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Weg von Emerging Markets Diese Trends dominieren 2014 die Fondsbranche

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Wegen des aktuellen Zinsumfelds sind nicht nur Privatanleger unter Zugzwang. Auch die großen Fondsgesellschaften müssen ihre Strategie ändern. Für 2014 setzen die Investoren auf Aktien. Von den Emerging Markets lassen sie allerdings die Finger. Investitionsziele sind Deutschland, Europa und die USA.

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Was Experten für den Kapitalmarkt 2014 erwarten
Jeden Winter veröffentlichen die internationalen Banken ihren Kapitalmarktausblick für das kommende Jahr: Wie entwickeln sich einzelne Währungen, Staatsanleihen, die Inflation, das Wirtschaftswachstum einzelner Länder und Wirtschaftsregionen oder die Leitindizes. Als Rückversicherung geben viele Geldhäuser neben ihren Prognosen aber auch gleich noch mit an, dass natürlich alles ganz anders kommen kann. So gab beispielsweise der Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg, Uwe Burkert, zum Abschluss seines Kapitalmarktausblickes zu, dass gleich ein ganzes Bündel möglicher Gefahren die Zuversicht der Investoren ins Wanken bringen und sämtliche Aktienprognosen über den Haufen werfen könnte. So könnte die Angst vor dem Platzen von Preisblasen an den Finanzmärkten für Verunsicherung sorgen. Im Folgenden also die Analystenprognosen - wie immer ohne Gewähr. Quelle: Fotolia
Aktienprognose von SchroedersDie Experten der britischen Vermögensverwaltung Schroeders gehen davon aus, dass europäische Aktien auch 2014 ein starkes Aufwärtspotenzial haben. "Ein verbessertes Ertrags-Momentum dürfte als nächster Impulsgeber für einen Aufschwung bei europäischen Aktien dienen", sagt Rory Bateman, Leiter britische und europäische Aktien bei Schroders. Für ihn ist im kommenden Jahr ein Stockpicking-Ansatz der Schlüssel zum Erfolg, um die Gewinner unter den europäischen Werten zu ermitteln. "Anleger sollten sich nun darauf konzentrieren, zwischen den verschiedenen Grautönen innerhalb des europäischen Marktes zu unterscheiden. Allgemeingültige Anlagestrategien für bestimmte Sektoren oder Ländern sind nämlich nicht mehr angebracht. 2014 wird für den europäischen Aktienmarkt ein Jahr der Einzeltitelauswahl", ist der europäische Aktienexperte überzeugt. Er rät beispielsweise zu Papieren von Unternehmen aus dem Lebensmittel- und Getränkesektor sowie zu Konsumgüterherstellern. Quelle: Screenshot
Schroeders zur Entwicklung bei den BankenMit Blick auf die viel befürchtete Bankenkrise in Europa kann Bateman beruhigen: „Das Risiko einer systemischen Bankenkrise in Europa ist praktisch nicht mehr vorhanden. Die Banken in der Region haben den Fremdkapitalanteil und die Risikopositionen in ihren Bilanzen abgebaut und geben Aktien aus. Der Sektor ist also auf dem richtigen Weg, um die in Basel III festgelegte Kernkapitalquote von zehn Prozent bis Ende 2013 umzusetzen – weit vor der gesetzlich vorgesehenen Frist.“ Außerdem werde die Europäische Zentralbank (EZB) 2014 die Vermögensqualität im Bankensektor prüfen. Und auch wenn einzelne Banken vermutlich zusätzliches Kapital benötigen werden, geht der europäische Aktienexperte davon aus, dass das Vertrauen damit nicht nur wiederhergestellt, sondern auch signalisiert werde, dass die europäischen Banken kein systemisches Risiko mehr darstellen. Während spanische Banken aufgrund von Immobilienkrediten mit Schwierigkeiten zu kämpfen hätten, würden notleidende Kredite auch den italienischen Banken gewisse Unsicherheiten bescheren. Quelle: dpa
DAX-Prognose der TargobankDer Targobank-Chefvolkswirt Otmar Lang blickt optimistisch in das kommende Börsenjahr: „Wir sehen für den DAX ein Rückschlagpotenzial bis 8.300 Indexpunkte, erwarten ihn aber zum Jahresende 2014 bei rund 10.700 Zählern“, sagt er. Obwohl der deutsche Leitindex in den letzten zwei Jahren gut 30 Prozent zugelegt habe, sei er noch nicht überwertet. "Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt in der Nähe der langfristigen Durchschnitte", so Lang. Die große Skepsis der Vergangenheit, die sich in sehr niedrigen Bewertungen niederschlug, sei in hoffnungsvolle Erwartungen umgeschlagen. Quelle: obs
Rohstoffausblick der TargobankBei den Rohstoffmärkten werde sich auch 2014 nicht viel tun, so Lang. Jedenfalls lasse die Aufwärtsbewegung weiter auf sich warten. Quelle: dpa
Targobank zur Inflation und GeldpolitikChefvolkswirt Lang geht davon aus, dass die US-Notenbank FED unter neuer Führung eine Wende in der Geldpolitik einleiten, aber sehr, sehr viel Augenmaß walten lassen wird. "Die Notenbanken werden ihre Geldpolitik nur ändern, wenn die Konjunktur anzieht." Es sei dennoch möglich, dass die FED im Laufe des zweiten Quartals 2014 ihr Anleihen-Ankauf-Programm reduziere. Und weiter: "Je lockerer die europäische Geldpolitik wird, desto fester notiert der Euro." Der Glaube an mögliche Wunderwaffen der EZB und vor allem an den "Magier" Draghi erstaune, solle aber nicht beiseite gewischt werden. "Wir sind skeptisch, ob ein Zurückfahren der lockeren Geldpolitik, womit im ersten Halbjahr 2014 gerechnet werden sollte, in den USA wirklich einen stärkeren Dollar bedingt. Das gilt umso mehr, wenn Europa sich 2014 aus der Rezession befreien kann." Inflation spielt Lang zufolge 2014 keine Rolle. "Es ist sogar möglich, dass sich der Preisauftrieb für den gesamten Euroraum der Null-Linie nähert", prognostiziert er. "Das wird der EZB nicht gefallen." Auch die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit in den europäischen Südländern dürfte sie beunruhigen. Quelle: REUTERS
Targobank zur Weltkonjunktur und den Anleihemärkten"Die Weltkonjunktur wird sich in den kommenden sechs Monaten nur langsam erholen", sagt Lang. "Belebungseffekte gehen von den USA aus, aber weiter nur sehr verhalten von den Emerging Markets." So werde die chinesische Wirtschaft erst in der zweiten Hälfte 2014 Fahrt aufnehmen. Europa könne sich zwar aus der Rezession befreien, doch ein konjunktureller Aufwärtstrend werde sich frühestens Mitte 2014 herausbilden. "Deutschland kann mit positiven Wachstumsraten rechnen", glaubt der Experte. An den Rentenmärkten haben "Südeuropäische Anleihen Kurspotenzial, weil es der Politik gelingen sollte, die Euro-Krise weiter einzudämmen", sagt Lang. "Die jüngsten, wenn auch nur marginalen Rating-Verbesserungen für Griechenland und Spanien, sind Vorboten einer Stabilisierung in der Eurokrise." Das Schwerpunktinvestment der Targobank blieben aber dennoch Unternehmensanleihen mit kürzeren Laufzeiten. Quelle: dpa

Die Krise ist vorbei, es geht zurück zu den guten, alten europäischen und amerikanischen Werten: Im kommenden Jahr wollen sich die großen Fondsgesellschaften von den Emerging Markets und Asien fernhalten und statt dessen in deutsche, amerikanische und europäische Aktien investieren. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Feri EuroRating Services AG, die WirtschaftsWoche Online exklusiv vorliegt. Feri, eines der führenden europäischen Häuser für Investmentresearch und Rating, hat 64 Fondsgesellschaften zu ihren Anlagezielen und Erwartungen für das kommende Jahr befragt.

Die wichtigsten Fondstypen im Überblick

Die Erwartungen für die Entwicklung bei Aktien sind sehr positiv, dafür eher gering auf der Rentenseite, wie Christian Michel von Feri EuroRating Services sagt. Auch von Geldmarkttiteln, also Schatzwechseln, Schuldscheinen oder Anleihen mit kurzer Laufzeit, erwarten die Profianleger im nächsten Jahr nicht allzu viel. Mehr als 90 Prozent der Fondsgesellschaften halten das Absatzpotenzial dieser Anlageklasse 2014 für schwach bis sehr schwach, bei den Renten sind es gut 50 Prozent. Bei Aktien sagten dagegen 70 Prozent der Befragten, dass sie mit einer guten Entwicklung rechnen, weitere 30 Prozent sprachen sogar von sehr guten Entwicklungen. In puncto Aktien sind "die meisten Fondsverwalter extrem bullish eingestellt", bestätigt der Teamleiter für Fonds & Zertifikate bei Feri. Bei dem aktuellen Zinsumfeld ist das sicher kein Wunder.

Deutsche trauen Aktienfonds nicht

Dennoch haben die Deutschen offenbar weiterhin Angst vor Aktien und Aktienfonds: Das legen zumindest die aktuellen Zahlen des Fondsverbandes BVI nahe. Allein im Oktober 2013 verzeichneten Aktienfonds demnach Mittelabflüsse in Höhe von 2,3 Milliarden Euro. Seit Januar entzogen Anleger den Fonds mehr als sechs Milliarden Euro. Das entspricht laut BVI rund drei Prozent des gesamten Fondsvolumens.

Allein Dekafonds verzeichnete Abflüsse in Höhe von 400 Millionen Euro. Bei DWS Investa, einem anderen Branchenriesen, holten sich die Investoren Anteile im Wert von 300 Millionen Euro zurück. Und das, obwohl die Börsenkurse derzeit nur eine Richtung kennen: nach oben. Und ein Ende der langen Rekordrally ist aus Sicht vieler Bankhäuser nicht in Sicht. Die Deutsche Bank traut dem Dax im Jahr 2014 einen Anstieg bis auf 11.000 Punkte zu.

Hoffnung macht das Anlegerbarometer von Union Investment, einer repräsentativen Befragung deutscher Finanzentscheider. Demnach glauben nicht nur Profianleger, sondern auch kleine Investoren an steigende Börsenkurse (36 Prozent).

Mit fallenden Kursen rechnen 23 Prozent der Sparer. Die Gruppe der Optimisten setzt sich dabei zusammen aus zwei Prozent, die von stark steigenden Notierungen ausgehen und 34 Prozent, die an leicht steigende Aktienmärkte glauben. Diese Einschätzung deckt sich mit der Einschätzung der Experten von Union Investment: „Die Zentralbanken verfolgen immer noch eine Politik des billigen Geldes. Das internationale Wirtschaftswachstum verleiht den Aktienmärkten zusätzlichen Rückenwind." Wenn die Fondsgesellschaften Glück haben, können sie sich also im kommenden Jahr auf Mittelzuflüsse freuen.

Bei den geografischen Investitionszielen sind sich die Fondsgesellschaften einig: Die Mehrheit der Häuser setzt auf Papiere aus Deutschland, Nordamerika, und Europa. "Derzeit sind die entwickelten Märkte deutlich attraktiver, nach dem Boom auf den Emerging Markets kommt das Anlegeverhalten einfach wieder in Balance", sagt Michel von Feri EuroRating.

Nur wenige glauben noch an Asien

Hier ist die Luft raus
ChinaChinas Wirtschaft wuchs im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 7,7 Prozent, das war weniger als im Vorquartal und blieb auch unter der Analystenprognose von acht Prozent. "Die allseits erhoffte Beschleunigung der wirtschaftlichen Aktivität in China blieb trotz großzügiger Kreditvergabepolitik aus", sagten Experten. Nun mehren sich die Sorgen, dass die asiatische Konjunkturlokomotive an Schwung verliere, erklärten die Analysten der National-Bank die Reaktion an den Finanzmärkten. Das schwächere Wirtschaftswachstum Chinas hat bereits die Anleger an den Finanzmärkten vergrault, Verschärfungen im Immobiliensektor und eine höhere Inflation führten zu einem Kursrückgang chinesischer Aktien. Moody's senkte den Ausblick für die Chinas Kreditwürdigkeit von positiv auf stabil, woraufhin sich Kupfer und Öl deutlich verbilligten, da Investoren eine schwächere Nachfrage aus der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt fürchteten. Quelle: Reuters
BrasilienBrasilien war 2012 ein beliebtes Investitionsziel: Anleger brachten insgesamt 65,3 Milliarden Dollar in das lateinamerikanische Land. Trotzdem nahm das Wachstum über das gesamte Jahr 2012 um 0,9 Prozent ab. Nur im letzten Quartal stieg das Wachstum um -1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In den ersten beiden Monaten 2013 gingen daraufhin die Zuflüsse von neun Milliarden Dollar im selben Zeitraum des Vorjahres auf 7,5 Milliarden Dollar zurück. Auch die Kurse brasilianischer Aktien gingen wegen des schwächeren Real, der höheren Arbeitslosigkeit, der Inflation und des relativ geringeren BIP-Wachstums auf Talfahrt. Quelle: dpa
IndienDie Reserve Bank of India (RBI) hat ihre Wachstumsprognose für 2013 von 5,8 Prozent auf 5,5 Prozent gesenkt. Behalten die Experten Recht, wäre das die niedrigste Wachstumsrate seit 2003. Schon 2012 hatte das Bruttoinlandsprodukt unter der schwächelnden Landwirtschaft und der Schwäche im Dienstleistungssektor zu leiden. Das BIP-Wachstum Indiens ging von 5,3 Prozent im dritten auf 4,5 Prozent im vierten Quartal zurück. Hoffnung ruht jetzt auf dem Vorhaben der Zentralbank, die Richtlinien für Banklizenzen an private und öffentliche Gesellschaften zu vereinfachen. Dadurch könnten weitere Banken gegründet werden. Quelle: AP
Südafrika2012 ist die südafrikanische Wirtschaft um 2,5 Prozent gewachsen, nach 3,5 Prozent im Jahr 2011. Die Kapitalzuflüsse ausländischer Investoren (foreign direct investments) nahmen im Jahr 2012 sogar um 24 Prozent ab. Mit Kapitalzuflüssen in Höhe von 4,5 Milliarden Dollar war das das schlechteste Ergebnis seit dem Jahr 2010. Grund für das rückläufige Wachstum und die daraus resultierende Investorenflucht sollen hohe Treibstoffpreise, Inflation, eine Abwertung des Rand sowie eine schwächere Auslandsnachfrage nach südafrikanischen Exporten sein. Dementsprechend senkte die südafrikanische Regierung auch für 2013 die Prognose: Statt 3,0 Prozent soll das BIP nur um 2,7 Prozent wachsen. Quelle: dpa
TürkeiIn der Türkei schwächelt die Binnennachfrage. Das Wirtschaftswachstum im Jahr 2012 betrug nur noch 2,2 Prozent - das ist der niedrigste Wert seit 2009. In den Jahren 2010 und 2011 erzielte die Türkei noch Wachstumsraten von neun Prozent. Quelle: AP
RusslandAuch in Russland fiel das Wirtschaftswachstum auf den niedrigsten Stand seit 2009 zurück: 2012 erreichte das BIP-Wachstum nur 3,4 Prozent. 2011 waren es noch 4,3 Prozent Wachstum gewesen. Analysten hoffen auf die rund 30 Wirtschaftsabkommen, die die russische Regierung mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping geschlossen hat. Energielieferungen und Militärtechnologie könnten die Wirtschaft beider Länder ankurbeln. Quelle: AP
SüdkoreaInsgesamt ist das südkoreanische BIP im Jahr 2012 um zwei Prozent gewachsen - das ist das schlechteste Ergebnis seit 2009. Schuld an der vergleichsweise mauen Entwicklung sind die schwachen Exportzahlen, der unerwartet schwache globale Aufschwung und geringere Investitionen. Auch 2013 soll es nicht viel besser werden: Das Finanzministerium senkte seine Wachstumsprognose von 3,0 auf 2,3 Prozent. Quelle: AP

Schließlich hießen die Lieblinge der Investoren die letzten fünf Jahre lang Asien und BRIC-Staaten. Damit ist aber vorerst Schluss, so der Experte: "Die Performance in Asien und den Emerging Markets waren in den letzten zwölf bis 18 Monaten im Vergleich zu den Entwickelten Märkten eher schwach", sagt er. "Auch bei den Renten ging es in Asien und den Schwellenländern im letzten Jahr um 45 Prozent zurück."

Und auch der MSCI Emerging Markets Index fiel um 1,5 Prozent auf Dollar-Basis zurück. Außerdem gingen einige Schwellenmarktwährungen in die Knie, weil Anleger rund um den Globus negative Auswirkungen von Kapitalabflüssen befürchteten. So ließen viele ihre Finger vom indonesischen Rupiah und dem brasilianische Real und auch aus Indonesien, Thailand, Kolumbien und Peru zogen sich Investoren zurück.

Die Rendite bei Investments in diesen Ländern lag im vergangenen Monat nur noch bei durchschnittlich 1,8 Prozent. Diese Zurückhaltung sei allerdings kein langfristiger Trend, auf den Märkten sei schließlich Bewegung, so Michel.

Deutsche Aktienfonds

Dagegen rechnen nur acht Prozent der Teilnehmer der Fondsumfrage mit schlechten Entwicklungschancen für europäische Titel. 92 Prozent gehen von einem gutem bis sehr gutem Absatzpotenzial aus. Auch bei Papieren deutscher Unternehmen sind die Anlageexperten optimistisch: 82 Prozent rechnen mit einer guten bis sehr guten Entwicklung bei Siemens, Daimler & Co. Und auch den US-Aktien stellen 80 Prozent der Fondsgesellschaften gute bis sehr gute Absatzmöglichkeiten in Aussicht. "Deutschland, Europa und Nordamerika haben stark zugelegt", begründet Michel den plötzlichen Optimismus.

Mark Mobius, 76, fliegt 330 Tage im Jahr für seinen Arbeitgeber, den US-Fondsriesen Franklin Templeton, durch die Welt - um Fonds zu vermarkten und in Schwellenländern Investmentchancen aufzuspüren. Quelle: REUTERS

Andere Fondsmanager sind dagegen weiterhin überzeugt von den Anlagechancen in den Schwellenmärkten. So sagt der berühmte Fondsmanager Mark Mobius von Franklin Templeton Investments, dass sich viele Investoren - vor allem aus Industrienationen - gar nicht darüber im Klaren seien, welchen Einfluss diese Märkte auf die Weltwirtschaft haben. "Es siedeln sich immer mehr Großkonzerne in Schwellenmärkten an und dieser Trend wird sich meiner Meinung nach fortsetzen", so Mobius in seinem Investment-Blog.

Das bestätigt auch Michel von Feri EuroRating: "Das Wachstum findet in den Emerging Markets statt. Das ist beispielsweise für VW oder Daimler toll, die vor Ort produzieren." Er sagt aber auch, dass es bei der Haltung der befragten Fondsgesellschaften nicht darum ginge, "dass die Anleger die Emerging Markets nicht mögen, es geht mehr um einzelne Unternehmen und deren Entwicklung."

Auch die Unternehmens- und Strategieberatung McKinsey glaubt an die Märkte in Asien und Lateinamerika. Laut einer Studie der Berater wird der Anteil an Schwellenmarktunternehmen unter den 500 umsatzstärksten Konzernen der Welt auf über 45 Prozent ansteigen. Im Jahr 2000 betrug er nur fünf Prozent. "Schwellenmarktaktien haben einen größeren Anteil an der weltweiten Marktkapitalisierung als viele ahnen. Sie machen etwa 35 Prozent des Gesamtmarkts aus. Meiner Meinung nach verpassen viele Anleger attraktive Anlagechancen, wenn sie es versäumen diese Trends zu erkennen und ihren Anlagehorizont entsprechend zu erweitern", ist Mobius deshalb überzeugt.

Wenn er sich kurzfristig für asiatische Aktien entscheiden müsste, würde Fondsexperte Michel auf japanische Papiere setzen. "Japanische Aktien sind überraschend gut gelaufen", sagt er. "Japan ist quasi der Phoenix aus der Asche." Das sei deshalb so überraschend, weil sich der japanische Markt so gut entwickelt "und zeitweise 40 Prozent Plus gemacht" habe. Dennoch sei bei den Fondsgesellschaften weiter Optimismus da, dass die positive Entwicklung anhalten werde. So gehen 45 Prozent der befragten Gesellschaften von einem guten Absatzpotenzial der Papiere aus, fünf Prozent rechnen sogar mit sehr guten Chancen.

Fonds setzen auf Immobilien

Hier kaufen die Investoren
StuttgartDie Großstädte stehen auf dem Einkaufszettel der Wohnimmobilien-Investoren ganz oben. 20 Prozent der Banken, Versicherer, Fonds oder anderen professionellen Marktteilnehmern sehen Stuttgart „besonders im Investmentfokus“. 23 Prozent der Befragten nehmen die Landeshauptstadt aber nicht ins Visier. Quelle: DPA
MünchenMünchen gilt schon lange als teuerstes Pflaster Deutschlands. Daran dürfte sich auf Sicht nichts ändern. 24 Prozent der Marktteilnehmer nehmen die bayerische Metropole in den Fokus. 23 Prozent zeigen kein Interesse. Quelle: dapd
KölnFür Frohsinn sorgt auch die Karnevalsmetropole Köln bei den Investoren. 23 Prozent planen ein Investment. der gleiche Anteil ist nicht interessiert. Quelle: DAPD
HamburgDer Blick auf die Elbe und der Nachfrageüberschuss machen Hamburg bei Wohnimmobilieninvestoren beliebt. 24 Prozent der Marktteilnehmer planen ein Investment. 16 Prozent zeigen kein Interesse. Quelle: dpa
UmfrageWelche Städte sind bei Investoren für Wohnimmobilien besonders begehrt? Diese Frage stellte die Wirtschaftsprüfer und Berater von Ernst & Young mehr als 250 Marktteilnehmern, darunter Banken, Fonds, Versicherungen und Wohnungsgesellschaften. Quelle: dapd
FrankfurtAn Investments in der Bankenmetropole sind 24 Prozent der Immobilieninvestoren interessiert. 19 Prozent winken ab. Quelle: dpa
DüsseldorfDüsseldorf macht seinem Ruf als Luxusstadt alle Ehre. 23 Prozent möchten investieren, 19 Prozent nicht. Quelle: dpa

Bei Betongold sind sich dagegen alle Umfrageteilnehmer einig. 92 Prozent der Gesellschaften rechnen für 2014 mit guten bis sehr guten Entwicklungen bei Immobilieninvestments. Bei Wandelanleihen und alternativen Investments sind nur 72 beziehungsweise 63 Prozent derart optimistisch. Und auch Michel bestätigt: "Investoren haben Immobilien im Blick."

In diese Aktien wollen die Fondsgesellschaften investieren. Zum Vergrößern der Grafik bitte hier klicken. Quelle: Feri EuroRating Services Quelle: Presse

Der Markt besteche vor allem durch eine geringe Volatilität. Dem tragen auch die Mittelzuflüsse bei Immobilienfonds Rechnung. Gut fünf Jahre nach dem Platzen der US-Immobilienblase, die die weltweite Finanzkrise auslöste, haben die Anleger wieder Vertrauen. Allein von Januar bis August 2013 investierten sie 3,6 Milliarden Euro in die entsprechenden Fonds. Die Gesellschaften setzen bei ihrer Anlagestrategie auf eine Mischung aus Immobilienaktien, Gewerbe- und Wohnimmobilien, weiß Michel von Feri EuroRating. "Es ist schwierig, nur mit Core-Immobilien den Rechnungszins zu erwirtschaften."

Immobilienfonds in Auflösung

Mit ein Grund für das neugewonnene Vertrauen der Anleger in Immobilieninvestments dürfte das vom Finanzausschuss des Bundestages beschlossene Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) sein, das den Anlegerschutz verbessern soll. Unter anderem legt das KAGB auch die Immobilienfonds an die Kandare: So gelten seit dem 22. Juli neue Haltezeiten für Fondsanleger. Wer noch vor dem Stichtag Anteile an offenen Fonds kaufte, kann halbjährlich 30.000 Euro aus dem Fonds abziehen.

Für alle Neuinvestoren gilt eine 24-monatige Mindesthaltefrist. Das führt das Prinzip des offenen Immobilienfonds zwar ad absurdum, scheint aber die Anleger zu beruhigen. Und auch die geschlossenen Fonds stehen stärker unter Beobachtung: Sie werden häufiger durch die Finanzaufsicht kontrolliert und dürfen nur noch maximal 60 Prozent ihrer Investments über Kredite finanzieren.

In Arbeit
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Dem Geschäft nutzt es: Allein dieses Jahr kauften die Immobilienfonds im großen Stil neue Gebäude: So investierte die Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken rund 300 Millionen Euro in verschiedene internationale Gebäude und auch die Immobiliensparte der Deutschen Bank machte für ein Bürogebäude in München rund 150 Millionen Euro locker. Wenn sich die Erwartungen der Fondsgesellschaften erfüllen, dürfte die Immobilienshoppingtour auch im kommenden Jahr noch andauern.

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