Yuan China gibt seine Währung bis 2020 für den Handel frei

Die USA und andere Staaten haben es seit langem gefordert, nun lenkt China ein: Der bislang streng kontrollierte Yuan soll bis 2020 für den Handel freigegeben werden.

Bis 2020 will China den Yuan für den Handel freigeben. Quelle: dpa

China will seine bislang streng kontrollierte Währung bis 2020 frei konvertierbar machen. Der chinesische Yuan solle in fünf Jahren frei gehandelt und genutzt werden können, teilte die Kommunistische Partei mit. Zugleich veröffentlichte sie nähere Informationen zu ihrem Fünfjahresplan. Der Umtausch in ausländische Währungen soll demnach über eine sogenannte Negativliste geregelt werden. Danach können Unternehmen alle Währungstransaktionen tätigen, die nicht ausdrücklich verboten sind.

Die USA und andere Staaten werfen der Regierung in Peking seit langem vor, den Außenwert des Yuan durch Kontrollen und Regulierungen künstlich niedrig zu halten und so der chinesischen Wirtschaft auf dem Weltmarkt unfaire Preisvorteile zu verschaffen. Einige US-Abgeordnete hatten sogar Strafzölle auf chinesische Waren zum Ausgleich gefordert.

China stellt ersten eigenen Passagierjet vor
Nach sieben Jahren Entwicklung und Verzögerungen ist am Montag in Shanghai die erste Maschine des selbst entwickelten chinesischen Passagierflugzeugs C919 vom Band gerollt. Das Flugzeug des staatlichen Herstellers Comac soll nächstes Jahr seinen ersten Flug unternehmen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Nach Testflügen über drei Jahre werde die Maschine dann für den kommerziellen Betrieb bereit sein. Quelle: REUTERS
Ursprünglich hatte das Mittelstreckenflugzeug schon im kommenden Jahr gegen die amerikanische und europäische Konkurrenz – Boeing 737 und den Airbus 320 – antreten wollen, doch hat sich das Projekt immer wieder verzögert. Bereits zuvor hatten chinesische Medien spekuliert, dass die C919 frühestens 2020 im Linien-Einsatz unterwegs sein werde. Wird der jetzt vorgestellte Zeitplan mit einem Erstflug 2016 und drei Jahren Erprobungszeit eingehalten, wäre es 2019 soweit. Quelle: dpa
Die Verzögerungen sind für das gesamte Projekt ein großes Risiko: Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu 737 und A320 sollte der besonders niedrige Spritverbrauch der C919 sein. Im Jahr 2016 wäre das gegen die Konkurrenz ein echter Vorteil. Doch 2020 dürften auch Boeing und Airbus überarbeitete, sparsamere Varianten ihrer Mittelstrecken-Flieger in der Luft haben – womit ein gewichtiges Argument für die Chinesen wegfallen würde. Quelle: REUTERS
Einer der Gründe für die Verzögerungen: Die chinesischen Luftfahrt-Ingenieure haben bislang ausschließlich Militärflugzeuge gebaut. Für das erste große Passagierflugzeug fehlte den Technikern schlichtweg die Erfahrung. In der Folge mussten zahlreiche Entwicklungsschritte bei der Konstruktion an internationale Partner ausgelagert werden. Quelle: AP
Wenn die C919 in Betrieb geht, sollen bis zu 158 Passagiere in der Kabine Platz finden. Dabei soll der Comac-Flieger bis zu 4.075 Kilometer zurücklegen können. Wie Xinhua berichtete, liegen bereits 517 Bestellungen von 21 Kunden vor. Chinesische Luftfahrtexperten relativieren aber diese Zahl: Dabei handle es sich häufig nur um Kaufabsichten, aber keine verbindlichen Bestellungen. Quelle: AP
Erst vor wenigen Tagen, beim Besuch von Kanzlerin Angela Merkel, hatte China einen Großauftrag für Airbus unterzeichnet: Der Konzern wird zwischen 2016 und 2018 insgesamt dreißig Langstreckenjets des Typs A330  und 100 Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge des Typs A320  an chinesische Airlines liefern. Quelle: dpa
Die C919 ist das zweite Modell von Comac ( Commercial Aircraft Corporation of China). Die ARJ21 (Advanced Regional Jet) bietet bis zu 90 Passagieren Platz. Aber auch sie ist noch nicht auf Linienflügen unterwegs. Seit dem Erstflug 2008 befindet sich die ARJ21 in Erprobung. Noch in diesem Jahr soll aber das erste Exemplar an einen Kunden ausgeliefert werden. Quelle: REUTERS

Zusätzlich zu den Währungsreformen kündigte der chinesische Präsident Xi Jinping auch an, sein Land wolle bis 2020 ein jährliches Wachstum von mindestens 6,5 Prozent erreichen. Diese Rate solle dazu beitragen, dass die Wirtschaft des Landes in fünf Jahren doppelt so groß sei wie 2010, sagte Xi einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge. Für die vergangenen Jahre lag das Wachstumsziel der Regierung bei je sieben Prozent.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Chinas Wirtschaftswachstum hat sich in den vergangenen fünf Jahren stetig verlangsamt. Die Regierung setzt auf ein nachhaltiges Wachstum, das sich auf einen stärkeren Inlandsverbrauch anstatt auf Investitionen und Handel stützen soll. Peking hatte versucht gegenzusteuern, indem der Zinssatz seit November vergangenen Jahres sechs Mal gesenkt worden war.

Mit Xis Ankündigung verdichten sich auch die Anzeichen, dass die Partei ihr offizielles Wachstumsziel senken könnte. Dies lag seit 2011 bei jeweils sieben Prozent. Im vergangenen Jahr war die Wirtschaft um 7,4 Prozent gewachsen. Dieses Jahr wird ein Wachstum von knapp unter sieben Prozent erwartet.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%