WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen
Gbureks Geld-Geklimper

Wie Mieten die Inflation nach oben treiben

Seite 2/2

Baugenehmigungen werden fast überall verzögert

Da wundere man sich noch über die davongaloppierenden Berliner Wohnungspreise, denen die Mieten zwar langsamer, aber stetig folgen. Aus Protest dagegen werden von linken Gruppen ganze Straßenzüge besetzt. Und wenn es im Fernsehen um den Wohnungsmarkt der Hauptstadt geht, sind nicht etwa die Verweigerer in den Amtsstuben das zentrale Kritikthema, sondern die jedes Mal arg kritisierten Bauträger, die heruntergekommene Miet- in schicke Eigentumswohnungen umwandeln.

Aufregung über die Mietpreisbremse? Im Fernsehen weitgehend Fehlanzeige. Dabei ist bereits jetzt absehbar, dass die Kombination von verzögerten oder verweigerten Baugenehmigungen und gedeckelten Mieten in den nächsten Jahren zwangsläufig zu weniger Wohnungsangebot führen wird. Fehlt nur noch, dass es zur Zuteilung von Wohnungen wie einst in der DDR kommt.

Was Mieter und Vermieter noch dürfen

Das Hinschleppen von Baugenehmigungen ist zwar in Berlin ein besonders großes Problem, aber es findet weniger drastisch auch anderswo statt. Da brauchen nur Projektentwickler und Denkmalschützer die Klingen zu kreuzen, schon verzögert sich der Bau.

Ich habe das mehrfach in Frankfurt erlebt, nicht zuletzt bei der Europäischen Zentralbank, die ganz überwiegend aus einem Neubau besteht, aber zu einem kleineren Teil aus der unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Großmarkthalle. Der kleine Teil hat wesentlich dazu beigetragen, dass der ganze Komplex erst mit erheblicher Verspätung fertig und richtig teuer wurde. Nun sieht er aus wie eine Kreuzung aus 20er-Jahre-Nostalgie und Postmoderne.

Die Inflationsrate wird stärker steigen

Richtig teuer werden auch Wohnungen. Wie erwähnt, unter anderem wegen der negativen Folgen der Mietpreisbremse. Doch es gibt noch weitere Trends, die das Wohnen verteuern werden. Da ist etwa die staatlich geförderte Dämmwut der Deutschen.

Wo wir all die Flüchtlinge unterbringen sollen, die in unser Land strömen, steht in den Sternen. Und wenn es am Thema vorbei heißt, der Zuzug der Bevölkerung vom Land in die Städte sei zum Beispiel zu stoppen, indem man Ärzte zum Praktizieren in der Pampa zwingt, wird es völlig skurril.

Denn die Landflucht kann nicht mehr gestoppt werden, weil sie eine logische Folge der zunehmenden Überalterung ist. Wer fern auf dem Land ohne ausreichende Versorgung dahin zu vegetieren droht, macht sich halt rechtzeitig auf den Weg in die nächste Stadt.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.


Das wird sich auf Wohnungspreise und -mieten in einem heute noch unvorstellbaren Ausmaß auswirken – und dementsprechend auf den Verbraucherpreisindex mit seiner 21-prozentigen Nettokaltmieten-Gewichtung. In den nächsten Jahren werden wir von einer Inflationsrate, die uns der Monat März mit 0,3 Prozent beschieden hat, nur noch träumen können.

Und was wird aus der Zielmarke der Europäischen Zentralbank von etwas unter zwei Prozent? Sie dürfte schneller erreicht werden, als uns allen lieb sein kann, und dann nicht mehr zu halten sein – zumal sie sich auf den ganzen Euroraum bezieht, wo höhere Inflationsraten immer schon wie ein Naturgesetz hingenommen wurden.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%