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Baufinanzierung Gezerre um neue Spielregeln für Immobilienkredite

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Vielleicht nur noch sechs Monate Widerrufsjoker

Für Hausbesitzer besteht durch diesen Widerrufsjoker die Chance, einen laufenden Immobilienkredit vor Ablauf der Vertragslaufzeit und damit innerhalb der Zinsbindungsfrist zu widerrufen, ohne eine teure Vorfälligkeitsentschädigung an den Baufinanzierer zahlen zu müssen.

Nach dem ursprünglichen Gesetzentwurf bleibt diese Möglichkeit für laufende Immobiliendarlehen auch weiterhin erhalten. Die konkreteren Vorschriften zur Widerrufsbelehrung und ihrer Wirkung beziehen sich nämlich nur auf neu abgeschlossene Kreditverträge.

Die Tücken einer Immobilienfinanzierung
Foto Monopolyhäuser auf Cent-Münzen
Wegende Quelle: ZB
Sanduhr
Monopolyhäuser auf Ein-Euro-Münzen Quelle: dpa Picture-Alliance
Logo der Kfw Quelle: dapd
Sparkassenlogos Quelle: dpa
Haus zu verkaufen Quelle: dpa

Das kann sich jedoch bald ändern. Derzeit wird der Gesetzentwurf heftig diskutiert. Das Bundeskabinett hat Meldungen zufolge schon Anfang Oktober entschieden, den Gesetzentwurf um eine Regel für bestehende Immobilienfinanzierungen zu ergänzen. Dann könnte im Gesetzentwurf stehen, dass der Widerrufsjoker spätestens nach drei Monaten ein für alle Mal aus dem Spiel genommen wird. Dann wäre spätestens am 21. Juni 2016 die Chance auf einen günstigen Ausstieg aus dem alten Kreditvertrag mittels Widerrufsjoker verstrichen. Gerüchten zufolge soll Anfang Dezember die zweite Lesung des WIKR bevorstehen.

Was Immobilienbesitzer tun können

Für viele Hausbesitzer mit fehlerhafter Widerrufsbelehrung im Kreditvertrag ist das also noch etwa ein halbes Jahr lang eine Steilvorlage für eine lohnende Umfinanzierung. Weil die Bauzinsen seit 2008 rapide gefallen sind und immer neue Tiefen ausgelotet haben, könnten Sie so aus dem hochverzinsten Altvertrag ohne Vertragsstrafe – also ohne teure Vorfälligkeitsentschädigung - günstig aussteigen und zu Minizinsen eine Anschlussfinanzierung abschließen. So sparen sie nicht nur bei der Vorfälligkeitsentschädigung, sondern vor allem bei den laufenden Kreditraten. Je nach Höhe der Restschuld und der verbleibenden Vertragslaufzeit kommen so leicht Einsparungen über viele tausend Euro zustande.

Den kreditgebenden Banken und Finanzdienstleistern ist das natürlich ein Dorn im Auge, weil ihnen damit hohe Zinseinnahmen entgehen. Die deutsche Kreditwirtschaft sieht den Gesetzgeber hier in der Pflicht, den „ewigen“ Widerruf zu stoppen – zumal die fehlerhaften Widerrufsbelehrungen auch auf ein Muster des Gesetzgebers aus diesen Jahren zurückgehen, dessen Formulierung der Bundesgerichtshof später als unwirksam beurteilt hat.

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