Deutsche Annington Wohnungsriese will Südewo schlucken

Nach der Übernahme des Konkurrenten Gagfah will die Deutsche Annington erneut zuschlagen. Das Ziel der Begierde ist diesmal die Gruppe Süddeutsche Wohnen. Den Anlegern gefällt das nicht.

Ein Informationsschild der Immobilienfirma Deutsche Annington. Quelle: dpa

Der größte deutsche Wohnungsvermieter Deutsche Annington greift erneut auf dem Immobilienmarkt zu. Für 1,9 Milliarden Euro will der Konzern die Gruppe Süddeutsche Wohnen (Südewo) mit 19.800 Wohnungen überwiegend in Baden-Württemberg übernehmen.

Finanziert wird der Zukauf über eine Kapitalerhöhung, also der Ausgabe neuer Aktien. Die Deutsche Annington sei außerdem bereit, in die neu gekauften Wohnungen „deutlich mehr zu investieren als das bisher der Fall ist“, versprach Konzernchef Rolf Buch am Montag. Das Bundeskartellamt muss dem Kauf noch zustimmen.

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Verkäufer der Südewo ist der Deutsche-Annington-Konkurrent Patrizia Immobilien. Die Augsburger hatten den Großteil der Wohnungen 2012 von der Landesbank Baden-Württemberg gekauft und dafür mit 1,4 Milliarden deutlich weniger bezahlt als jetzt die Deutsche Annington. Der Kaufpreis sei aber „ausgesprochen günstig“ im Vergleich zu dem, was zuletzt bei anderen Deals gezahlt worden sei, sagte Buch.

Bei den neu gekauften Wohnungen liege die Durchschnittsmiete bislang bei 6,68 Euro pro Quadratmeter - bei der Deutschen Annington indes bei 5,53 Euro. Die Südewo liefere jährliche Mieteinnahmen von 105 Millionen Euro. Die Leerstandsquote liege bei 2,4 Prozent und damit niedriger als bei der Deutschen Annington, sagte Buch.

Mit der Übernahme soll die Zahl der Wohnungen der Deutschen Annington auf rund 370.000 steigen. Das Unternehmen hatte erst zu Jahresanfang für rund 4,3 Milliarden den Konkurrenten Gagfah übernommen.

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Am Aktienmarkt kam der Kauf nicht gut an - wohl auch, weil das Geld dafür aus einer Kapitalerhöhung kommen soll. Die im MDax notierten Aktien der Deutschen Annington fielen um etwa sechs Prozent. Papiere von Patrizia Immobilien stiegen leicht um 0,4 Prozent. Mit der Ausgabe neuer Aktien will die Deutsche Annington 2,25 Milliarden Euro einnehmen.

Deutsche Immobilien sind wegen der niedrigen Zinsen und der boomenden Wirtschaft bei Investoren sehr beliebt. Dies führte zu steigenden Preisen, Mieten und niedrigeren Leerständen. Steigende Kurse von Aktien der Branche waren die Folge. Zudem kommt es immer wieder zu Fusionen oder Transaktionen, bei denen Tausende Wohnungen ihren Eigentümer wechseln. Trotz einer Reihe von Zusammenschlüssen in den vergangenen Jahren ist der Immobilienmarkt weiter stark zersplittert - selbst die Deutsche Annington kommt nur auf einen Marktanteil im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

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