Wohlstand Die Deutschen sind so reich wie nie

Kursgewinne an den Börsen katapultieren das Geldvermögen der Deutschen auf neue Höchststände. Am liebsten stecken sie ihr Geld in sichere Bankeinlagen.

Die Deutschen sind so reich wie nie. Quelle: dpa

Die Kursanstiege an den Börsen treiben das Geldvermögen der Deutschen auf immer neue Rekordhöhen. Im vierten Quartal 2013 wuchs das Vermögen der privaten Haushalte in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen oder Ansprüchen gegenüber Versicherungen im Vergleich zum Vorquartal um rund 79 Milliarden Euro oder 1,6 Prozent Prozent auf den historischen Höchstwert von 5,15 Billionen Euro, wie die Deutsche Bundesbank am Montag in Frankfurt mitteilte.

Mit rund 47 Milliarden Euro entfiel der Großteil des Anstiegs auf Kursgewinne bei Aktien und Investmentzertifikaten. Etwa 32 Milliarden Euro der Vermögensbildung basierten auf Transaktionen. Immobilien oder Kunstwerke sind in der Statistik nicht enthalten.

So verdienen die Reichen ihr Geld
Bill GatesDer reichsten Mann der Welt macht sein Geld vor allem mit der von ihm gegründeten Firma Microsoft. Außerdem investierte in ein paar kleinere Firmen. Sein geschätztes Vermögen beträgt 72 Milliarden US-Dollar. 1997 gründete er gemeinsam mit seiner Frau die
Carlos SlimDer Mexikaner ist zwar der reichste Mensch seines Landes, aber mittlerweile nur noch der zweitreichste Mensch weltweit: Sein Vermögen wird auf 68,3 Milliarden Euro geschätzt und er hat es vor allem in der Telekommunikationsbranche, unter anderem mit Telmex und América Móvil, erwirtschaftet. Außerdem besitzt er Firmen aus der Banken- und der Minenbranche. Obwohl er sowohl ein iPhone als auch einen Blackberry benutzt, besitzt er keinen Computer. Quelle: AP
Amancio OrtegaDer reichste Mann Spaniens und gleichzeitig reichste Mann Europas hat 64,5 Milliarden US-Dollar mit im Bekleidungssektor verdient, unter anderem mit der bekannten Modemarke Zara. Außerdem hat er Vermögen im Immobilien- und Finanzsektor. Bevor er jeden Morgen in sein Büro fährt, liest und schwimmt er. Quelle: REUTERS
Warren Buffett58,6 Milliarden Euro kann der Unternehmer sein eigen nennen, das er vor allem mit dem von ihm aufgebauten Investment-Unternehmen Berkshire Hathaway gemacht hat. Bis heute ist er dort der größte Aktionär. Er spielt gerne Ukulele und Bridge. Quelle: AP
Ingvar KampradDer schwedische Ikea-Gründer ist der zweitreichste Europäer und der reichste Mann Schwedens. Erst 2013 ist er nach 30 Jahren in der Schweiz in sein Heimatland zurückgekehrt. Sein Vermögen wird mit 51,5 Milliarden US-Dollar geschätzt. Quelle: dpa
Charles und David KochDen Brüder gehört mit Koch Industries das zweitgrößte Öl- und Chemiekonsortium der USA in Privatbesitz. Beide verfügen über ein Vermögen von jeweils 47,2 Milliarden Euro. Quelle: REUTERS
Larry EllisonEr ist Gründer und Präsident des US-Softwarekonzerns Oracle, mit dem er einen Großteil seines Vermögens gemacht hat. Auf 38,7 Milliarden Euro beläuft sich sein Vermögen. Steve Jobs war übrigens der Fotograf auf Ellison's vierter Hochzeit. Quelle: REUTERS

Allerdings profitieren hierzulande immer weniger Menschen vom Höhenflug an den Börsen: Obwohl die Kurse auch im Schlussquartal 2013 kräftig in die Höhe schossen, trennten sich die privaten Haushalte im Saldo von Aktien im Wert von vier Milliarden Euro. Festverzinsliche Wertpapiere einschließlich Geldmarktpapiere wurden ebenfalls im Volumen von vier Milliarden Euro abgestoßen. „Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass die Geldvermögensbildung der privaten Haushalte trotz der positiven Kapitalmarktentwicklung weiterhin von einer gewissen Risikoaversion geprägt ist“, erklärte die Bundesbank.

Kaum neue Kredite

Stattdessen stecken die Menschen in Deutschland ihr Geld weiterhin vor allem in sichere Bankeinlagen, die allerdings kaum Zinsen einbringen: Mit 32 Milliarden Euro floss dieser Anlageform so viel zu wie zuletzt Ende 2010. Vor allem täglich abrufbares Guthaben wie etwa auf Girokonten waren gefragt. „Die Präferenz der privaten Haushalte für liquide Bankeinlagen ist damit auch im vierten Quartal deutlich zu erkennen“, betonte die Bundesbank. Zudem stiegen die Ansprüche gegenüber Versicherungen um rund 16 Milliarden Euro.

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Hingegen nahmen die Haushalte trotz der historisch niedrigen Zinsen kaum neue Kredite auf, die Verbindlichkeiten stiegen nur um knapp eine Milliarde Euro. Das Nettogeldvermögen erhöhte sich entsprechend um rund 79 Milliarden Euro oder 2,3 Prozent auf 3,57 Billionen Euro.

In der Regel wächst das Geldvermögen der Deutschen stetig - allein im Gesamtjahr 2013 um rund 200 Milliarden Euro. Vor 20 Jahren hatte es noch einen Wert von 2,3 Billionen Euro, im vierten Quartal 2003 waren es 3,8 Billionen Euro. Nur in einigen Krisen gab es Dellen wie zuletzt im dritten Quartal 2011. Damals nagten die Turbulenzen an den Börsen am Wohlstand der Aktionäre.

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