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Gbureks Geld-Geklimper

Wer Immobilien kauft, ist selbst schuld

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Deutsche Annington & Co. wirbeln die Kurse auf

Nun wäre eine naheliegende Idee, Geld alternativ in börsennotierte Wohnungsgesellschaften zu investieren. Spätestens seit den erfolgreichen Börsengängen von LEG und Deutsche Annington richten Anleger in Scharen ihre Augen auf sie. Deutsche Wohnen hat GSW geschluckt, Deutsche Annington ist mit Gagfah fast so weit, und erste Stimmen sind zu vernehmen, wonach bald eine Immobilienaktie im Dax vertreten sein könnte. Doch das Geschäft ist zyklisch, und die zuletzt überproportional gestiegenen Kurse schreien geradezu nach Kapitalerhöhungen und damit nach der temporären Verwässerung von Gewinnen. Mag sein, dass die Kurse noch eine Weile nach oben gepuscht werden, aber das wäre dann nichts für üblicherweise konservative Immobilienanleger.

Wie sich Immobilienaktien zuletzt entwickelt haben

Deren konservative Einstellung ist indes – ihnen noch gar nicht richtig bewusst - zunehmend der Spekulation gewichen. Schuld daran sind die niedrigen Zinsen; schuld ist auch die Maklerprosa, die besagt, dass Immobilien angeblich Inflationsschutz bieten. Doch das ist falsch, wie zuletzt eine Studie des Instituts DIW Berlin ergeben hat. Danach hat etwa ein Drittel der Immobilieneigentümer auf Dauer überhaupt keine Rendite erzielt oder sogar Verluste gemacht. Und das mit einer Anlageklasse, die – sieht man von Immobilienaktien ab – obendrein immobil ist, was in Flautezeiten besonders negativ zu Buche schlägt.

Immobilienfonds haben überwiegend enttäuscht

Immobil sind auch geschlossene Fonds, die sich fast ganz auf Gewerbeimmobilien konzentrieren. Schwerpunkte bilden Büros und Einkaufszentren. Solche Fonds lassen sich im Prinzip mit Beteiligungen an Unternehmen vergleichen. Sind sie unternehmerisch erfolgreich, sprudeln die Renditen. Geraten sie dagegen zu Flops, was in der Vergangenheit leider allzu oft der Fall war, gehen Anleger leer aus. Offene Fonds, die ebenfalls in Gewerbeimmobilien investieren, lassen sich eingeschränkt liquidieren. Ihre Ergebnisse sind überwiegend kein Ruhmesblatt. So geht aus einer aktuellen Untersuchung der Helaba hervor, dass diese Fonds sich im Durchschnitt nach einem Minus von 0,7 Prozent 2012 bis 2014 mit 1,6 Prozent Plus nur mühsam nach oben gekämpft haben.

Die attraktivsten offenen Immobilienfonds

Zum Vergleich: Deutsche Anleihen brachten 2014 derselben Untersuchung zufolge ein Plus von 10,3 Prozent.

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Alles in allem sind Immobilien derzeit also entweder gar nicht (für potenzielle Hobbyvermieter) oder nur bedingt (für spekulative Anleger) geeignet. Es handelt sich um zyklische Investitionen, nicht um Daueranlagen. Die niedrigen Zinsen mögen zwar manche Anleger reizen, in Immobilien zu investieren. Aber spätestens nach der jetzigen Entscheidung der großen Koalition zugunsten der Mietpreisbremse sollten bei ihnen die Alarmglocken schrillen.

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