WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Gebäudesanierung Und der Mieter zahlt die Rechnung

Umweltverbände und der Deutsche Mieterbund fürchten bei der geplanten Milliardenoffensive für mehr energetische Gebäudesanierungen eine einseitige Kostenabwälzung auf die Mieter.

Bei energetischen Gebäudesanierungen könnte es zu einer einseitigen Kostenabwälzung auf die Mieter kommen, fürchten Umweltverbände und der Deutsche Mieterbund. Quelle: dpa

Mietern droht nach Auffassung von unterschiedlichen Verbänden eine "Energiearmut" durch steigende Heizkosten. Mehrere Umweltverbände und der Deutsche Mieterbund (DMB) haben die Bundesregierung gemeinsam dazu aufgefordert, den „Stillstand bei der Gebäudesanierung zu überwinden“. Es müsse geklärt werden, wer die Kosten übernehme, sagte DMB-Sprecher Ulrich Ropertz am Montag in Berlin. Die Mieter alleine seien nicht in der Lage, diese zu tragen. „Hier hat die Bundesregierung eine Bringschuld“, sagte Ropertz.

In welchen Städten es an Wohnungen fehlt
LondonDer Londoner Bürgermeister Boris Johnson will mit harten Mitteln den Wohnungsmangel bekämpfen: Er will auf dem Gelände des Flughafens Heathrow ein Wohngebiet für rund 250.000 Menschen bauen lassen. Um den Plan zu realisieren, soll das Gelände für rund 19 Milliarden Euro aufgekauft und bebaut werden. Dafür sollen neue Flughäfen am Rande der Stadt entstehen. Das berichtet die Zeitung "Die Welt". Doch London ist nicht die Stadt, in der es einen starken Wohnungsmangel gibt. Auch in deutschen Großstädten fehlt es an Immobilien. Quelle: REUTERS
In neuem Licht erstrahlt das Münster in Freiburg am Donnerstag Quelle: dpa
Eine Frau fährt am Mittwoch auf einem Fahrrad in Karlsruhe vor dem Schloss durch eine Lindenallee Quelle: dapd
Der Sitz des Verteidigungsministeriums in Bonn auf der Hardthöhe Quelle: dpa
Vor der Rathaus-Kulisse und dem NORD/LB Gebäude (r) tummeln sich am Sonntag Menschen auf dem zugefrorenen Maschsee in Hannover Quelle: dpa
Ein Frachter fährt am Dienstag im Rhein bei Düsseldorf Quelle: dpa
Der Kölner Dom, aufgenommen bei Nacht mit dem Museum Ludwig Quelle: dpa

Die Gefahr besteht darin, dass die Kosten für die Gebäudesanierungen auf die Mieter abgewälzt würden. Das verteuere auf Dauer die Mietkosten. „Den Mietern ist nicht geholfen, wenn sie die Heizkosten bezahlen können, aber dafür die Mieten nicht mehr“, sagte Ulrich Ropertz vom Mieterbund. Jährlich können elf Prozent der Kosten für eine bessere Dämmung auf Mieten umgelegt werden. Ropertz sagte, dies könnte im Schnitt 2,75 Euro mehr im Monat pro Quadratmeter bedeuten.

Missverhältnis bei der Förderung

Erst im Juni hatte der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) vor einer Zuspitzung auf dem Wohnungsmarkt gewarnt, da immer weniger Investoren preiswerten Wohnraum schaffen würden.

"Der Strategiekompass für die richtige CO2-Vermeidungsstrategie bei der Energiewende ist leider abhanden gekommen", sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko damals. "Zwischen der Förderung der erneuerbaren Energien und der energetischen Sanierung ist ein deutliches Missverhältnis entstanden", so der GdW-Chef. Zudem lehne der Mieterbund die geplante Mietrechtsänderung ab, wonach energetische Modernisierungen für drei Monate nicht mehr zu einer Mietminderung führen sollen. Auch der Bundesrat hatte diese Pläne am Freitag in einer Stellungnahme abgelehnt. Der Bundestag entscheidet im Herbst.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%