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Betongold Immobilienmarkt boomt weiter – aber (noch) keine Blase in Sicht

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"Preisblasen werden wahrscheinlicher"

Es gilt als wahrscheinlich, dass ein Großteil der zusätzlichen Liquidität, welche die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihren Anleihekäufen in den Markt pumpt, die Vermögenspreise befeuern wird. Zwar gebe es derzeit kein erhöhtes Risiko für eine Preisblase am deutschen Immobilienmarkt, so Bundesbankvorstand Andreas Dombret.

Aber: „Preisblasen werden wahrscheinlicher“, sagt Dombret. Bisher galt das Überhitzungs-Risiko nicht nur aufgrund der soliden Kreditvergabe der Banken als relativ gering. Zumindest ein Teil des Preisanstiegs gilt als Aufholprozess, da die Preisentwicklung davor sehr schwach ausfiel.

Fraglich ist allerdings, wie lange die private Verschuldung für Immobilien noch auf einem normalen Niveau bleibt. Denn dank der frischen Geldschwemme der EZB könnte die Finanzierung der Wunschimmobilie für viele erschwinglicher werden. Da sowohl Miet- als auch Kaufpreise vor allem in den Großstädten immer höher werden, wird der Kauf einer Immobilie im Vergleich wieder attraktiver.

In diesen Städten springen die Preise in die Höhe
Immobilien Quelle: dpa
Berlin Quelle: dpa
Berlin Quelle: AP
Ein Haus wird mit dem Kran in eine Baulücke gehoben Quelle: AP
Altbauten Quelle: dpa
Frankfurt Quelle: dpa
Frankfurt Quelle: dpa

Starke Preissteigerungen in Metropolregionen

Wären da nicht die hohen Kaufpreise. Wer urban wohnen will, muss tief in die Tasche greifen. Eine Untersuchung des Marktforschungsinstituts Empirica für das „Handelsblatt“ zeigt, dass Wohnungspreise im Vergleich zum örtlichen Jahreseinkommen in den vergangenen fünf Jahren um rund ein Drittel teurer geworden sind. Das gilt für die Immobilienhochburgen Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt, Köln, München und Stuttgart.

Besonders eklatant ist die Schere zwischen Einkommen und Immobilienpreisen in München. Für eine gute 80 Quadratmeter-Wohnung musste das 7,6-fache des ortsüblichen Jahreseinkommens gezahlt werden. Vor fünf Jahren war es nur das 4,9-fache, die Preise sind deutlich schneller gestiegen als die Einkommen.

Immobilien



Auch in Berlin sind hohe Preissteigerungen zu beobachten. Nach Angaben des Kreditinstituts Berlin Hyp und der Immobilienanalysten von CBRE stiegen die Mieten im vergangenen Jahr im Schnitt um 6,6 Prozent – mehr als in Hamburg oder Köln. Das liegt allerdings weiterhin daran, dass das Preisniveau in Berlin insgesamt noch deutlich unter dem in anderen Metropolen liegt, es handelt sich also um einen Aufholeffekt. Insgesamt führen die Preisanstiege aber dazu, dass selbst in Problemvierteln die Mieten für viele kaum noch erschwinglich sind.

Egal ob München oder Berlin, teuer wird es insbesondere in Lagen, in denen Vermögende Immobilien als Kapitalanlage kaufen und damit die Nachfrage treiben. Den Mini-Zinsen sei Dank gilt Betongold in den Augen vieler als einzig verbliebene Anlagealternative zu Aktien. Und das dürfte auch auf absehbare Zeit so bleiben. Um mögliche Überhitzungen zu vermeiden, sollten Banken also bei ihrer strikten Kreditvergabe bleiben.

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