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Adler Real Estate Adler aus der Asche

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Kein offizielles Amt

Welche Rolle Großaktionär Caner bei Adler spielt, ist strittig. Ein offizielles Amt bekleidet er nicht. Adler sagt: „Er berät verschiedene Investoren der Adler und begleitet im Einzelfall die ein oder andere Transaktion.“ Mehrere Geschäftspartner aber bezeichnen Caner als „Strippenzieher“ und den „Mann hinter Adler“. Bei Verhandlungen sitze er mit am Tisch, heißt es im Umfeld des Unternehmens. Adler sagt, die Geschäfte würden vom Vorstand in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat geführt. Was die Branchenkenner erzählen, klingt aber eher nach heimlichem Chef als nach einem Begleiter, der dann und wann mal einen Deal anschleppt.

Wo die deutsche Bauwut grassiert
Hamburg Quelle: dpa
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Adler hat mit Firmen aus Caners Dunstkreis auch einige Geschäfte gemacht. Zu den Firmen zählen:

  • S.A.M. Bassan. Die Firma dient als Adresse von Caner in Monaco. Geschäftsführer sind Gerda Caner, Caners langjähriger Kumpan Wolfgang Hahn sowie ein Gesellschafter des Adler-Aktionärs Mezzanine IX.
  • M1 Beteiligungs GmbH. Hinter der Firma steht laut Handelsregister indirekt ein Wiener Anwalt. Die Frage, ob ihm die Firma gehört, lässt der Anwalt unbeantwortet. Geschäftsführer ist wiederum Wolfgang Hahn. Laut zwei Immobilienprofis, die mit M1 zu tun hatten, ist die Firma Cevdet Caner zuzurechnen. Der äußert sich dazu nicht. Adler ist nach eigenen Angaben nicht bekannt, dass Caner hinter M1 steht.
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    • Pruß GmbH. Ein Eigentümer ist heute Caners Mezzanine IX. Bis vor einem Jahr hielt den Mezzanine-Anteil noch der Wiener Anwalt. Geschäftsführer ist Hahn – die gleiche Konstellation wie bei der M1. Auch hier will der Anwalt sich nicht zu den Besitzverhältnissen äußern.
    • Deutsche Land- und Jagdimmobilien GmbH. Laut Handelsregister gehört sie einem Aufsichtsrat von Adler, der zugleich die Geschäfte von Adlers Großaktionär Mezzanine IX führt.

    Von einer dieser Gesellschaften hat Adler Aktien des Wettbewerbers Estavis erworben. Bei der Übernahme der Westgrund kaufte Adler der Mezzanine ein Aktienpaket ab.

    Zudem hat Adler von diesen Gesellschaften Unternehmen mit Wohnungen in Sachsen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen gekauft. Die Immobiliengeschäfte stellt Adler als gewinnbringend dar. Von Gutachtern bestätigte Werte der Gebäude lägen über dem Einkaufspreis.

    Immobilien



    Tolle Renditeobjekte sind die Immobilien damit aber nicht unbedingt. Die von der Pruß übernommene Immobiliengesellschaft etwa machte 2012 und 2013 Verlust, die Immobiliengesellschaft der Land und Jagd kam in den vergangenen drei Jahren auf vier Millionen Euro minus. Eine der S.A.M. Bassan und M1 abgekaufte Gesellschaft mit 200 Wohnungen in Schwelm machte 2014, nach zwei Verlustjahren, einen kleinen Gewinn.

    Geschäfte mit Aktionären, Aufsichtsräten und anderen nahestehenden Personen sind nicht verboten, aber grundsätzlich heikel. Die Gefahr, dass jemand seine Machtposition zulasten der anderen Aktionäre missbraucht, liegt auf der Hand. „Interessenkonflikte“ heißt dies im Anwaltsdeutsch – der Großaktionär setzt seine Interessen durch, der Privatanleger hat den Konflikt, spotten Zyniker.

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