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Zinsvergleich Die günstigsten Ratenkredite

Die besten bonitätsabhängigen Ratenkredite. Quelle: imago images

Wer in den Dispo rutscht, zahlt hohe Zinsen. Doch es gibt eine deutlich günstigere Alternative. Die FMH-Finanzberatung hat exklusiv für die WirtschaftsWoche die besten bonitätsabhängigen Ratenkredite ermittelt.

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Die jährliche Abbuchung für Versicherungen kommt mal wieder überraschend und auf der Kreditkarten-Abrechnung stehen die Weihnachtsgeschenke – viele Deutsche rutschen mit ihrem Girokonto zum Jahresbeginn ins Minus und kommen so schnell nicht wieder heraus.

Doch so ein Dispositionskredit (Dispo) ist ganz schön teuer. Rund 5,6 Millionen Deutsche sind im Januar und Februar im Dispo, weitere 5,2 Millionen könnten nach eigenen Angaben in der nächsten Zeit ins Minus rutschen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Kreditportals Smava. Sie zahlen im Schnitt knapp zehn Prozent Dispozinsen. Wird das Girokonto schnell wieder ausgeglichen, ist das zu verkraften. Doch gut ein Drittel aller Dispo-Nutzer braucht laut Umfrage für die Rückzahlung länger als einen Monat, mitunter sogar bis zu einem Jahr und mehr. Ein Ratenkredit wäre für sie die bessere Alternative. Die Zinsen sind sehr viel günstiger als die für den Dispo.

Die FMH-Finanzberatung hat für die WirtschaftsWoche exklusiv die besten bonitätsabhängigen Ratenkredite gekürt. Verglichen haben die Experten dabei die Online-Konditionen für einen Kredit in Höhe von 15.000 Euro für drei Laufzeiten und jeweils beste und gute Bonität. Entscheidend für das Ranking waren neben dem besten Effektivzins auch die Konditionen, die die Mehrzahl der Kunden bekommen. „Weil der Gesetzgeber weiß, dass die besten Konditionen der bonitätsabhängigen Zinsen meist zu Marketing-Zwecken eingesetzt werden, hat er die Banken verpflichtet, auch die Zinsen zu veröffentlichen, die Zweidrittel der Kunden tatsächlich erhalten“, sagt Max Herbst, Chef der FMH-Finanzberatung. „Der Vorteil der bonitätsabhängigen Zinsangebote ist, dass ein Kunde seltener abgelehnt wird, sondern im Zweifelsfall einen höheren Zinssatz akzeptieren muss.“ Auch dieser ist im Vergleich zu den Dispo-Zinsen sehr viel günstiger.

Wer 15.000 Euro aufnehmen will und über beste Bonität verfügt, findet bei der Deutschen Skatbank die besten Konditionen. Bei einer Laufzeit von 36 Monaten liegt der Effektivzins bei 0,97 Prozent. Zweidrittel aller Kunden bekommen einen Zins von 2,43 Prozent. Die gleichen Konditionen bekommen sie bei Laufzeiten von 60 und 84 Monaten. Auf Platz zwei folgt die BB Bank. Auch hier sind die Konditionen für alle drei Laufzeiten gleich: Der Effektivzins und der Zins, den Zweidrittel aller Kunden bekommen liegt bei 1,99 Prozent. Platz drei geht für alle drei Laufzeiten an die 1822direkt. Der Effektivzins liegt bei einer Laufzeit von 36 Monaten bei 1,74 Prozent, Zweidrittel der Kunden zahlen aber 3,19 Prozent. Bei den beiden längeren Laufzeiten liegen die Zinsen bei 1,64 beziehungsweise 2,99 Prozent.

Diese teils deutlichen Unterschiede sind Verbraucherschützern wie Niels Nauhauser ein Dorn im Auge. „Die Kreditinstitute werben mit Zinssätzen, die weit unter denen liegen, die Verbrauchern dann tatsächlich im Kreditvertrag angeboten werden“, kritisiert der Experte von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Deshalb sollten Verbraucher immer beide Angaben im Blick haben. „Jeder Kredit hängt von der Bonität ab“, ergänzt Nauhauser. „Verbraucher mit sehr guter Bonität erhalten bessere Konditionen, und solche mit schlechter Bonität erhalten entweder keinen Kredit oder einen Kredit nur zu schlechteren Konditionen.“ Das zeigt auch die FMH-Auswertung.

Wer lediglich über gute Bonität verfügt, zahlt mehr – zumindest beim Blick auf den online ausgewiesenen Effektivzins. Die BB Bank führt das Ranking an – mit einem Effektivzins von 1,99 Prozent über alle drei Laufzeiten, den auch Zweidrittel der Kunden bekommen. Es folgt die Deutsche Skatbank mit einem Effektivzins von 1,98 Prozent, Dreiviertel der Kunden müssen allerdings 2,43 Prozent zahlen. Die drittplazierte 1822direkt berechnet für 36 Monate einen Effektivzins von 2,39 Prozent. Zweidrittel aller Kunden zahlen 3,19 Prozent. Bei einer Laufzeit von 60 und 84 Monaten sind es 2,29 beziehungsweise 2,99 Prozent.

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Max Herbst empfiehlt Kreditnehmern, auf jeden Fall auf die langfristige Bedienbarkeit zu achten. Sie sollten eher eine längere Zinsbindung wählen als Gefahr zu laufen, sich beim Wunsch nach einer schnellen Entschuldung zu überschätzen. „Ratenkredite können jederzeit ganz oder teilweise vorzeitig zurückgezahlt werden“, ergänzt der FMH-Experte. Man zahle maximal ein Prozent des vorzeitigen Rückzahlungsbetrages an Strafzinsen. Bei 800 Euro sind dies zum Beispiel lediglich acht Euro und selbst darauf verzichten viele Banken. Herbst rechnet vor: 15.000 Euro Kredit kosten bei einem Effektivzins von 1,98 Prozent und einer Laufzeit von 36 Monaten immerhin 429 Euro monatlich und bei einer Laufzeit von 84 Monaten nur 191 Euro.

Übereilt müssen Verbraucher übrigens keinen Kredit abschließen. Dass die Ratenkreditzinsen in den kommenden Monaten steigen, glaubt der FMH-Experte nicht. Es könne aber durchaus sein, dass die Banken etwas mehr Risikovorsorge betreiben würden aufgrund möglicher leicht steigender Arbeitslosigkeit infolge der Coronakrise. „Dann werden bestimmt einige Banken auch stärker auf Marge achten“, so Herbst. „Aber eine Zinserhöhung von 0,5 Prozent und mehr sehe ich in den nächsten sechs Monaten nicht.“

Auf den folgenden drei Seiten zeigen wir das Ranking für die Laufzeiten von 36, 60 und 84 Monaten.

Mehr zum Thema: Die KfW hat 2020 fast viermal mehr Studienkredite als im Vorjahr vergeben. Damit stürzen sich die Studenten in eine teure Abhängigkeit – denn die Zinsen bleiben nicht mehr lange bei null. Warum der Kfw-Kredit der teuerste Studienkredit ist.

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