Hypothekenfinanzierer Fannie Mae braucht immer weniger Staatshilfe

Der US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae hat den geringsten Quartalsverlust seit der Verstaatlichung vor zwei Jahren vorgelegt. Hält dieser Trend an, könnte die Rettung des Unternehmens billiger werden als erwartet.

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Die Hypothekenbank hat die Intensivstation vorerst entlassen, am Staatstropf hängt sie aber immer noch: 3,13 Milliarden Dollar hat Fannie Mae im vergangenen Quartal verloren, 1,5 Milliarden davon soll der amerikanische Staat tragen. Im ersten Quartal 2010 musste der Staat noch für 8,4 Milliarden Dollar einstehen.

Trotz der vergleichsweise guten Zahlen sind die Bücher von Fannie Mae noch lange nicht gesäubert: Ende Juni standen 218,2 Milliarden Dollar an faulen Krediten unter dem Strich, zwei Milliarden mehr als im Vorquartal. Außerdem sind 129.000 Immobilien aus Zwangsversteigerungen derzeit im Besitz von Fannie Mae.

Seit nun fast anderthalb Jahren werden in den USA monatlich über 300.000 Zwangsversteigerungen angemeldet. Ökonomen schauen besorgt auf diese Zahlen: Bevor sich der Immobilienmarkt nicht berappelt, so manche von ihnen, könne sich die ganze Wirtschaft nicht erholen.

Von der Retterbank zum Milliardenschlucker

Im September 2008 wurde Fannie Mae zusammen mit dem kleineren Schwesterunternehmen Freddie Mac verstaatlicht. Fannie Mae wurde während der Wirtschaftskrise der Dreißigerjahre ins Leben gerufen, um Hypothekengeber mit Geld zu versorgen. Genau 70 Jahre später war das Unternehmen einer der Gründe für den Zusammenbruch der amerikanischen Wirtschaft. Bis dato hat Fannie Mae 86 Milliarden Dollar an Hilfszahlungen vom Staat angenommen.

Der Boom auf dem Immobilienmarkt hatte die Hypothekenfinanzierer gezwungen, immer riskantere Kredite zu übernehmen, um mit den Investmentbanken an der Wall Street konkurrieren zu können. Fannie und Freddie besitzen oder garantieren heute die Hälfte aller amerikanischen Hypotheken im Wert von circa fünf Billionen Dollar.

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