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Zinsen Gefangen in der Dispofalle

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Wann die Dispofalle droht

Was Sie über die Schufa wissen müssen
Schufa-Logo Quelle: dpa
Uhren Quelle: DoraZett Fotolia
Tafel Quelle: Lasse Kristensen Fotolia
Kredit Quelle: Sabine Naumann - Fotolia
18,50 Euro
Klingelschilder Quelle: dpa
Screenshot MeineSchufa Quelle: Screenshot

Damit tun die Banken aber nichts Unlauteres. „Die spontane Kündigung des Dispos durch eine Bank ist legitim, aber für den Kunden natürlich unbefriedigend“, so Bankenexperte Gerke. Dabei haben die meisten Kunden, die ihr Konto überstrapazieren, gar kein Problem mit der Rückzahlung – sie gleichen ihr Konto in kurzer Zeit wieder aus. Sie nutzen die Überziehung des Kontos nur für kurzfristige Engpässe, zum Beispiel weil der Wagen in die Werkstatt muss oder die Waschmaschine den Geist aufgegeben hat. Wer aber seinen Dispokreditrahmen ausschöpft, um etwa bei vorübergehender Arbeitslosigkeit liquide zu bleiben, geht ein hohes Risiko ein. Banken werden schnell nervös, wenn die regelmäßigen Einnahmen plötzlich ausbleiben und das Konto in den roten Zahlen verharrt.

Dann aber droht die Dispofalle: Wer es nicht schafft, den kurzfristig verfügbaren Kredit zügig zurückzuzahlen, dem droht neben der Kündigung des Dispokreditrahmens durch die Bank auch ein weiteres Absacken in die roten Zahlen. Dann spricht die Bank von einer geduldeten Kontoüberziehung, für die die nochmals rund vier Prozentpunkte teureren Überziehungszinsen fällig werden. Die jeweils gültigen Zinssätze stehen auf den Kontoauszügen der Bank sowie in deren Preis- und Leistungsverzeichnung. Der hohe Überziehungszins wird dabei für den Kreditbetrag berechnet, der über das Dispolimit hinaus geht.

Das Adjektiv „geduldet“ ist dabei irreführend. Denn geduldet hat die Bank zunächst nur die Abbuchungen vom Konto über den Dispokredit hinaus. Dann aber endet die Geduld meist jäh: Banken fordern die Kunden zum Gespräch auf oder mahnen direkt den Ausgleich des Kontos an.

Für Kunden gibt es dann nur wenige Optionen. Gerke vom Bayerischen Finanz Zentrum rät Betroffenen dringend, rasch das Gespräch mit der Bank zu suchen – möglichst bevor die Bank dazu auffordert. „Das wird viel zu wenig gemacht“, sagt Bankenkenner Gerke. „Zwar haben die Bankmitarbeiter meist keine großen Spielräume bei den Konditionen, aber sie können eine Umfinanzierung in andere Kreditformen anbieten, etwa in einen Ratenkredit.“ Eine Umfinanzierung hat gleich mehrere Vorteile: Durch die Raten lernen die Kunden, ihre Ausgaben zu zügeln. Außerdem gibt es einen Ratenkredit in der Regel zu deutlich besseren Konditionen.

Alternativ zum Ratenkredit können klamme Bankkunden auch einen Abrufkredit nutzen. Dabei wird mit der Bank ein Kreditrahmen vereinbart, der vom Kunden flexibel abgerufen werden kann. Die günstigsten Banken verlangen dafür zurzeit einen Zins um die 6,7 Prozent - und damit deutlich weniger als für einen Dispokredit.

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Wem die Geschäftsbedingungen der Banken nicht gefallen, kann darüber hinaus darüber nachdenken, die Bank zu wechseln. Im Rahmen von Produktevergleichen zum Girokonto lassen sich über die einschlägigen Vergleichsportale auch die verlangten Dispo- und Überziehungszinsen vergleichen – die Spanne reicht derzeit von 7,9 bis 12,9 Prozent. Die günstigsten Konditionen bieten regelmäßig die Online- und Direktbanken.

Wer also weiß, dass er immer wieder den Dispokredit nutzen wird, ist gut beraten, die Höhe der Dispozinssätze bei der Entscheidung für eine neue Bank zu berücksichtigen. Denn immerhin jeder sechste Haushalt, der einen Disporahmen eingeräumt bekommen hat, nutzt ihn regelmäßig. Und die Zinsen dafür berechnet die Bank tagesgenau. Nur wer schnell das Konto wieder ausgleicht, zahlt dann noch überschaubare Beträge – und kann dennoch mit einer günstigen Bank viel Geld sparen.

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