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Zschabers Börsenblick
Warum sich eine Investition in Schwellenländer lohnt Quelle: imago

Trotz Handelskonflikts: Warum Sie jetzt in Schwellenländer investieren sollten

Viele Länder Asiens vereinen eine Menge Vorteile auf sich: Wachstumsdynamik, eine zunehmende Mittelschicht und mitunter auch Rohstoffreichtum. Und: Ihre Binnenkonjunktur weist einen vergleichsweise hohen Anteil auf.

Wenn man den Vereinigten Staaten in diesen Tagen einen Vorwurf nicht machen kann, dann den, dass sie Konflikte scheuen würden. Im Gegenteil: Die politischen und ökonomischen Fronten, an denen die USA derzeit kämpfen, sind an einer Hand schon nicht mehr abzuzählen.

US-Präsident Donald Trump legt sich durch die Aufkündigung des Atomabkommens nicht nur mit dem Iran, sondern gleich auch mit Europa an. Zudem riskiert er durch die jüngsten Forderungen an Nordkorea ein Platzen des mit vielen Erwartungen verknüpften Treffens mit Kim Jong-un. Die USA und China bewegen sich zwar offenbar aufeinander zu. Doch wichtige Details müssen noch verhandelt werden. Angesichts dieser Fülle an Brandherden mutet es fast unwirklich an, dass die Aktienmärkte sich vergleichsweise stabil zeigen.

Es gibt aber auch ein entscheidendes Gegengewicht, das für die gute konjunkturelle Stimmung sorgt. So präsentiert sich die Weltwirtschaft weiterhin recht robust, die jüngsten Unternehmenszahlen aus den USA, aber auch aus China und Europa rechtfertigen im Nachhinein die Lorbeeren, die man der Wirtschaft in Form von Aktienkäufe vorher gegeben hatte. Doch der protektionistische Kurs der USA kann die Lage leicht gefährden, vor allem auch, weil er viele Verlierer kennen dürfte – wird der freie Handel eingeschränkt, leidet darunter das gesamte globale Wachstum.

Ausgerechnet den asiatischen Schwellenländern vor diesem Hintergrund den Rücken zu kehren, wäre aber der falsche Weg. Vor allem im Fernen Osten tun sich einige Chancen auf. Zwar sind etwa gerade China und Südkorea wichtige Handelspartner der USA – China importiert nach Angaben des US-Handelsministeriums monatlich Waren im Wert von 123,1 Milliarden US-Dollar ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten, Südkorea immerhin noch 16,8 Milliarden Dollar –, daher sind solche Nationen von den Restriktionen Trumps deutlich betroffen.

Doch gerade das Beispiel China zeigt, dass Selektion entscheidend ist, immerhin gibt es Unternehmen, die sehr binnenorientiert und entsprechend weniger von den Konflikten mit den USA betroffen sind. Westlichen Otto-Normalbürgern etwa weitestgehend unbekannt sind Unternehmen wie Alibaba und Tencent. Der IT-Konzern Alibaba machte im jüngsten Quartal einen Gesamtumsatz von 9,9 Milliarden US-Dollar. Tencent, ein Internetportal, das unter anderem Messenger-Lösungen und soziale Netzwerke anbietet, gab zuletzt einen Umsatz von etwa 11,7 Milliarden Dollar bekannt. Beide erzielen einen Großteil dieser Erlöse im Heimatland China – und sind dort das Maß aller Dinge.

Entscheidend: die Verschuldung in Dollar
Da ein Engagement in Einzelaktien für Privatanleger aber immer ein hohes Risiko darstellt, sollten diese ihren Blick eher auf ganze Märkte richten – und zwar vor allem auf solche, die über einen starken Binnenmarkt verfügen und im Umkehrschluss eine vergleichsweise geringere Abhängigkeit von den USA aufweisen.
Risikolos sind zwar – wie sollte es auch anders ein – auch diese Regionen nicht. Gerade Volkswirtschaften, deren Verschuldung übermäßig in US-Dollar refinanziert wird, sind derzeit mit Vorsicht zu genießen. Andere Schwellenländer mit niedriger Verschuldung in US-Dollar wiederum können dagegen ihre eigene Geldpolitik betreiben, das lässt ihre Systeme atmen. Und das ist insofern von Bedeutung, als Liquidität gerade in diesem volatileren globalen Umfeld nach wie vor von entscheidender Bedeutung ist.

Erste Wahl: ein Asien-ETF

Für Privatanleger ist die Selektion nach solchen Aspekten schwierig darstellbar. Unter langfristigen Gesichtspunkten – und unter denen sollten Anleger vorzugsweisen agieren – sollte aber ein anderes Kriterium entscheidend sein: die demografische Entwicklung in diesen Ländern. Viele Volkswirtschaften befinden sich in einer früheren bis mittleren Phase des Zyklus, eine wachsende Mittelschicht dient als weiterer Katalysator und das eine oder andere Land kann zudem noch mit einem überdurchschnittlich hohen Rohstoffvorkommen aufwarten.

Auf lange Sicht sollte sich diese fundamentale Stärke durchsetzen. Und sie ist es auch, worauf der Anleger setzen sollte. Risiken geht er dabei am besten mit einem breit streuenden ETF auf den MSCI Emerging Asia aus dem Weg. Unabhängig davon, mit wem sich Donald Trump als Nächstem anlegt.

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