Gbureks Geld-Geklimper

Das absurde Mietendeckel-Menetekel

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Der Wahnsinn geht noch weiter

So sieht die Traumimmobilie der Deutschen aus
Platz 52013 träumen sieben Prozent der Deutschen von einer modernen Stadtwohnung. Im Mittel sollte sie 135,8 Quadratmeter groß sein. Allerdings ist hier der Wunsch nach Fläche etwas weniger ausgeprägt als auf dem Land. Quelle: IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung im Auftrag von Interhyp. Für ihre repräsentative „Wohnraumstudie 2013“ befragte Interhyp 1769 Bundesbürger. Als Referenzdatei für die Gewichtung wurde der aktuelle Mikrozensus zugrunde gelegt. Quelle: dpa
Platz 4Nicht für den Urlaub sondern zum dauerhaften Wohnen würden acht Prozent der Befragten am liebsten in einen Bungalow ziehen. Quelle: REUTERS
Platz 3Ein Landhaus wäre für zehn Prozent der Befragten der perfekte Ort zum Leben. Im Durchschnitt sollte das Traumhaus rund 136 Quadratmeter haben. Quelle: ZB
Platz 2Etwas beliebter sind Niedrigenergiehäuser. Elf Prozent würden bevorzugt in ein Haus wie dieses einziehen. Quelle: obs
Platz 1Spitzenreiter bei den Wunschimmobilien ist ein Klassiker: 35 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich ihren Wohntraum am liebsten mit dem Kauf eines Einfamilienhauses erfüllen würden. Für 23 Prozent ist dafür eine ruhige, familienfreundliche Wohnsiedlung am Stadtrand die erste Wahl. Quelle: dpa
Einbauküche, Garten, Gäste-WC: Mindestens genauso wichtig wie die Immobilie selbst, ist für die Befragten das, was in ihren vier Wände steht. Quelle: dpa
Platz 5Doch auch bei der Ausstattung ihrer Traumhäuser bleiben die Deutschen bodenständig: 76 Prozent der Befragten wünschen sich einen Garten zu ihren vier Wänden. Für 44 Prozent ist das Grün am Haus sogar unverzichtbar. Quelle: obs

Auch die absehbaren kurzfristigen Effekte sind nicht ohne. Welch ein Wahnsinn: Zwar gilt die Mietbremse nicht im Fall der Erstvermietung eines Neubaus, aber dessen Eigentümer müsste danach mit der Erhöhung seiner Miete so lange warten, bis die - wegen ihrer Stellschrauben nicht eindeutige - ortsübliche Vergleichsmiete das Niveau der Neubaumiete erreicht hat. Arme Investoren, die sich so etwas antun: Setzen sie die Anfangsmiete niedrig an, bleibt unter dem Strich nur eine karge Rendite übrig, den üblichen Ärger mit renitenten Mietern inbegriffen. Setzen sie die Anfangsmiete dagegen hoch an, müssen sie schlimmstenfalls bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag warten, um sie erhöhen zu dürfen.

Mietpreisentwicklung in den zehn größten Städten Deutschlands

Wohnungsgesellschaften profitieren doppelt

Die Mietbremse droht potenzielle Investoren zu verscheuchen, den Neubau von Wohnungen zum Erliegen zu bringen und damit das Gegenteil dessen zu bewirken, was sie bezwecken soll, nämlich bezahlbaren Wohnraum für breite Kreise der Bevölkerung zu schaffen. Das heißt, letzten Endes ist sie unsozial. Dies auch deshalb, weil Vermieter, wenn sie sich schon mit gedeckelten Mieten abfinden müssen, im Zweifel immer Mieter bevorzugen werden, die kein Ausfallrisiko bergen. Im Übrigen droht ihnen von einer weiteren Seite Gefahr: Ein Gesetzentwurf Nordrhein-Westfalens aus diesem Jahr sieht vor, dass Mieter die Miete mindern dürfen, falls Vermieter die energetische Sanierung nicht in Angriff nehmen.

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Interessant ist, zu beobachten, wie clevere Vermieter in Einzelfällen bereits jetzt auf das drohende Ungemach reagieren: Sie erhöhen die Mieten, wo immer sie können, bevor es zu spät ist. Nicht zuletzt die privaten Wohnungsgesellschaften machen davon Gebrauch. Eine der Folgen ist, dass deren Mieter ihr Erspartes zusammenkratzen, um Wohnungen, in denen sie schon lange leben, lieber zu kaufen statt sie weiter zu mieten. Daraus ergibt sich ein doppelter positiver Effekt für die Wohnungsgesellschaften: höhere Renditen durch steigende Mieten und durch zunehmende Erlöse aus Wohnungsverkäufen.

Wohnungsaktien, die Alternative für Vermieter und sonstige Anleger

Private Vermieter – und natürlich auch andere Anleger – sollten folglich darüber nachdenken, ob es, statt weiter mit dem Mietrecht und seinen Absurditäten auf Kriegsfuß zu stehen, nicht sinnvoll sein könnte, nach der nächsten Abwärtsreaktion der Kurse Aktien von Wohnungsgesellschaften zu kaufen. Deren Palette reicht von der gut geführten Gagfah und der mit Schwerpunkt in Berlin strategisch günstig aufgestellten Deutsche Wohnen einschließlich der einverleibten GSW bis zur TAG sowie zu den noch nicht allzu lange börsennotierten LEG und Deutsche Annington mit starker Konzentration auf Nordrhein-Westfalen. Für eine gewisse Vielfalt und damit auch Risikostreuung ist also gesorgt.

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