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Einar Skjerven "Durch Mietpreisbremse droht eine Abwärtsspirale"

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"Die Immobilienpreise werden steigen"

Allerdings gibt es in vielen Städten ja bereits solche Milieuschutzgebiete, in München etwa seit fast 30 Jahren. Dort scheinen die Einschränkungen in der Praxis nicht so groß zu sein…

Was genau erlaubt ist und was nicht, legen die zuständigen Behörden fest. Die Einschränkungen, ganz gleich, wie groß oder klein sie auch sein mögen, bleiben immer ein Eingriff in das Eigentumsrecht. In München ist zudem zu beobachten, dass Vermieter in Milieuschutzgebieten immer weniger in die Wohnungen investieren. Die Genehmigungsverfahren mit den Behörden scheinen ihnen einfach zu aufwändig zu sein.

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    Deutschland ist ein Land der Mieter. Ist es da nicht ohnehin logisch, dass die Politik weniger auf die Interessen der Eigentümer achtet?

    Nein, das ist sogar unlogisch. Einerseits hält die Regierung die Deutschen seit Jahren dazu an, privat fürs Alter vorzusorgen und Wohneigentum zu bilden. Anderseits scheint sie mit den gesetzlichen Eingriffen in den Wohnungsmarkt genau das verhindern zu wollen. Einer Studie der EZB zufolge sind die Deutschen ärmer als andere EU-Bürger. Das liegt unter anderem daran, dass die Wohneigentumsquote mit 46 Prozent hierzulande deutlich niedriger ist als in anderen europäischen Ländern. Mit ihren Entscheidungen sorgt die Politik dafür, dass sich daran so schnell nichts ändert. Deutschland soll wohl um jeden Preis Mieterland bleiben.

    Wo rechnen Sie noch mit weiteren Einschränkungen für private Immobilieninvestoren?

    Die größte Einschränkung für private Investoren ist die Mietpreisbremse. Wie hoch die Miete sein darf, hängt von der sogenannten ortsüblichen Vergleichsmiete ab. Das ist ein Referenzwert für die zulässige Miethöhe, die Vermieter zunächst für ihre Wohnung bestimmen müssen. Dazu können sie den Mietspiegel ihrer Stadt nutzen, wenn es überhaupt einen gibt. Falls nicht, muss im schlimmsten Fall ein Sachverständiger beauftragt werden. Und ist der Mieter der Ansicht, die Miete sei zu hoch, kann er eine Rüge aussprechen. Der Vermieter muss dann belegen, dass er die Miethöhe richtig bestimmt hat.

    Das ist der typische deutsche Immobilienbesitzer

    Wenn Immobilien durch all die Regulierung tatsächlich unattraktiv werden, müsste doch auch die Nachfrage einbrechen. Das müsste die Kaufpreise doch eigentlich drücken, oder?

    Nein, im Gegenteil. Das Angebot an Wohnungen wird deutlich abnehmen. Grund ist das Umwandlungsverbot in Milieuschutzgebieten. Dieses sieht vor, dass die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen genehmigt werden muss. Die Folge: In den betroffenen Wohngegenden werden immer weniger Wohnungen zum Kauf zur Verfügung stehen. Da immer mehr Milieuschutzgebiete eingerichtet werden, droht hier eine Abwärtsspirale. Und je knapper das Angebot ist, desto stärker steigen bekanntlich die Preise.

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