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Börsengang Enttäuschender Börsenstart für Instone Real Estate

Das Debüt der Essener Immobilienfirma Instone Real Estate an der Börse in Frankfurt verlief durchwachsen. Der Wert der Papiere.

Die Aktien des Immobilienentwicklers Instone schwächelten bei ihrem Debüt auf dem Frankfurter Parkett. Quelle: dpa

FrankfurtKurz vor dem offiziellen Börsengang  der Immobilienentwickler Instone Real Estate steht CEO Kruno Crepulja mit seinen Vorstandskollegen bei eisigen Temperaturen vor dem Gebäude der Börse in Frankfurt. Sie posieren vor den dort platzierten Bronzestatuen von Bulle und Bär. Die Männer berühren die Hörner des Bullen. Eine Aktion, die Ihnen Glück bringen soll, da der Bulle symbolisch für steigende Kurse an der Börse steht.

Eine knappe Stunde später steht die Stunde der Wahrheit bevor. Crepulja wartet auf dem Parkett der Frankfurter Börse vor der berühmten Börsenglocke. Er trägt sich in das goldene Buch des Hauses ein und wird danach beglückwünscht. Seine Kollegen bekommen noch flüsternd empfohlen, ihre Krawatten zu richten – diese sähen auf den Livebildern nicht gut aus.

Kurz vor halb zehn ruft ein Makler den ersten Preis aus. Mit 21,50 Euro pro Aktie entspricht dieser zwar genau dem Ausgabepreis. Dieser fiel aber bereits niedriger aus als erwartet. Die Preisspanne reichte von eben diesen 21,50 Euro bis hin zu 25,50 Euro. Dennoch jubelt Crepulja im Moment der Verkündung und läutet beschwingt die Glocke. Er wirkt erleichtert. Es gibt Sekt und Lachsschnittchen.

Insgesamt bringt die Emission dem Unternehmen 428 Millionen Euro ein, davon geht der Großteil an den Finanzinvestor Activum SG, den bisherigen Alleineigentümer.

Von einem schlechten Ergebnis will Kruno Crepulja nicht sprechen. Im wichtigsten Moment der Geschichte von Instone Real Estate zeigt er sich erfreut. „Wir sind froh, dass die Investoren in einer durchaus volatilen Zeit der Aktienmärkte das Vertrauen in uns hatten“, so der Vorstandsvorsitzende gegenüber dem Handelsblatt nach der Veranstaltung. Das Feedback der Investoren sei sehr positiv gewesen. „Wir werden als Unternehmen alles daran setzen, damit der Aktienkurs steigt.“

Man glaube fest daran, dass sich der Markt für Instones Immobilien weiter nach oben entwickelt. „Deutschland ist ein fantastischer Standort. Deswegen sind wir heute hier.“

Dies soll durch neue Ideen und Projekte gelingen. Als Beispiel nennt er ein Projekt in Frankfurt, das man in zwei Wochen starten lassen will. Dort gebe es 5.000 Interessenten -  für 180 Wohnungen. Auf eine Wohnung kämen demnach rund 28 Bewerber. Außerdem betrage die aktuelle Leerstandsquote insgesamt ein Prozent, im Neubaubereich gebe es nahezu gar keinen Leerstand. Für die Aktionäre zahlt sich diese gute Situation aber noch nicht in Form von Dividenden aus. Laut Crepulja sollen erste Dividenden erst ab 2021 an die Aktionäre ausgezahlt werden.  Anleger können also zunächst nur auf Kurssteigerungen setzen.

Instone Real Estate ist nach der bayerischen Arzneifirma Dermapharm, die am Freitag ihr Debüt auf dem Parkett feierte, erst der zweite Börsenneuling in Frankfurt 2018. Für Dermapharm und CEO Hans-Georg Feldmeier war das Debüt auf dem Parkett ebenfalls enttäuschend: Nachdem die Aktien mit 28 Euro in der Mitte der Preisspanne ausgegeben worden waren, stürzten auch sie am ersten Handelstag ab. Am Mittwoch notierten sie bei 26,70 Euro, was einem Fall von 4,7 Prozent entspricht.

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