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Wie das Gehalt genutzt werden sollte Der Geldanlage-Leitfaden für Berufseinsteiger

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Wie stopfe ich meine Rentenlücke?

Freunde und Feinde der Riester-Rente
Kein Reibach für die Finanzbranche„Die staatlich geförderte private Altersvorsorge ist nicht dazu da, dass die Finanzbranche den großen Reibach macht. Sie ist dazu da, dass Anleger angesichts sinkender Rentenbezüge so privat vorsorgen, dass es sich später auszahlt – und dabei steht ihnen der Staat zur Seite! Wo der Staat fördert, darf es keinen Zweifel an der Qualität geben!“ Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU). Quelle: dapd
Ein Blindflug des Kabinetts"Wie aus dem Gesetzentwurf und den zugehörigen Verordnungsentwürfen hervorgeht, soll vor allem die Kostentransparenz bei Riester-Angeboten demnächst durch Angabe der „Effektivkosten“ erreicht werden. Als neue Kenngröße wird dabei die „Reduction in Yield“ eingeführt. Sie gibt an, um wie viel Prozentpunkte die Bruttorendite eines Riester-Vertrags durch Abschluss- und Verwaltungskosten sinkt. Problematisch ist dabei, dass schon die Bruttorendite willkürlich - und überhöht - angesetzt sein kann. Außerdem werden nur die Kosten in der Ansparphase eingerechnet. „Wie viel der Vertrag insgesamt wirklich kostet, bleibt Verbrauchern daher weiterhin verborgen. Außerdem lassen sich unterschiedliche Verträge anhand der neuen Kenngröße gar nicht vergleichen“, erklärt Kleinlein. Ein wichtiges Ziel der Riester-Reform, nämlich die Verträge über alle Produktgruppen hinweg vergleichbar zu machen, bleibt damit auf der Strecke. „Das war wohl ein Blindflug des Kabinetts“, so der Verbraucherschützer." Axel Kleinlein, Vorstandsvorsitzender des Bundes der Versicherten, am 28. September 2012
Riestern wird einfacher und attraktiver„Die Riester-Rente ist ein wichtiger Baustein neben der gesetzlichen Rente – insbesondere für junge Menschen, die bei der Altersvorsorge mit einem aus demografischen Gründen deutlich abgesenkten Rentenniveau kalkulieren müssen. Deshalb planen wir nicht nur neue Regeln, die Riestern einfacher und attraktiver machen: einen Deckel bei den Wechselkosten, eine bessere Beteiligung an den Überschüssen der Versicherungen und glasklare Informationen zum einfachen Produktvergleich. Ganz entscheidend ist zudem, dass sich Riestern auch für Geringverdiener lohnt, die in Zukunft besonders von Altersarmut bedroht sind. Sie können bereits mit fünf Euro pro Monat einen Riester-Vertrag abschließen.“ Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), am Kabinettstisch Quelle: dapd
Es werden Milliarden verpulvert„Die Riester-Rente war eine schlechte Idee, die noch schlechter umgesetzt wurde. Die Banken und Versicherungen haben die staatlichen Subventionen zur Maximierung ihrer Profite missbraucht. Es werden Milliarden verpulvert, die in den Kassen der Finanzmarktspekulanten anstatt in den Portemonnaies der Rentnerinnen und Rentner landen. Staatliche Subventionen, die ihr Ziel nicht erreichen, sind überflüssig. Wir sind dafür, dass alle staatlichen Subventionen für die Riester-Rente gestrichen und in die Finanzierung einer solidarischen Mindestrente gesteckt werden. Das wären zwei Milliarden Euro pro Jahr, die wir im Kampf gegen Altersarmut dringend brauchen.“ Caren Lay, stellvertretende Vorsitzende der LinkenFotografin: Barbara Dietl, bdietl.com
Mindestsicherung im Alter durch Steuern finanzieren„Rentenreformen sind teuer. Allein wer sie bezahlt, ist die Frage. DIE LINKE will den schleichenden Ausstieg der Arbeitgeberseite aus der Altersvorsorge stoppen, wie er mit der Riester-Rente begonnen hat und durch die Pläne der SPD, die betriebliche Alterssicherung auszubauen, fortgesetzt werden würde. Jegliche Form der Mindestsicherung im Alter ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und muss dementsprechend auch gesamtgesellschaftlich, also durch Steuern finanziert werden.“ Rentenpolitische Grundsätze: Vorgestellt am 19. September 2012 von den Vorsitzenden von Fraktion und Partei DIE LINKE: Bernd Riexinger, Katja Kipping, Gregor Gysi Quelle: dpa
Provisionen härter regulieren„Versicherungsanbieter kalkulieren mit Sterbetafeln die eine Lebenserwartung von knapp 100 Jahren als Grundlage haben. Somit wird die Rendite der Verträge erheblich gemindert. Hier muss es klare Vorgaben geben, welche Sterbetafeln Anbieter nutzen dürfen. Weiterhin fehlt bei den Riester-Produkten eine Kostenbegrenzung bei einem Anbieterwechsel, sowie eine Regelung, welche Kostenanteile überhaupt in Rechnung gestellt werden dürfen. Nur eine Ausweisung aller Kosten in Euro und Cent sorgt für Klarheit beim Kunden. Die von der Regierung geplante Ausweisung der Kosten alleine in Prozent sorgt nicht für mehr Durchblick. Auch die Provisionen müssen härter reguliert werden. Provisionen müssen gedeckelt und über längere Zeit gestreckt werden.“ Nicole Maisch, Sprecherin für Verbraucherpolitik, die Grünen
Die Menschen dürfen nicht abgezockt werden„Wir brauchen einen besseren Verbraucherschutz. Die Menschen dürfen nicht abgezockt werden und müssen gut informiert werden. Wer hat wirklich einen Überblick über die mittlerweile 5 000 Produkte? Ich jedenfalls nicht. Auch für einen funktionierenden Wettbewerb ist es wichtig, eine übersichtliche Zahl von Produkten zu haben. 5 000 sind eigentlich zu viel. Dann ist es so, dass die Produkte nicht wirklich vergleichbar sind. So etwas wie ein Produktinformationsblatt ist sicherlich wichtig, wobei zu fragen ist, was genau darin enthalten sein soll. Es muss klar sein, wann sich eine Riester-Rente tatsächlich lohnt.“ Wolfgang Strengmann-Kuhn, Bundestagsabgeordneter der Grünen

Erst wer seine existenziellen Risiken abgedeckt hat, sollte an die Altersvorsorge denken. Während sich hier viele Fragen auftun, scheint eins bereits jetzt sicher: die gesetzliche Rente wird wohl nicht reichen, um private Vorsorge kommt keiner herum. Zwar gilt auch bei der Altersvorsorge: Je früher desto besser – dennoch sollten Berufsanfänger nichts überstürzen und sich nicht vorschnell zu unflexiblen Lösungen drängen lassen. „Gerade am Anfang der Karriere sollte das zurückgelegte Geld nicht zu langfristig angelegt werden“, sagt Verbraucherschützer Nauhauser.

Die wichtigsten Fondstypen im Überblick

Jobwechsel und Umzug ins Ausland? Das erste Kind? Um neue Schulden zu vermeiden, ist es oft wichtig, auch kurzfristig auf das Ersparte zugreifen zu können. „Das ist bei vielen langfristigen Anlageprodukten wie Riester- oder Rürup-Renten nicht möglich“, ergänzt Nauhauser. Zwar böten die langfristigen Anlageformen oft höhere Zinsen, dennoch tun es gerade am Anfang auch einfache Produkte wie Banksparpläne oder Sparbriefe. Schließlich sei jede Form des Vermögensaufbaus auch eine Absicherung fürs Alter. "Zeit macht schließlich Geld", weiß auch Max Herbst von der Finanzberatung FMH. Hier können Einsteiger mögliche Erträge von Sparbrief und Co. durchrechnen.

Kleinvieh macht auch Mist

Deswegen gilt vor allem bei der Altersvorsorge: Auch wer am Anfang nur kleine Beträge beiseitelegen kann, sollte sich nicht scheuen, die für die Rente anzusparen, ganz nach dem Motto: „Kleinvieh macht auch Mist“. Mit dem Rentenplaner lässt sich schnell und einfach berechnen, wie viel Rente aus kleinen Sparbeträgen wird. Wer bereits langfristig Vermögen zurücklegen oder sich zum regelmäßigen Sparen zwingen will, für den ist ein privater Riester-Vertrag interessant. Grundsätzlich gibt es verschiedene Riester-Produkte: die zumeist als Riester-Rente bezeichnete Riester-Rentenversicherung, den Riester-Fondssparplan oder den Riester-Banksparplan. Auch Wohn-Riester ist möglich.

Was Fondskäufer wissen sollten

Bei allen Varianten erhält der Versicherte die staatliche Förderung in Form von Zulagen und Steuervergünstigungen. Aktuell gibt es pro Jahr eine Zulage von maximal 154 Euro. Allerdings wird dieser Betrag nur voll ausgezahlt, wenn wenigstens vier Prozent des rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens eingezahlt werden, mindestens 60 Euro im Jahr. Wer weniger anspart, erhält eine gekürzte staatliche Zulage. Für Berufseinsteiger sind die Renditen des Riester-Fondssparplans am lukrativsten, wer allerdings sein Geld nicht an den Börsen wissen will ist auch mit einem Riester-Banksparplan gut beraten. Im Vergleich zum normalen Banksparplan lockt hier zwar einerseits die staatliche Förderung, andererseits sind die Gebühren beim Kauf meistens deutlich höher.

Wo finde ich den richtigen Riester-Vertrag?

Viele Informationen über einzelne Anbieter findet man in Internet. Wer kein Geld für Honorarberatung ausgeben und die Informationen der eigenen Hausbank hinterfragen will, kann sich mit Hilfe von Untersuchungen der Stiftung Warentest über einzelne Tarife schlau machen.

Auch in Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber lässt sich für die Rente vorsorgen. Seit rund zehn Jahren hat jeder Arbeitnehmer in Deutschland einen Anspruch auf die sogenannte Entgeltumwandlung. Dabei wird ein Teil des Gehalts steuer- und sozialabgabenfrei für den Aufbau einer Betriebsrente verwendet. Berufseinsteiger sollten sich die jeweiligen Bedingungen jedoch genau anschauen, denn oft geht, je nach Alter und Betriebszugehörigkeit, beim Jobwechsel zumindest ein Teil des angesparten Geldes verloren. Bedenkenlos zugreifen darf dagegen jeder bei Zuschüssen des Arbeitgebers zu vermögenswirksamen Leistungen. Diese werden mit der sogenannten Arbeitnehmersparzulage vom Staat gefördert und vom Arbeitgeber direkt auf das jeweilige Anlagekonto des Mitarbeiters abgeführt.  

Wie immer gilt besonders bei der Altersvorsorge: Eine Patentlösung gibt es nicht. Wer beispielsweise sicher ist, in einigen Jahren in eine eigene Immobilie investieren zu wollen, kann sich auch an einem klassischen Bausparvertrag versuchen. Hier wird bei einer Bausparkasse Geld für den geplanten Wohnungsbau angespart. Besitzer eines solchen Vertrags haben gleichzeitig Anspruch auf die staatliche Wohnungsbauprämie.

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