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Windparkbetreiber Prokon wird weitergeführt - Niederlage für Ex-Chef Rodbertus

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Szenarien für Anleger

Penzlin selber erklärt, er habe zwar bereits im März von Rodbertus' Plänen erfahren, eine Genossenschaft zu gründen, aber erst Ende April von der Internetseite und der geplanten Interessenvertretung Kenntnis bekommen. Zumindest bis März haben Rodbertus und Penzlin entsprechend mehr oder weniger zusammen gearbeitet. Rodbertus warf Penzlin allerdings schon länger vor, Prokon zerschlagen zu wollen. Das dem nicht so war, zeigt die neueste Entwicklung bei Prokon.

Denn das insolvente Windenergie-Unternehmen soll weitergeführt werden. Darauf haben sich am Donnerstag drei große Gruppen von Gläubigern zusammen mit dem Insolvenzverwalter in einer gemeinsamen Besprechung verständigt.

Es sei nicht beabsichtigt, Prokon zu zerschlagen und die Windparks in Deutschland und Polen zu verkaufen. Das Unternehmen solle vielmehr durch einen Insolvenzplan saniert werden, den die Gläubigerversammlung am 22. Juli beschließen muss.
An der Besprechung hätten Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin, die „Freunde von Prokon“, die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) teilgenommen, heißt es in einer Mitteilung.

Sie seien zu dem Ergebnis gekommen, dass die Fortführung der Prokon Regenerative Energien GmbH für die Gläubiger von Vorteil sei. Rund 75 000 Anleger haben Prokon rund 1,4 Milliarden Euro in Form von Genussrechtskapital zur Verfügung gestellt. In dem Insolvenzplan sollen nun verschiedene Optionen für die Anleger eröffnet werden. Darauf haben sich die Gläubigergruppen und der Insolvenzverwalter geeinigt. Was für Anleger vorgesehen ist:

- eine Eigenkapitalkomponente für Anleger, die ihre Genussrechte in Eigenkapital wandeln und so Gesellschafter von Prokon werden wollen;

- die Umwandlung eines Teils der Genussrechte in eine handelbare Anleihe, um denjenigen Anlegern, die nicht investiert bleiben wollen, eine Möglichkeit zum Ausstieg zu bieten;

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- eine Barzahlung aus den Verkaufserlösen der Unternehmensteile und Beteiligungen, die nicht zum Kerngeschäft von Prokon gehören. Dabei sollen die Anleger auch die Möglichkeit erhalten, das Geld im Unternehmen zu belassen und so weiteres Eigenkapital zu erwerben.

Prokon hatte vor allem Windparks geplant und gebaut, ist aber als Eigentümer oder Kreditgeber auch an verschiedenen anderen Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien beteiligt. Penzlin hatte Anfang Mai eine Insolvenzquote von 30 bis 60 Prozent angekündigt. Andersherum gesagt: Die Anleger verlieren 40 bis 70 Prozent ihres Kapitals. Bei Prokon sollen rund 300 Arbeitsplätze erhalten bleiben.

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