternehmen beteiligen kann. Verwehrt bleibt ihnen allerdings der direkte Draht zu den Experten und sie werden kaum einen Platz in einem der Anlageausschüsse oder Beiräte ergattern, um in dem elitären Zirkel mitzureden. Sehr günstig sind diese Fonds auch nicht, die mitunter jährliche Gebühren um die zwei Prozent vom Vermögen abziehen. Diese Höhe ist aber auch bei herkömmlichen Publikumsfonds inzwischen keine Ausnahme mehr.

Focam bietet ebenso wie Berlin & Co. zwei selbst gemanagte Mischfonds. Da sie als Publikumsfonds mit den gleichen Kriterien gemessen werden wie alle anderen Portfolios, ist täglich die Performance sichtbar und damit auch der Erfolg oder der Misserfolg des Managers.

Der Focam-Fonds hatte bei einem Waldinvestment kürzlich hohe Ankaufkosten zu tragen, die die Fondsperformance belasteten und den Fonds in Ranglisten ebenso zurückwarfen wie Gold- und Währungspositionen. Langfristig als Alternative zu Anleihen sollte sich das Waldinvestment bewähren und Gold einen Inflationsschutz bieten, erwartet Querg. Und gewöhnlich kann er sich auf die Geduld seiner Kunden verlassen: Wenn ein Fonds keine Bestnoten von Ratingagenturen bekommt und nicht in den Rankings oben steht, bleiben sie trotzdem treu. "Risikoparameter wie maximaler Verlust und Volatilität sind wichtige Kennzahlen bei der Beurteilung, es geht nicht nur um die Rendite", sagt Querg.

Gestandene Verwalter für anspruchsvolle Kunden

Diese Fondsmanager schaffen Traumrenditen
Platz 20: Moritz Schildt und Claus TumbrägelBeide managen einen Euro-Rentenfonds, den NORDIX RENTEN PLUS (DE000A0YAEJ1). Performance 2012: 23,60 Prozent Fünfjahres-Performance: nicht verfügbar Outperformance unter Euro-Rentenfonds: 15,35 Prozentpunkte Einschätzung des Managements: „In 2012 ist unsere Strategie aufgegangen: Wir waren davon überzeugt, dass die Kursabschläge auf Nachranganleihen großer Banken übertrieben sind – die Vorboten einer Überwindung der Euro-Krise, die systemische Relevanz des Bankensektors und schließlich auch der Anlagedruck großer Investoren haben sehr erfreuliche Kursgewinne ermöglicht. Auch in 2013 werden wir unseren Kurs als „Bondpicker“ beibehalten und unterbewertete Anleihen suchen: Wir sehen unverändert Chancen bei Nachranganleihen aus dem Finanzsektor und finden immer wieder interessante Einstiegsmöglichkeiten bei Emissionen, die kleinere Volumina haben oder zum Beispiel wegen eines Kündigungsrechtes oder eines strukturierten Kupons von anderen Fonds vernachlässigt werden. Um auf dem aktuellen Zinsniveau noch eine Überrendite erzielen zu können, muss man bereit sein, sich auch mit Spezialitäten unter den Anleihen zu beschäftigen und auch einmal den Prospekt genau lesen. Die 2012er Performance von mehr als 20 Prozent werden wir im aktuellen Marktumfeld schwerlich wiederholen können – Das Renditeziel bleibt aber bei 7% und wir werden dieses Ziel auch in 2013 mit Direktinvestments in interessante Euro-Anleihen verfolgen - ohne Einsatz von Leverage, ohne Fremdwährungswetten, ohne Hedging und ohne Beimischung von Schwellenländerrisiken.“            Datenquelle für die Performance: Feri EuroRating Services AG, eigene Berechnungen
Platz 19: Edwin LugoDer Profi von Franklin Templeton managt den Franklin Global Small-Mid Cap Growth A (acc) USD (LU0144644332). Performance 2012: 23,67 Prozent Fünfjahres-Performance: 6,30 Prozent pro Jahr Outperformance in der Kategorie Aktien Welt Mid/Small Caps: 9,35 Prozentpunkte Outperformance über fünf Jahre: 7,60 Prozentpunkte Anlageziel dieses Fonds ist das Kapitalwachstum. Der Fonds investiert vornehmlich in Wachstumswerte mit geringer und mittlerer Marktkapitalisierung von Unternehmen mit Sitz in den Industrieländern auf der ganzen Welt. Fondsvolumen: 104 Millionen US-Dollar. Auflegungsdatum: 15.04.2002
Platz 18: Jean-Jacques DurandManager des Edmond de Rothschild Emerging Bonds C (FR0007021050). Performance 2012: 23,80 Prozent Fünfjahres-Performance: 8,56 Prozent pro Jahr Outperformance in der Renten Emerging Markets: 8,35 Prozentpunkte Underperformance über fünf Jahre: -0,82 Prozentpunkte Klassifizierung: „Rentenpapiere und andere internationale Forderungspapiere“Ziel: den Referenzindex, den Index JP Morgan EMBI Global Index (abgesichert in Euro), über den empfohlenen Anlagehorizont zu übertreffen. Dies soll mit einer diskretionären Verwaltung von Titeln aus sämtlichen Rentenmärkten der Schwellenländer erreicht werden.
Platz 17: Jürg NagelEr und sein Team managen den MIV Global Medtech Fund P1 (LU0329630999) Performance 2012: 24,02 Prozent Fünfjahres-Performance: nicht verfügbar Outperformance unter Aktien Gesundheitswesen Welt: 8,97 Prozentpunkte Kommentar des Management: „Das fünfköpfige (6 inkl. Assistentin), langjährige Team der MIV Asset Management AG besteht aus sehr erfahrenen Finanz- und Medizintechnikanalysten. Wir konzentrieren uns zu 100 Prozent auf die Verwaltung des MIV Global Medtech Fund, einem Anlagefonds der weltweit in Aktien kotierter Gesellschaften der Medizintechnik investiert. Das heißt, wir halten keine anderen Mandate, sondern managen "nur" diesen einen Fonds! Die intensive, globale Primäranalyse der attraktivsten Märkte und Unternehmen in der Medizintechnik ist die Basis für die Anlageentscheide und damit das diversifizierte Portfolio des Fonds. Das aktuelle Fondsvermögen beträgt 285 Millionen Euro.“ Ausblick: „Dank struktureller Wachstumstreiber bietet die Medizintechnik in jedem wirtschaftlichen Umfeld ein attraktives Anlageuniversum. Unsere Beteiligungen sind überwiegend hochprofitabel, generieren hohe Cashflows und verfügen über solide Bilanzstrukturen. Zudem ist die Bewertung nach wie vor attraktiv.“
Platz 16: Peter PechelManager des ISP International Stock Picking Fund (LU0046899927) Performance 2012: 24,18 Prozent Fünfjahres-Performance: -4,35 Prozent pro Jahr Outperformance in der Kategorie Aktien Welt: 13,17 Prozentpunkte Underperformance über fünf Jahre: -2,33 Prozentpunkte Strategie 2012 „Mit einer sehr optimistischen Positionierung befanden wir uns am Jahresanfang angesichts der Finanzkrise in Europa klar in der Minderheit. Das zurückliegende Jahr hat uns in dieser Einschätzung, wie auch in der strategischen Ausrichtung des Fonds, bestätigt. Es hat sich also im Jahresverlauf gelohnt, nicht zu sehr der Tagespolitik und Konjunkturprognosen zu folgen, sondern eher ruhig zu bleiben und im Zweifel gar nichts am Portfolio zu ändern. Die Zeit war für die Unternehmensanalyse besser verwendet. Der ISP hat sich bei der Aktienauswahl auf deutsche und europäische Qualitätsaktien konzentriert.“ Ausblick  2013„Beim Blick voraus gibt es handfeste Gründe, auch nach dem guten Jahr 2012 ein Plädoyer für die Aktie zu halten. Da wären zum ersten die Bilanzen der Unternehmen, die viel besser sind als die der Staaten. Die Aktienbewertungen sind günstig, so sind beispielsweise die Dividendenrenditen von vielen Dax- und MDax-Werten mehr als doppelt so hoch wie die Renditen der Bundesanleihen. Institutionelle Anleger, wie Versicherungen und Pensionskassen, aber auch Privatanleger sind unterinvestiert in Aktien, gleichzeitig sind aber die Alternativen wenig rentabel. Das Bevölkerungswachstum in den asiatischen Ländern wird am besten über Exportweltmarktführer gespielt. Die Konjunkturaussichten sind derweil gut. In den USA scheint der Wachstumsmotor anzuspringen, die chinesische Regierung tut alles, die Wirtschaft zu beleben und selbst in Europa gibt es vermehrt positive Signale. Es könnte sich also als ein großes Risiko herausstellen, im Jahr 2013 nicht in Aktien investiert zu sein. Der ISP behält seinen Fokus auf deutsche und europäische Aktien zunächst bei, hat allerdings einige Gewinne bei besonders erfolgreichen Positionen mitgenommen und dafür andere attraktive Titel aufgestockt.“  
Platz 15: Kay-Peter TönnesManager des Antecedo Independent Invest A (DE000A0RAD42). Performance 2012: 25,80 Prozent Fünfjahres-Performance: nicht verfügbar Outperformance im Bereich „Absolute Return Multi Strategy mit Verlusttoleranz“: 15,35 Prozentpunkte Information des Fondsmanagements: „Der Antecedo Independent Invest ist ein Absolute-Return-Fonds, der auf die Erzielung eines überdurchschnittlichen Wertzuwachses ausgerichtet ist, wobei gleichzeitig bei stark schwankenden Finanzmärkten als Sicherheitsstrategie der Werterhalt im Vordergrund wird, was sich bei stark schwankenden Finanzmärkten für die Anleger als außerordentlich wertvoll erweist. Langfristig wird eine Zielrendite von 6% p.a. über der Verzinsung am Geldmarkt angestrebt. Natürlich ist der Fonds nicht gegen alle Unwägbarkeiten an den Finanzmärkten gefeit. Bislang konnten zeitweilige Rückgänge des Anteilswerts aber jeweils in relativ kurzer Zeit wieder aufgeholt werden. Es gilt die Vorgabe, dass der Independent Invest im Extremfall binnen 12 Monaten jegliche Verluste ausgeglichen und ein neues Allzeithoch im Anteilswert erreicht haben soll. Das Basisinvestment des Antecedo Independent Invest besteht zu etwa 70 Prozent des Kundenvermögens aus kurz laufenden Anleihen hoher Bonität und zu etwa 30 Prozent aus der Options- und Handelsstrategie. Damit hat der Fonds seit Auflegung im Januar 2009 bis Ende 2012 p.a. 10,39 Prozent zugelegt.“ 
Platz 14: Béryl Bouvier di NotaManagerin des Amundi Fds Equity Euroland Small Cap - AE (C) (LU0568607203). Performance 2012: 29,11 Prozent Fünfjahres-Performance: -1,07 Prozent pro Jahr Outperformance in der Kategorie Aktien Euroland Mid/Small Caps: 6,33 Prozentpunkte Outperformance über fünf Jahre: 1,59 Prozentpunkte Kommentar des Fondsmanagements: „Wir sind Stock-Picker. Unser Anlagestil ist es, auf jede Gesellschaft zu schauen, die in der Lage sein könnte, ein Wachstum des Gewinns je Aktie zu liefern. Die Ursache kann eine machtvolle Wachstumsstory sein, aber auch in spezifischen Faktoren liegen, wie eine gute Umsetzung eines Turnarounds oder der Wechsel des Managements. 2012 wurde die Performance des Fonds maßgeblich getrieben von Gesellschaften wie Wirecard in Deutschland.“

Überheblichkeit kann sich allerdings keiner der Experten bei der anspruchsvollen Klientel leisten. Deshalb nehmen Kempckes, Querg und Wernitz wiederum die Expertise gestandener Vermögensverwalter und Fondsmanager in Anspruch. Der Kölner Vermögensverwalter Bert Flossbach sowie Jens Ehrhardt aus Pullach sind in allen Family Offices gern gesehene Strategen, deren Investmentfonds durchaus auch in die Depots der Reichen wandern. Spudy & Co. setzt beispielsweise für asiatische Anleiheinvestments auf die japanischen Experten von Nomura, bei Unternehmensanleihen auch auf die Stuttgarter Fondsboutique Zantke Asset Management, die sich auf dieses Thema mit zwei Investmentfonds spezialisiert hat.

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Querg hat 150 Investmentfonds-Manager auf dem Radar, darunter auch den DWS Dividendenexperten Thomas Schüssler, der den DWS Top Dividende managt - ein wenig elitäres Produkt. "Weil unsere Kunden mit der Weltwirtschaft vertraut sind, haben sie ein großes Interesse an Schwellenmärkten", sagt Querg. Auch in die noch weniger abgegrasten kleineren Frontier Markets Afrikas oder Lateinamerikas investieren die Reichen der Welt ohne Scheu.

Das US-Fondshaus Franklin Templeton hat den Vorteil, dass sie mit dem Fondsmanager Carlos Graf von Hardenberg einen Sohn aus gutem Hause mit bekanntem Namen zur vermögenden Klientel schicken können. Hardenberg sucht selbst in unwirtlichen Gegenden wie Nigeria und Kolumbien nach Aktieninvestments für den Templeton Frontier Markets-Fonds. Er kann von Abenteuern berichten, ist aber auch parkettsicher. Im Fonds arbeitet er für alle gleich - ob sie 50 Euro oder 50 Millionen anlegen.

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