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Zinsvergleich Die besten Konditionen für Tages- und Festgeld

Die besten Konditionen für Tages- und Festgeld. Quelle: imago images

Es gibt noch Zinsen, zumindest bei ausländischen Banken, für begrenzte Zeit. Es lohnt sich also, die Konditionen zu vergleichen. Wo es die höchsten Zinsen für Tages- und Festgeld gibt.

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Die Zinsen sind quasi abgeschafft. Sparer bekommen nur noch homöopathisch niedrige Zinsen für ihr Geld, wenn überhaupt. Strafzinsen für Privatanleger sind zwar noch die Ausnahme. Doch immerhin gut 30 Finanzinstitute bitten Sparer zur Kasse. Und es könnte noch schlimmer werden. Denn selbst Volks- und Raiffeisenbanken sowie Sparkassen diskutieren mittlerweile öffentlich über Strafzinsen oder schließen sie zumindest nicht mehr kategorisch aus.

Die extrem konservativen deutschen Anleger mit ihrem Hang zu Spareinlagen trifft das besonders hart. Trotz historischer niedriger Zinsen setzen die Deutschen nämlich überwiegend auf traditionelle Geldanlage. Das hat jüngst wieder eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar TNS für den Bundesverband deutscher Banken gezeigt. Wie schon seit Jahrzehnten dominieren bei Geldanlagen in Deutschland nach wie vor das Sparbuch, die Lebensversicherung und der Bausparvertrag: 41 Prozent der befragten Anlegerinnen und Anleger nutzen das Sparbuch, 33 Prozent setzen auf die Lebensversicherung sowie 30 Prozent auf den Bausparvertrag.

Es folgen Immobilien (25 Prozent) und Tagesgeldkonten (23 Prozent). Allesamt vermeintlich sichere Anlageformen, aber leider mehr oder weniger zinslos. Mit rund 6,17 Billionen Euro bezifferte die Bundesbank kürzlich das Geldvermögen der privaten Haushalte. Davon werden knapp 2,5 Billionen in Form von Bargeld und auf kurzfristigen Konten gehalten, was praktisch keinen Zins abwirft - Tages- und Festgeldkonten inklusive.

Doch es gibt noch einige Institute, die halbwegs vernünftige Zinsen für Tages- und Festgeld bieten. Eine exklusive Auswertung der FMH Finanzberatung für die WirtschaftsWoche zeigt, dass es für Festgeld bei einzelnen Anbietern immerhin noch mehr als ein Prozent Zinsen pro Jahr gibt. Und auch beim Tagesgeld gibt es Offerten mit der Eins vor dem Komma, allerdings sind die zeitlich begrenzt. Der Vergleich lohnt. „Es ist ein Unterschied, ob ich null Euro bei meiner Hausbank bekomme oder am Ende des Jahres doch noch so viel Zinsen ausgezahlt bekomme, dass ich damit einmal Essen gehen kann“, sagt FMH-Chef Max Herbst. Doch das ist mittlerweile die Ausnahme: Der FMH-Index fürs Tagesgeld liegt gerade mal bei 0,08 Prozent und fürs Festgeld von drei Jahren bei mickrigen 0,36 Prozent, wenn man die Angebote über Vermittler unberücksichtigt lässt.

Es geht aber auch deutlich besser: „Bei einer Anlagesumme von 10.000 Euro und 0,36 Prozent Durchschnittszinsen gibt es in drei Jahren lediglich 108 Euro Zinsen, aber die beste Anlage mit einer Einlagensicherung in Frankreich bringt mir immerhin 393 Euro“, so Herbst. „Da lohnt es sich in jedem Fall, ein Konto bei einer anderen Bank zu eröffnen.“

Platz eins bei Festgeld in Höhe von 10.000 Euro belegt aktuell sowohl für eine Anlagezeit von zwölf Monaten als auch von drei Jahren die französische Crédit Agricole mit 1,01 beziehungsweise 1,31 Prozent. Das bringt immerhin 101 Euro Zinsen bei einem Anlagezeitraum von einem Jahr und die genannten 393 Euro, wenn Anleger das Geld für drei Jahre parken. Auf den Plätzen folgen bei der kürzeren Anlagedauer mit 0,75 Prozent die PrivatBank 1891, die Bigbank - beides Anbieter mit gesetzlicher Einlagensicherung - und die Ziraat Bank. Bei einer Anlagedauer von drei Jahren bieten die Bank11 und die Bigbank 1,15 Prozent und die Kommunalkredit Invest 1,11 Prozent. Es folgen AFK Bank mit 1,05 Prozent sowie die Renault Bank direkt, die Cronbank, die ISBank und die VTB Direktbank mit jeweils einem Prozent Zinsen.

Zugegeben, auch diese Zinssätze sind alles andere als üppig. „Anleger verbrennen noch immer Geld“, so Herbst. Denn nach Abzug der Inflation von aktuell 1,7 Prozent, ist die Realrendite noch immer negativ. Langfristig schwindet also die Kaufkraft. „Aber eben deutlich weniger stark als bei vielen deutschen Instituten, die teilweise überhaupt keine Zinsen mehr zahlen“, sagt der FMH-Chef.

Die besten Festgeldanbieter
Anlagezeit: 12 Monate
Anlagebetrag: 10.000 Euro
 Bundesweite AnbieterZins
(pro Jahr, in Prozent)
Zinsertrag
(12 Mon., in Euro)
Crédit Agricole *1,01101,00
PrivatBank 1891 *0,7575,00
Bigbank AS *0,7575,00
Ziraat Bank0,7575,00
Kommunalkredit Invest *0,7070,00
Renault Bank direkt *0,7070,00
akf bank *0,6565,00
Bank110,6060,00
Merkur Bank 0,6060,00
NIBC Direct *0,6060,00
*Anbieter mit gesetzlicher Einlagensicherung
Ausgewertet wurden 39 Anbieter
Stand: 12.08.2019
Quelle: FMH Finanzberatung
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