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Finanzkrise Der wahre Test für den US-Häusermarkt

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Gleichzeitig bekommt die US-Regierung die Flut von Zwangsversteigerungen nicht in den Griff. Trotz einiger Programme, die darauf zielen, in Zahlungsverzug geratenen Hauskäufern den Verbleib in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen, steigt die Zahl der Verfahren weiter steil an. Ende des vergangenen Jahres wurden laut einem Bericht des US-Finanzministeriums für rund 2,4 Millionen Hypotheken keine Zins- und Tilgungszahlungen mehr geleistet, das waren 49,6 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Mittlerweile ist bei 7,1 Prozent aller Hypotheken die Zahlungsunfähigkeit eingetreten, ein Jahr zuvor waren es 4,6 Prozent.

Millionen Hypotheken vor dem Ausfall

Mehr als fünf Millionen Hausbesitzer in den USA haben Probleme, die fälligen Raten für ihre Hypotheken zu bezahlen. Dennoch waren die Banken bislang kaum dazu zu bewegen, einem so genannten Short Sale, einem Verkauf zu einem Wert unterhalb der Schuldenlast zuzustimmen, denn das würde für sie unmittelbar einen Verlust erzeugen. Aber auch diese Chance für Hausbesitzer, sich aus der Kreditklemme heraus zu winden, will das US-Finanzministerium jetzt fördern. Wer auszieht, erhält bis zu 3000 Dollar für Umzugskosten. Die Bank bekommt bis zu 1500 Dollar und ein Käufer bis zu 2000 Dollar Zuschuss. Ob das ausreicht, dem bisher eher erfolglosen Hypothekenmodifizierungsprogramm der US-Regierung mehr Schub zu verleihen, ist zumindest zweifelhaft. Doch ohne eine echte Stabilisierung der Situation bei den Zwangsversteigerungen ist ein Anziehen der Immobilienpreise kaum vorstellbar.    

Giftige Kombination

Der Analyst Paul Dales von dem Research-Unternehmen Capital Economics aus Toronto steht deshalb mit seiner Einschätzung nicht allein: „Der wahre Test für den Markt kommt, wenn Ende Juni die Steuergutschrift ausläuft. Dann wird die Nachfrage zurückfallen und die Zwangsversteigerungen weiter für ein hohes Angebot sorgen. Eine solche giftige Kombination wird die Preise wieder nach unten drücken.“ Sie werden nach seiner Meinung mindestens um weitere fünf Prozent fallen. Das wären keine guten Nachrichten.

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