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Gesetzliche Krankenkassen

Die nächste Kasse, bitte!

Anke Henrich
Anke Henrich Freie Autorin, Mittelstands-Expertin

Nach der City BKK droht nun auch der BKK für Heilberufe die Insolvenz. Das dürfte erst der Anfang sein. GKV-Versicherte sollten schon Mal klären, wie gut es ihrer Kasse eigentlich geht.

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Der Eingang der BKK für Quelle: dpa

Falls sich in den nächsten zwei Wochen kein Fusionspartner findet, droht der BKK für Heilberufe die Zahlungsunfähigkeit, hat der Bundesverband der Betriebskrankenkassen heute erklärt. Retten könnte die Kasse jetzt nur noch eine Fusion mit einem Partner aus dem großen Lager der Betriebskrankenkassen. Doch viele davon plagen eigene Sorgen. Der Verband berichtet, Gespräche liefen bereits.

So klang es auch lange zur Zukunft der City BKK, trotzdem wird sie wegen akuter finanzieller Unterversorgung und galoppierendem Mitgliederschwund zum 1. Juli auf Anordnung des Bundesversicherungsamtes geschlossen. Hier wie dort ähneln sich die Szenarien: Bei der City BKK verlieren rund 168.000 Kunden ihre Kasse, bei der BKK für Heilberufe sind es 130.000 Versicherte. In beiden Fällen wird mit Folgekosten bis zu 30 Millionen Euro gerechnet.

Sollte die BKK für Heilberufe ihre Tore schliessen müssen, könnte es den Versicherten ähnlich ergehen wie derzeit den Kunden der City BKK. Sie müssen sich eine neue gesetzliche Krankenversicherung suchen.

Unerwarteter Ansturm

Eigentlich kein Problem: Gesetzlich ist jede Krankenkassen gezwungen, jedermann aufzunehmen. Es halten sich nur nicht alle dran, wie das Beispiel Berlin zeigt. Nach Berichten des Tagesspiegels ließen vor allem die AOK, die Barmer GEK, die Techniker Kasse und die Hanseatische Kasse die Asylsuchenden mit fadenscheinigen Ausreden auflaufen. Zumindest die AOK gibt Probleme zu: Seit Anfang dieser Woche hätten die örtlichen  Filialen einen "Riesenansturm“ von Betroffenen zu verkraften, sagte der Vorstandschef der AOK Nordost, Frank Michalak. "Allmählich bringt uns das in eine Situation, in der wir selber Probleme kriegen.“ Der Ansturm treffe die AOK weitgehend unvorbereitet, sagte der Vorstandschef.

Hinzu käme ein wirtschaftliches Problem. Die AOK Nordost habe bereits etwa 4000 Mitglieder der City BKK aufgenommen. Die seien mit einem Altersdurchschnitt von knapp 65 Jahren knapp zehn Jahre älter als durchschnittliche AOK-Mitglieder. Soll heißen: Sie verursachen mehr Kosten als Jüngere. 

Diese Gemengelage wird von der gesamten Branche aufmerksam beobachtet, denn sie wird sich in den nächsten Jahren in der gesamten Republik wiederholen. Der Mechanismus: Die Kunden brauchen überdurchschnittlich viel medizinische Leistungen, die Kasse fordert deshalb einen Zusatzbeitrag. Was dazu führt, dass immer mehr Versicherte dieser Kasse ihr günstigeres Heil bei einer billigeren Konkurrenz suchen.

Gerade erst erklärte die Deutsche BKK, ein Zusammenschluss der BKKen von Volkswagen, Post und Telekom und damit eine der größten Betriebskrankenkassen, dass sie im vergangenen Jahr 15 Prozent ihrer Versicherten verloren hat. Die deutsche BKK erhebt seit Februar 2010 einen Zusatzbeitrag von 8 Euro – 140.000 Versicherte kehrten ihr daraufhin den Rücken zu.

Erste Warnsignale

GKV-Kunden tun gut daran, rechtzeitig auf erste Warnsignale bei ihrer Kasse zu achten wie überdurchschnittliche Zusatzbeiträge oder/und sich häufende Absagen bei an Kostenübernahmen. Je eher der Wechsel, desto leichter.

Noch versorgen in Deutschland knapp 150 gesetzliche Krankenkassen rund 72 Millionen Menschen. Gesundheitsexperten erwarten, dass auf Dauer nur 30 bis 40 Anbieter überleben werden – was sich nach ihrer Meinung dank größerer Marktmacht und niedrigeren Verwaltungskosten positiv auf die Kostenentwicklung in der GKV auswirken dürfte.

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