Auslandsimmobilien Mallorcas Villen finden reißenden Absatz

Luxusimmobilien auf der Balearen-Insel sind gefragt wie seit langem nicht. Schnäppchen sind auf Mallorca allerdings nicht mehr zu machen. Ausländische Käufer liefern sich regelrecht Bietergefechte.

Teuer, teurer, Mallorca
Stadthaus im Herzen von Palma: Die Spitzenquadratmeterpreise betragen dort derzeit „nur“ 8000 Euro. Diese Immobilie war einst ein gotischer Palast und bietet neben etwa 605 Quadratmetern Wohnfläche einen spektakulären Blick auf die Altstadtdächer, die Kathedrale und das Meer. Der Angebotspreis liegt bei 4,8 Millionen Euro. (Quelle: Engel & Völkers Mallorca)
Auch wenn das Dorf Estellencs 2013 wegen Buschbränden evakuiert werden musste: Hier im Südwesten von Mallorca kostet der Quadratmeter einer Luxusimmobilie bis zu 20.000 Euro. Die Spitzenquadratmeterpreise reichen derzeit von 6.800 Euro im Süden, über 7.000 bis 8.000 Euro im Inselinneren, im Norden und in Palma, 10.000 Euro im Nordosten zu mehr als 18.000 Euro an der Westküste. Für Topobjekte im exklusiven Puerto de Andratx werden mittlerweile Quadratmeterpreise von bis zu 25.000 Euro erzielt. Quelle: dpa
Spanische Königsyacht Fortuna Quelle: dpa
Landhaus in Sencelles im Inselinneren Mallorcas: Laut der Spanischen Notarkammer haben sich die Immobilienkäufe durch Ausländer auf den drei Baleareninseln Mallorca, Menorca und Ibiza insgesamt seit 2008 von 1642 Immobilien auf 3571 im Jahr 2012 verdoppelt. Die meisten Käufer von Ferien- und Luxusimmobilien auf Mallorca kommen aus dem deutschsprachigen Raum, gefolgt von Kunden aus Großbritannien, Skandinavien und Russland. Interessenten für diese Villa müssen 7,75 Millionen Euro auf den Tisch legen, bekommen dafür aber auf etwa 987 Quadratmetern Wohnfläche neun Zimmer. (Quelle: Engel & Völkers Mallorca)
Die mallorquinische Villa des Finanzunternehmers Carsten Maschmeyer, die durch einen kostenlosen Aufenthalt des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff für Aufregung sorgte: Gefragt sind nach Angaben des Vermittlungsunternehmens Engel & Völkers Villen und Penthäuser sowie historische Immobilien im traditionellen Finca-Stil mit Blick auf die Berge. Darüber hinaus stehen moderne Neubauobjekte mit Technik und Ausstattung auf neustem Stand sehr hoch im Kurs. Quelle: dpa
Hochbetrieb am Strand von El Arenal: Investoren und Projektentwickler reagieren nach Angaben von Immobilienexperten auf die hohe Nachfrage im Luxus-Segment. Da der Markt im Aufschwung ist, wird auf der Insel wieder deutlich mehr gebaut und private Käufer konkurrieren mit Investoren um die besten Grundstücke. Preisabschläge gibt es kaum noch. Quelle: dpa
Luxusvilla in der exklusiven Wohngegend Las Brisas in Puerto de Andratx: „Die Mehrzahl der internationalen Käufer im Luxus-Segment ist momentan noch über 50 Jahre alt. Doch die Interessenten werden zunehmend jünger“, beobachtet der Immobilienexperte David Scheffler. Egal ob jung oder alt – der zukünftige Inhaber dieser Villa lebt auf einer Wohnfläche von etwa 555 Quadratmetern und einer Terrassenfläche von 350 Quadratmetern. Das Anwesen bietet einen Blick aufs offene Meer und steht zurzeit für 14,5 Millionen Euro zum Verkauf. (Quelle: Engel & Völkers Mallorca)

Die ausladende Finca mit Meerblick, Pool, 21 Zimmern und mehr als 2000 Quadratmetern Wohnfläche sieht schon etwas heruntergekommen aus. Im Pool ist nur noch wenig algengrünes Wasser, die Terrassensteine haben schon reichlich Patina angesetzt, die Gärten sind abgesehen von den großen Palmen im Eingangsbereich karg. Sie liegt hoch über dem Meeresspiegel in Mallorcas Tramuntana-Gebirge, mit Blick auf den Hafen von Valldemossa. Die Grundmauern sind über 100 Jahre alt, 98 Hektar Land gehören dazu. Der Immobilienmakler Engel & Völkers bietet sie zum Verkauf an. Preis: 13,5 Millionen Euro.

Im Premiumsegment ist bei Mallorcas Immobilienmaklern angesichts solcher Preise nichts davon zu spüren, dass sich Spanien erst jetzt allmählich von den Krisenturbulenzen erholt. Engel & Völkers, die gleich mit 16 Niederlassungen auf der Mittelmeerinsel präsent sind, sprechen gar von ihrem erfolgreichsten Jahr seit 15 Jahren. Den Villenboom bestätigt auch ein Wettbewerber. „Der Mittelmeerarchipel ist gefragter denn je. Noch nie wurden in einem Jahr so viele Villen über fünf Millionen Euro verkauft”, sagt Daniel Chavarria Waschke, Geschäftsführer der Balearics Sotheby”s International Realty, vor allem mit Blick auf Mallorca, aber auch die übrigen Balearen-Inseln. Der Makler ist eine Tochter des traditionsreichen britischen Auktionshauses Sotheby’s.

Wo die Deutschen Ferienhäuser kaufen
Platz 10: ItalienBella Italia hat in unter den 2664 befragten Ferienhauskäufern an Beliebtheit eingebüßt. Das hat eine Marktanalyse des Ferienhausvermittlers HomeAway Fewo-direkt und des Immobilienmaklers Engels & Völkers ergeben. Bis 2011 entschieden sich demnach noch 7,3 Prozent der Käufer für eine Immobilie in Italiens Urlaubsregionen. Seitdem ist ihr Anteil auf nur noch 1,4 Prozent gesunken. Die beliebteste Urlaubsregion Italiens bleibt die Toskana. Quelle: dpa
Platz 9: NiederlandeDie Nordseeküste der Niederlande ist ein Urlaubsklassiker. Doch auch im Ferienhausmarkt ist die dortige Immobilienkrise angekommen. Nach 2,6 Prozent bis 2011 entschieden sich in den vergangenen drei Jahren nur noch zwei Prozent der Deutschen für einen Immobilienkauf in den Niederlanden. Quelle: obs
Platz 8: FrankreichAuch das große Nachbarland ist trotz "Savoir Vivre" in der Gunst deutscher Immobilienkäufer gesunken. Nur noch 2,0 Prozent entschieden sich für einen Kauf in einer der vielen französischen Urlaubsregionen. Zwei Jahre zuvor waren es noch 6,0 Prozent gewesen. Quelle: dpa
Platz 7: SchweizDas Urlaubsdomizil in den Bergen hat Liebhaber verloren. In der Schweiz erwarben nur 2,3 Prozent der deutschen Ferienhauskäufer eine Immobilie. Vor zwei Jahren waren es immerhin 3,7 Prozent. Quelle: dpa
Platz 6: ÖsterreichHeurigen-Lokale, Skigebiete und malerische Landschaften locken offenbar nicht mehr so viele Käufer an: Die Nachfrage nach Ferienimmobilien sank von 9,1 Prozent auf 5,7 Prozent unter deutschen Ferienimmobilienkäufern. Quelle: dpa
Platz 5: USAAmerika ist wieder zurück. Nach Jahren eines kriselnden Häusermarktes nutzen hiesige Immobilienkäufer in der beginnenden Markterholung gern die gesunkenen Immobilienpreise in Übersee – vor allem im Sonnenstaat Florida. Nachdem sich bis 2011 nur 2,1 Prozent der Käufer für die USA entschieden, waren es in den vergangenen drei Jahren 6,3 Prozent. Das war der zweithöchste Zugewinn in der Untersuchung. Quelle: dpa
Platz 4: Schleswig-Holstein - OstseeküsteBei den heimischen Käufern von Ferienhäusern steht das nördlichste Bundesland hoch im Kurs. 7,4 Prozent entschieden sich für eine Immobilie in Schleswig-Holstein – überwiegend an der Ostseeküste. Unter den Lieblingsstandorten in Deutschland ist das aber nur der dritte Platz. Quelle: dpa

Nach Ausbruch der Staatsschuldenkrise und dem Zusammenbruch des spanischen Immobiliensektors gab es lediglich geringe Preisrückgänge, der von ausländischen Käufern geprägte Markt für Luxusimmobilien zeigte sich sehr stabil. Heute läuft das Geschäft mit den herrschaftlichen und teils opulent eingerichteten Luxusvillen besser denn je. Die Preise pro Quadratmeter Wohnfläche erreichen in der Spitze stolze 25 000 Euro. Selbst am unteren Ende des Premiumsegments in Mallorcas Süden werden immer noch 6800 Euro je Quadratmeter fällig.

Käufer zu finden, ist offensichtlich kein großes Problem. Engel & Völkers verkaufte 2013 so viele Spitzenobjekte wie seit 15 Jahren nicht. Der durchschnittliche Verkaufspreis für eine Villa direkt an der Küste mit fünf Schlafzimmern und sehr hochwertiger Ausstattung lag im vergangenen Jahr inselweit bei fünf Millionen Euro.

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