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Baufinanzierung Banken legen Hauskäufer an die Kette

Die Banken wollen bei der Vergabe von Immobilienkrediten strenger werden. Für angehende Hausbesitzer besteht aber kein Grund zu Panik. Warum Hypothekendarlehen für Hauskäufer noch länger günstig bleiben.

Die besten Immobilienfinanzierer
Modell eines Einfamilienhauses Quelle: dpa
Berlin Quelle: dapd
Dresden Quelle: dpa
Düsseldorf Quelle: dpa
Frankfurt Quelle: dpa
Hamburg Quelle: dpa
Hannover Quelle: dpa

Im Dezember 2012 war die Immobilienfinanzierung so günstig wie nie: Eine Hypothek von 150.000 Euro gibt es inzwischen für nur noch 571 Euro monatlich. Das hat der Finanzdienstleister Dr. Klein für einen Kredit mit zwei Prozent Tilgung, 80-prozentiger Beleihung und zehn Jahren Zinsbindung ausgerechnet. Seit das Unternehmen im Jahr 2009 damit begonnen hat, diese Daten zu erheben, ist das die niedrigste verzeichnete Monatsrate. Genau ein Jahr zuvor war die Monatsrate für diese Standardfinanzierung um mehr als 100 Euro teurer.

Mit den günstigen Finanzierungskonditionen für Hauskäufer und den steigenden Preisen auf dem Immobilienmarkt steigen parallel auch die Kreditsummen: Die durchschnittliche Höhe des Immobilienkredits stieg im Vergleich zum Vorjahreswert um 15.000 Euro auf 166.000 Euro. Mehr als zwei Drittel der Immobiliendarlehen sind mit einem festen Zinssatz ausgestattet. Die durchschnittliche Zinsbindungsfrist für diesen starren Zins liegt bei zwölf Jahren. Kredite mit einem variablen Zinssatz machen hingegen nicht mal 1,7 Prozent der Fälle aus. Kurz: die günstigen Immobilienkredite werden gern genutzt.


Droht das Ende der niedrigen Zinsen?
Als vergangene Woche die Ergebnisse der vierteljährlichen Umfrage der Deutschen Bundesbank unter den Geldinstituten erschienen, klang das in den Ohren einiger wie das Ende der billigen Immobilienkredite. Demnach haben die Banken im letzten Quartal des vergangenen Jahres die Richtlinien für Immobilienkredite leicht Verschärft. Schlimmer noch: Die befragten Banken planen eine deutliche Verschärfung ihrer Kreditvergaberegeln im ersten Quartal 2013. Den Daten zufolge plant mehr als ein Fünftel der von der Bundesbank befragten Kreditinstitute, die Kriterien für die Bewilligung einer Hypothek heraufzusetzen.

Je länger ein Markt boomt, umso mehr Leichtsinn gebiert er. Das wissen auch die Banken. Offenbar wollen sie die Risiken aus einer womöglich leichtfertigen Vergabe von Darlehen an Immobilienkäufer weiter begrenzen. Die Immobilienfinanzierung könnte für Verbraucher schwerer werden - vor allem für jene knapp ausreichender Zahlungskraft.

Ist die Zeit der billigen Immobilienkredite damit vorbei? „Bundesbank warnt: Bauzinsen steigen“ war nach Veröffentlichung der Bundebank-Zahlen zu lesen. Beginnt jetzt eine Torschlusspanik unter Hauskäufern, die sich die günstigen Konditionen noch schnell sichern wollen? Stephan Scharfenorth, Geschäftsführer des Baufinanzierungsportals baufi24.de, glaubt das nicht. „Verbraucher müssen zwei Dinge unterscheiden: Die Verschärfung der Kreditvergabe einerseits und die Bauzinsen andererseits“, sagt Scharfenorth. „Die Kriterien an eine Kreditzusage haben keine unmittelbare Wirkung auf die Zinshöhe. Wir erwarten auf Sicht der nächsten sechs Monate keine signifikanten Zinserhöhungen, allenfalls mal einen leichten Anstieg.“

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