Zahlungsrichtlinie PSD2 Was sich im Januar an Ihrem Konto ändert

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Welche neuen Dienste auf die Kunden warten

Ein weiteres Problem: Nicht nur Kunden müssen sehr genau prüfen, welchem Drittanbieter sie vertrauen. Auch die Banken müssen bewerten können, welchem Drittanbieter sie Zugang zu ihren Daten genehmigen. Das Start-up Numbrs war Ende 2017 noch dabei, die erforderliche Lizenz zu erwerben und wollte damit pünktlich zum Stichtag im Januar an den Start gehen.

„Noch fehlt ein Register, das alle zertifizierten Drittanbieter auflistet“, sagt Sontheimer.  Es müsse auch eine Regelung gefunden werden, wie mit Anbietern umgegangen wird, die Daten über die neuen Richtlinien hinaus missbrauchen.

Bislang saßen Banken allein auf einem Datenschatz, den sie kaum nutzten. Nun kann dieser Schatz gehoben werden. Ob von Banken selbst, oder Drittdienstleistern wie den Start-ups, das ist offen.

Banken drohen herbe Einbußen

Eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger kommt zu dem Schluss, dass deutschen Banken durch die Konkurrenz neuer Dienstleister bis zu 40 Prozent der Einnahmen im Privatkundengeschäft verloren gehen könnten.

Dabei haben sie es selbst in der Hand, den Kunden neue digitale Angebote zu machen. Berater Thomas Sontheimer von Accenture hat mit seinem Team Bankmanager gefragt, was sie für Veränderungen erwarten, wenn die neue Zahlungsrichtlinie greift.

Sie erwarten vor allem, dass Zahlungen künftig anders abgewickelt werden. 50 Prozent der 100 befragten Manager weltweit hielten Zahlungsabwicklung für den Bereich, der am stärksten betroffen sein wird. Elf Prozent glauben, dass insbesondere neue Dienstleistungen etabliert werden, die sich völlig von dem unterscheiden, was bislang für Bankkunden geboten wird.

Die Mehrheit der Manager überlegt deshalb im kommenden Jahr vor allem in Geschäftsfelder zu investieren, die auf den Daten von Konten und Zahlungen basieren.

Für manche Bankkunden mag das eine grauenhafte Vorstellung sein. Gezwungen, seine Kontodaten weiterzugeben, ist durch die neue Richtlinie aber niemand.

Für andere könnte die neue Zahlungsrichtlinie dagegen der Start in ein völlig neues Finanzerlebnis sein. Selbst, wenn zuvor die Lektüre von fingerdicken Papierstapeln auf sie wartet: Den neuen Geschäftsbedingungen der Banken.

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