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Baufinanzierung damals und heute Hausbauer sparen die Hälfte der Zinskosten

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Strengere Banken

„Mit dem WIKR ist der Gesetzgeber über das Ziel hinausgeschossen. Die Vorgabe vieler Banken an die Kunden, die Schulden bis zur Rente weitestgehend zu tilgen, ist übertrieben“, kritisiert Neumann. „Was ist denn schlimm daran, ein Haus im Wert von 200.000 Euro mit einer Restschuld von 50.000 Euro zu vererben? So ein Erbe schlägt in der Regel niemand aus.“ Tatsächlich soll die WIKR nach viel Kritik wieder ein wenig entschärft werden.

Zwar haben sich die Voraussetzungen für eine Immobilienfinanzierung insgesamt erhöht, nicht zuletzt sind die Eigenkapitalanforderungen heute schwerer zu erfüllen als vor zehn Jahren – was insbesondere an den gestiegenen Immobilienpreisen und den Nebenkosten liegt. Aber unter dem Strich sind die Finanzierungskonditionen immer noch höchst attraktiv.

Bleibt es so günstig?

Heute stellt sich für Haushalte, die mit dem Immobilienkauf liebäugeln und in der Lage sind Eigenkapital und Nebenkosten anzusparen, daher vor allem eine Frage: Wie lange bleiben die Finanzierungskonditionen noch so günstig?

Viele Experten erwarten, dass die Hypothekenzinsen erst mittel- bis langfristig deutlich steigen. Bei Dr. Klein etwa rechnet Neumann nicht mit einem großen Zinssprung und noch für einige Jahre mit einem insgesamt niedrigen Niveau. Ähnlich schätzen das viele Zinsexperten ein, auch wenn sich in den USA allmählich eine Zinswende ankündigt, die auch nach Europa ausstrahlen könnte.

Zinsen bleiben, Preise steigen

Dass sich die Baufinanzierung auf Niedrigzinsniveau für die Banken noch immer lohnt, mag verwundern, zumal Banken zunehmend Gebühren erheben, um ihre Gewinnsituation zu verbessern. An der Zinsschraube drehen sie deshalb noch lange nicht. „Für die Banken sind Immobilienkredite ein hoch attraktiver Markt. Auch wenn die Ertragslage der Banken mitunter schwierig ist, ist ihr Appetit nach Baufinanzierungen groß. Der hohe Wettbewerbsdruck sorgt dafür, dass sie sich mit Zinsmargenerhöhungen sehr schwer tun“, ist Neumann überzeugt.

Allerdings dürften angesichts der niedrigen Zinsen auch die Immobilienpreise noch eine ganze Zeit weiter steigen. Betroffen dürften davon vor allem Großstädte und ihre Speckgürtel sei, während im ländlichen Raum die Preise stagnieren oder sogar sinken. „Nach meiner Meinung sind wir bei den Immobilienpreisen noch nicht am Ende“, prognostiziert Neumann. „Ich erwarte grundsätzlich weiter steigende Preise, zumal Anlagealternativen für Kapitalanleger fehlen. Wir sehen jedenfalls nicht, dass das Immobilienangebot dramatisch steigt, wir müssen erst den Rückstand aufholen. Aber die Dynamik der Preiserhöhungen dürfte in einigen Regionen abnehmen.“

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