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14 Großstädte im Zehnjahresvergleich Wo das Wohnen noch erschwinglich ist

Wo die Mieten noch bezahlbar sind Quelle: imago

Die Preisexplosion in Deutschlands Großstädten setzt sich fort. Wie ein Zehnjahresvergleich der 14 größten Städte zeigt, haben sich die Mieten in Berlin mehr als verdoppelt. Andernorts stiegen sie nur um 21 Prozent.

Wohnen in deutschen Großstädten ist längst zum Luxus geworden. Und ein Ende scheint nicht in Sicht. Wie aus einer aktuellen Studie der Immobilienplattform immowelt.de hervorgeht, steigen die Mieten weiter rasant an – am stärksten in Berlin. Dort schnellten die Preise seit 2008 um 104 Prozent in die Höhe. Mieter zahlen damit heute im Schnitt mehr als doppelt so viel wie noch vor zehn Jahren.

Trotz der enormen Preissteigerung landete Berlin in dem bundesweiten Städtevergleich nur auf Platz fünf. Die Entwicklung bezeichnet das Immobilienportal dennoch als bedenklich. Schließlich habe Berlin 2008 mit 5,60 Euro noch am günstigen Ende der Preisskala gelegen – gleichauf mit Essen im Ruhrgebiet. Heute liegt die Durchschnittsmiete bei 11,40 Euro. Grundlage der Auswertungen sind 250.000 Inserate aus den 14 größten deutschen Städten, die auf dem Immobilienportal veröffentlicht wurden.

München ist am teuersten – in Ostdeutschland sind die Preise noch moderat

Doch auch in anderen deutschen Städten ist die Lage nicht weniger dramatisch. Besonders die Münchener müssen auf der Suche nach einer Wohnung eine Menge Geld mitbringen. Zwar verzeichnet die bayerische Landeshauptstadt „nur“ einen Anstieg von 61 Prozent. Mit 17,90 Euro pro Quadratmeter im Median ist sie aber weiterhin Spitzenreiter des deutschen Mietmarktes. Der Wohnungsmangel treibt die Preise in immer neue Höhen. So ist der Anteil leerstehender Immobilien niedriger als in allen anderen untersuchten Städten und tendiert gen 0 Prozent.

Stadt1. Halbjahr 20081. Halbjahr 2018Veränderung 2008 zu 2018
Berlin5,60 €11,40 €104%
Bremen6,20 €8,20 €32%
Dortmund5,20 €7,00 €35%
Dresden5,50 €7,40 €35%
Düsseldorf7,50 €10,20 €36%
Essen5,60 €6,80 €21%
Frankfurt am Main9,70 €13,80 €42%
Hamburg8,00 €11,90 €49%
Hannover5,80 €8,80 €52%
Köln8,20 €10,70 €30%
Leipzig4,80 €6,50 €35%
München11,10 €17,90 €61%
Nürnberg6,50 €10,00 €54%
Stuttgart8,70 €12,30 €41%

Dass Bayern eines der heißesten Pflaster des Wohnungsmarktes ist, beweist auch eine andere süddeutsche Stadt: Nürnberg belegt ebenfalls einen der Top-3-Plätze in Sachen Mietpreissteigerung. Von 6,50 Euro auf 10 Euro, also um 54 Prozent, schossen die Mieten in den letzten zehn Jahren in die Höhe. Und auch in Nürnberg ist der Markt aufgrund eines Leerstands von unter 1 Prozent stark angespannt.

Erschwinglicheren Wohnraum mit gemäßigteren Preisanstiegen bieten dagegen der Osten und das Ruhrgebiert. Doch auch die Bewohner von Leipzig und Dresden mussten eine Verteuerung von jeweils 35 Prozent seit 2008 hinnehmen. In Leipzig kostet der Quadratmeter derzeit 6,50 Euro, in Dresden 7,40 Euro. Auch die Auswahl an freien Wohnungen ist in der sächsischen Großstadt größer: Mit knapp fünf Prozent verzeichnet Leipzig den höchsten Leerstand der 14 Großstädte.

Über den geringsten Preisanstieg in der Studie dürfen sich unterdessen die Essener freuen. In der nordrheinwestfälischen Stadt kam es zu einer Steigerung von 21 Prozent. Auch absolut betrachtet, ist der Quadratmeter hier mit 6,80 Euro noch vergleichsweise günstig. Im nahegelegen Dortmund legten die Immobilien in den letzten zehn Jahren um 35 Prozent zu, von 5,20 Euro auf 7 Euro.

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