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Energieeffizienz Wohnungseigentümer scheuen Sanierung

Eigentumswohnungen werden seltener energetisch saniert als Miets- oder Einfamilienhäuser. Politiker und Verbände wollen das nicht länger hinnehmen.

Das Gebäude der KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau) in Frankfurt/Main. Das KfW-Programm zur energetischen Gebäudesanierung soll vereinfacht werden. Quelle: dpa

Ginge es nach der staatlichen Förderbank KfW, würden noch mehr Förderkredite vergeben. Die KfW Bankengruppe hat im ersten Quartal 2014 ein Gesamtfördervolumen von 13,9 Milliarden Euro bewilligt – 1,7 Milliarden Euro weniger als im Vorjahreszeitraum.

Den Rückgang erklärt die KfW mit zurückhaltender Finanzierungsnachfrage unter anderem in den Bereichen Infrastruktur- und Unternehmensfinanzierung. Ein Lichtblick ist hingegen die Förderung für Immobilienbesitzer und Bauherren: Die Nachfrage in den vom Bund unterstützen Programmen für Energieeffizientes Bauen und Sanieren liegt mit einem Fördervolumen von 2,3 Milliarden Euro bereits eine halbe Milliarde über dem Vorjahreswert.

Über die Aufstockung der Fördermittel bei der KfW war im vergangenen Jahr lange gestritten worden. Weil Steueranreize für die energetische Gebäudesanierung gegen den Widerstand im Bundesrat nicht durchsetzbar waren, wurden am Ende zumindest die KfW-Mittel für diesen Förderbereich aufgestockt. Die gute Nachfrage nach Fördermitteln aus den KfW-Programmen zeigt, dass die Nachfrage nach staatlicher Unterstützung für die energetische Wohngebäudesanierung unvermindert hoch ist.

Unterdurchschnittliche Sanierungsquote

Dennoch beklagt der Dachverband deutscher Immobilienverwalter (DDIV) einen Rückstand bei der Sanierung des Wohnungsbestandes – vor allem mit Blick auf Wohneigentümergemeinschaften (WEG). Bei diesen betrage die Sanierungsquote lediglich 0,6 Prozent des Bestands, zitiert das Handelsblatt den DDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler.

Im Vergleich zu den Sanierungsquoten bei Einfamilienhäusern und dem Bestand der großen Wohnungsgesellschaften ist dieser Wert unterdurchschnittlich. Vom gesamten Wohnungsbestand wird jährlich etwa ein Prozent saniert. Eine Sanierungsquote von zwei Prozent wäre notwendig, um die Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen.

DDIV und KfW starten deshalb eine Offensive: Sie wollen einerseits Wohneigentümer besser informieren und zur energetischen Sanierung motivieren. Andererseits sollen bürokratische Hürden bei der Beantragung von KfW-Mitteln durch Wohneigentümergemeinschaften abgebaut werden. Denn laut Handelsblatt stellen die Eigentumswohnungen zwar ein Viertel des gesamten Wohnungsbestands, aber nur zwölf Prozent der Förderanträge stammen von Eigentümergemeinschaften. Als Grund dafür wird die heterogene Finanzkraft der verschiedenen Eigentümer ausgemacht.

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