Bonn Auf der richtigen Seite

Obwohl nicht mehr Hauptstadt, wird Bonn enger - und damit für Immobilienkäufer teurer. Von Top-Lagen und Ausweichstadtteilen.

Das historische Rathaus in Quelle: APN

Eigentlich hat Bonn den Titel „Bundesstadt“ nicht mehr nötig, um den Verlust des Hauptstadtstatus zu ertragen. Die Stadt wächst. Heute gibt es 3,6 Prozent mehr Bonner als vor zehn Jahren, bis 2025 soll die Stadt noch mal so stark zulegen. Die Zentralen von Post und Telekom aber auch eine UN-Dependance bescheren kaufkräftige Zuzügler. „Durch Bonns Kessellage, mit Siebengebirge und Venusberg im Süden, Industrieanlagen im Norden, gibt es kaum freie Flächen“, sagt Wieland Münch vom Maklerhaus Limbach. Die steigende Nachfrage schlage direkt auf die Preise durch. Hätten Wohnungskäufer vor fünf Jahren in bester Lage allenfalls 4000 Euro pro Quadratmeter gezahlt, sei nun erst bei 6000 Euro Schluss. 

Loge am Rhein oder falsche Seite?

So viel müssen Interessenten aber nur für Top-Lagen mitbringen, etwa für eine Wohnung im modernen Neubau in bester Innenstadtlage direkt am Rhein, zwischen Oper und Hofgarten, den „Rheinlogen“. Ähnliche Projekte, wenn auch weniger zentral, sind im ehemaligen Diplomatenviertel Rüngsdorf geplant. Auf dem alten Grundstück der französischen Botschaft entstehen hier 53 edle Wohnungen in Stadtvillen („Rhein entrée“). Noch gibt es jedoch Ärger mit Stadtverwaltung und Anwohnern, das Projekt stockt. Frühestens 2012 dürften die ersten Käufer einziehen.

Familien mit schmalerem Geldbeutel suchen in der Südstadt oder Poppelsdorf. Eine Altbauwohnung finden sie hier ab 2000 Euro für den Quadratmeter. Oder sie weichen auf rechtsrheinische Stadtteile wie Beuel aus. Die werden vom Bonner mit liebevoller Abneigung zwar als „schäl Sick“, falsche Seite, bezeichnet, sind mittlerweile aber sehr gefragt.

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