Axel Gedaschko GdW-Präsident fordert Steueranreize für Wohnungsbau

Jährlich 400.000 Wohnungen müssten in Deutschland gebaut werden, tatsächlich werden aber nur rund 248.000 Einheiten fertiggestellt. Die Wohnungs- und Immobilienunternehmen haben deshalb klare Forderungen an die Politik.

Der Präsident des Branchenverbandes GdW plädiert unter anderem dafür, die Bauverfahren zu beschleunigen, die Grunderwerbssteuer in Wachstumsregionen zu senken, sozialen Wohnungsbau stärker zu fördern und den kräftigen Anstieg der Mietnebenkosten zu begrenzen. Quelle: dpa

BerlinDie Wohnungswirtschaft macht Druck auf die Politik, Steueranreize in Milliardenhöhe für den Mietwohnungsbau zu beschließen. „Es wäre fatal für den Markt, wenn wir mit einer Hängepartie in die Sommerpause gehen“, sagte der Präsident des Branchenverbandes GdW, Axel Gedaschko, am Montag in Berlin. Hier sei eine rasche Entscheidung nötig. Die Steueranreize liegen derzeit im Bundestag auf Eis. Bundesbauministerin Barbara Hendricks hatte sich vor kurzem zuversichtlich geäußert, dass sich SPD und Union noch vor der Sommerpause einigen könnten. Durch die Sonderabschreibung sollen Investoren über drei Jahre 29 Prozent der Baukosten bei der Steuer geltend machen können. Laut Gesetzentwurf kostet dies die öffentliche Hand mindestens 2,15 Milliarden Euro.

In Deutschland müssten pro Jahr rund 400.000 Wohnungen gebaut werden, bekräftigte Gedaschko. Im vergangenen Jahr seien aber nur rund 248.000 Einheiten fertiggestellt worden. „Das deckt den Bedarf immer noch nicht“, mahnte der GdW-Chef. Hier hinke man „meilenweit“ hinterher. Derzeit fehlten rund 800.000 Einheiten, viele davon im sozialen Wohnungsbau und „bezahlbare Mietwohnungen in Ballungsgebieten“. Gedaschko plädierte an die Politik, unter anderem die Bauverfahren zu beschleunigen, die Grunderwerbssteuer in Wachstumsregionen zu senken, sozialen Wohnungsbau stärker zu fördern und den kräftigen Anstieg der Mietnebenkosten zu begrenzen.

In Wohnungen der GdW-Unternehmen wohnen bundesweit rund 13 Millionen Menschen. Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) vertritt damit Firmen, die fast 30 Prozent alle Mietwohnungen in Deutschland bewirtschaften.

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